
Im Aufstiegsfall müssen die Lechstädter umziehen. Die Heimspiele fnden dann statt im 3C-Sportpark im Sportzentrum am Hungerbachweg statt. Die neue TSV-Führung setzt auf Teamwork und Transparenz statt auf eine One-Man-Show - und plant zweigleisig. Am Samstag wartet das Heimspiel gegen Kirchanschöring.
Landsberg – Das Kapitel Nico Held (26) ist nach dem unrühmlichen Abgang des ehemaligen Vorsitzenden der Fußball-Abteilung des TSV Landsberg seit Dienstag endgültig Geschichte. Die Abteilungsleitung wird ab sofort keine One-Man-Show mehr, sondern auf „breite Beine und starke Schultern“ gestellt. Gemeinsam sind wir stärker, mit Teamwork und Transparenz in die Zukunft, so lauten das neue Motto und das Versprechen an die Mitglieder. Die wählten ein achtköpfiges, kompetentes Team (alle ohne Gegenstimme), das künftig – sowohl sportlich als auch finanziell – die Geschicke des Bayernligisten bestimmen soll.
Neuer Fußball-Abteilungsleiter ist Werner Seemüller (49), Chef einer Schreinerei aus Eresing, bestens vernetzt, fußball-erfahren und Vater von TSV-Stürmer Max Seemüller (22). Als erster Vize steht ihm die Landsberger Fußball-Legende Muriz Salemovic (37) zur Seite, zweiter Vize-Präsident ist der bisherige Jugendleiter Stefan Drischberger (56), sein Schwerpunkt ist die Nachwuchsarbeit.
Dazu kommen Marcus Dech (47) als neuer Jugendchef, Schatzmeister Jürgen Nitsche und die Beiräte Carina Botschafter, Robert Michel und Michael Höweler, der sich u.a. um das Thema Medien und Kommunikation kümmern wird. Der Ex-Amazon Music-Chef, vor seiner zehnjährigen Fußball-Pause von 2009 bis 2011 Spielertrainer der zweiten Mannschaft, ist aktuell Coach der E3 – und: der Mädels von Jahn Landsberg. „Mädchen-Fußball sollte vereinsübergreifend werden“, sagt er. Und vor allem: „Das neue Team hat den Anspruch, sportliche Qualität, wirtschaftliche Vernunft und organisatorische Professionalität enger zusammenzuführen. Wir wollen und künftig klarer, moderner und verlässlicher präsentieren.“ Held wurde an diesem Abend übrigens nicht entlastet.
Die Haupt-Aufgaben der neuen Vorstandschaft zunächst: Die Altlasten aufarbeiten, neue Sponsoren ansprechen, „die Saison, deren Finanzierung gesichert ist, vernünftig zu Ende bringen“ und, vor allem, die neue Spielzeit planen. „Das wird eine Riesenaufgabe“, weiß Seemüller. Denn: Landsberg will, sofern die sportliche Qualifikation geschafft wird (aktuell liegt der TSV punktgleich hinter Tabellenführer 1860 München II auf dem zweiten Platz) und der Bayerischen Fußballverband (BFV) zustimmt rauf in die Regionalliga.
Die Bewerbungsunterlagen sind bereits beim BFV eingereicht. Allerdings: Im Aufstiegsfall würden die Landsberger an die alte Spielstätte zurückkehren, ihre Heimspiele statt im 3C-Sportpark wieder im Sportzentrum am Hungerbachweg austragen. Das war das Resultat einer Begehung mit BFV, Vertretern der Stadt, Polizei und Feuerwehr. Grund: Das geforderte Fassungsvermögen von 2500 Zuschauern kann im Sportpark nicht erreicht werden.
Das alt-ehrwürdige Landsberger Sportzentrum hingegen ist für 3000 Zuschauer zugelassen, allein die Tribüne bietet Platz für 900 Fans. „Dort haben wir beste Voraussetzungen“, so Salemovic. Natürlich planen die Lechstädter zweigleisig: Bayernliga weiter im Sportpark, Regionalliga im Sportzentrum. Dass in es diesem Stadion kein Flutlicht gibt, ist kein Problem. Seemüller: „Das ist kein Kriterium für das erste Jahr.“
Und der neue Boss verspricht: „Keine Luftschlösser, keine Träumereien mehr. Wir werden gemeinsam alles an Energie reinstecken, was wir haben.“ Positive Rückmeldungen gibt es bereits – von Sponsoren genauso wie den Aktiven. Salemovic: „Der Trainer und die Spieler würden alle gerne bleiben. Es gibt bereits erste fixe Zusagen für die neue Saison.“ Zudem dürfen sich die Landsberger Anhänger auf richtig starke, gut ausgebildete Nachwuchsspieler freuen. Jugendleiter Dech: „Die Jugendabteilung ist sehr gut aufgestellt, die goldenen Zeiten beim TSV gehen jetzt erst los.“