Neuer Trainer, neues Team: Beim TSV Rain fiel der Umbruch ziemlich groß aus. Trainer Martin Weng (vorne) leitete bereits die ersten Einheiten, bevor am Samstag das erste Testspiel gegen Garching ansteht.
Neuer Trainer, neues Team: Beim TSV Rain fiel der Umbruch ziemlich groß aus. Trainer Martin Weng (vorne) leitete bereits die ersten Einheiten, bevor am Samstag das erste Testspiel gegen Garching ansteht. – Foto: Gerd Jung

Verstärkung kommt von RB Leipzig

Der TSV Rain ist in die Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison gestartet +++ Wie der erste Eindruck von Trainer Martin Weng ausfällt und welche Neuzugänge zum Team stoßen

Der TSV Rain hat bereits mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen, schließlich beginnt die Spielzeit in der Regionalliga Bayern bereits Mitte Juli.

Der TSV hat sich für die neue Saison zu einem großen Teil neu aufgestellt, wobei auch noch nicht alle Personalfragen final geklärt sind, wie UG-Geschäftsführer Alex Schroder sagt. Fragezeichen gebe es noch, was die Zukunft von Fadhel Morou und Angelo Mayer betrifft. Auf Arif Ekin jedenfalls muss das Team wohl in den nächsten Monaten verzichten, zumindest bei den Samstagsspielen, da er beruflich gebunden ist.

Neu im Team ist Chef-Trainer Martin Weng, der vom FC Gundelfingen an den Lech wechselte. Sein erster Eindruck vom Team sei gut, wie er sagt, auch wenn noch nicht alle Mann an Bord sind, da einige erst noch aus dem Urlaub zurückkehren. Mit dabei war bereits ein Neuzugang, der in der Region nicht unbekannt ist: Jannik Schuster wechselt vom 1. FC Schweinfurt an den Lech. Für ihn geht es damit zurück Richtung Heimat, stammt der 23-jährige Abwehrspieler doch aus Rögling.

Ebenfalls neu im Team ist Matthew Loo, 23, der bereits bei Greuther Fürth II Regionalliga-Erfahrung sammeln konnte und zuletzt beim VfR Garching kickte. Und dann ist da noch Fabian Eutinger, der bei einem sehr namhaften Klub zuletzt seine Fußballschuhe schnürte: Der 18-jährige Torhüter genoss seine Ausbildung bei RB Leipzig, hielt dort bei den A-Junioren in der Bundesliga Nord/Nordost den Kasten sauber. Man sei sich komplett einig, lediglich Eutingers Unterschrift fehle noch, so Schroder. Eutinger soll Johann Hipper ersetzen, der den TSV Rain verlässt.

Wenngleich sich viele im Team erst kennenlernen müssen und noch nicht alle zum Trainingsstart da waren, habe gleich eine gute Stimmung geherrscht, wie Trainer Martin Weng sagt. Er selbst habe bereits einige Partien der Rainer in den vergangenen Monaten verfolgt und sich mittlerweile mit fast allen Spielern getroffen oder zumindest telefoniert. Deshalb habe das erste Training gar nicht so viel Neues für ihn geboten. „Aber es wird schon eine Aufgabe werden, aus der Mannschaft eine Einheit zu formen. Es gab ja doch einige Neuzugänge, der Umbruch ist also größer, als man es zuerst angedacht hatte“, erklärt er.

Ebenfalls wird in der Vorbereitung das Thema Fitness eine Rolle spielen. Zwar seien diejenigen, die bis zum Ende der vergangenen Saison spielten, gut in Form. Bei anderen, die etwa aus einer Verletzungspause kommen, sehe das jedoch anders aus. „Am Anfang des Trainings war das Tempo super, nach einer Stunde ließ es beim ein oder anderen aber schon deutlich nach“, sagt Weng. Er sei gespannt und freue sich darauf, wenn alle Leistungsträger wieder im Training sind. „Vom Zwischenmenschlichen her, haben wir eine gute Mischung. Wir haben die Charaktere, um ein eingeschworener Haufen zu werden“, ist Weng zuversichtlich.

Ein solcher sei auch nötig, um mit den vielen starken Klubs, die teils zu Profi-Bedingungen trainieren, in der Regionalliga Bayern mithalten zu können. „Es muss jedem bewusst sein, es geht nur über die Gemeinschaft“, betont Weng. Denn einfacher ist das Bestehen in der höchsten Amateurliga nicht geworden. Zu namhaften Klubs wie FC Bayern München II, SpVgg Unterhaching, oder FC Nürnberg II haben sich nun auch die beiden Drittliga-Absteiger Würzburger Kickers und Türkgücü München sowie die Aufsteiger DJK Vilzing, SpVgg Hankofen-Hailing und SpVgg Ansbach gesellt, die natürlich schnellstmöglich den Klassenerhalt fix machen wollen. „Da muss man erst mal sechs Teams finden, die man hinter sich lassen kann“, sagt Weng. Denn in der neuen Saison wird es nicht mehr drei, sondern gleich vier direkte Abstiegsplätze geben, hinzu kommen die beiden Relegationsränge.

Nun geht es für den 37-jährigen Trainer in den nächsten Wochen darum, neben der Fitnessgewinnung und Teambildung auch eine einheitliche Spielidee auf dem Platz zu vermitteln. „Es wird nicht sofort alles klappen, dass alles ineinandergreift. Aber je mehr Spieler bei der gleichen Situation dieselbe Idee haben, desto besser wird es laufen. Die sechs Testspiele werden uns dabei helfen, denn wir haben gute Gegner“, findet der Übungsleiter.

Nervös ist Weng angesichts seiner ersten Trainerstation in der Regionalliga nicht, denn im Training gebe es keinen großen Unterschied zu einer Bayernliga-Mannschaft, wie er sie zuletzt beim FC Gundelfingen betreute. Aber er ist sich ziemlich sicher: „Wenn es in Richtung Punktrunde geht, wird wohl die Vorfreude kommen.“ Denn als er vor acht Jahren als Trainer begann, hätte er nicht geglaubt heute bereits eine Regionalliga-Mannschaft trainieren zu dürfen. „Das war einer der Gründe, warum ich mich für den Wechsel nach Rain entschieden habe, der Reiz der Regionalliga. Das macht schon was aus, wenn man weiß, man trifft auf Martin Demichelis oder Sandro Wagner und kann sich mit ihnen messen. Das macht einfach Spaß, auch wenn es neben Job und Familie nicht einfach zu bewerkstelligen ist“, verrät er.

Den ersten Test bestreiten die Rainer nun am Samstag, dann treten die Tillystädter um 17 Uhr beim VfL Garching an. Doch auch wenn es quasi um nichts geht, peilt Weng mit seiner Mannschaft einen Sieg an, wie er erklärt: „Jedes Erfolgserlebnis hilft und gibt der Mannschaft mehr Sicherheit.“

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Aufrufe: 017.6.2022, 11:47 Uhr
Donauwörther Zeitung / Stephanie AntonAutor