
Trainer Sebastian Koch setzt auf mentale Stärke und eine starke Teamleistung, um gegen den 1. FC Garmisch-Partenkirchen zu punkten.
Plötzlich ist der TSV Grünwald wieder dabei im Aufstiegsrennen, und sollten die Grün-Weißen das heutige Landesliga-Nachholspiel beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen (Anstoß 19.30 Uhr) gewinnen, wären sie sogar mittendrin. Bis auf zwei Punkte könnte das Team von Sebastian Koch, das am Wochenende mit einem 3:0 über den da noch zweitplatzierten TSV Murnau brillierte, an Platz zwei heranrücken. „Oberstes Ziel ist nachzulegen“, sagt der Trainer.
Auf den ersten Blick sollte dies kein Problem sein: Garmisch ist Vorletzter. Doch Koch versichert: „Wir blenden die Tabellenposition bewusst aus. Für uns zählt nur die eigene Leistung.“ Dass der Abgang ihres Top-Stürmers Moritz Müller zur SpVgg Unterhaching Ende August die Werdenfelser ganz offensichtlich geschwächt hat, weiß der TSV-Coach, dennoch warnt er: „Garmisch hat durch den Abgang von Moritz Müller offensiv sicher an Qualität verloren, aber sie haben zuletzt mit viel Einsatz überzeugt und in Aubing bis kurz vor Schluss 2:1 geführt.“ Selbst das 2:2, das am Schluss stand, sollte die Garmischer aufgebaut haben. „Wir erwarten einen Gegner, der alles daran setzt, den Tabellenkeller zu verlassen und dementsprechend befreit und engagiert auftreten wird“, glaubt Koch. „Umso wichtiger ist es, dass wir unser Spiel konsequent durchziehen, uns nicht verunsichern lassen und unsere Linie halten, egal, was passiert.“
Und passieren könne einiges in so einem Auswärtsmatch unter der Woche: „Das ist immer eine Herausforderung. Da entscheidet oft nicht nur die spielerische Qualität, sondern, wer mental präsenter, wacher und entschlossener ist.“ Das Training hat Koch auf die kurze Pause abgestimmt. Die Belastung gut dosieren, nicht viel trainieren, sondern die richtigen Schwerpunkte setzen, taktisch, aber auch mental, das ist Kochs Devise: „Wir wollen die Spannung hochhalten, ohne zu überdrehen.“
Nicht über-, sondern lieber aufdrehen, könnte man auch sagen. So, wie zuletzt Laris Stjepanovic, der bei seinem halbstündigen Joker-Einsatz gegen Murnau zwei Tore schoss und eines vorbereitete. Warum der 18-Jährige, mit 13 Toren bester TSV-Schütze, den Anpfiff erstmals von draußen hörte, begründet Koch so: „Seine Trainingsleistungen haben mir nicht gefallen, auch die letzten Spiele nicht. Das habe ich klar angesprochen. Deshalb war er zunächst auch auf der Bank mit der klaren Forderung, eine Reaktion zu zeigen. Das hat er gemacht, vor allem, weil er auch defensiv gearbeitet hat.“ Koch deutet die prompte Startelf-Rückkehr des Sturm-Talents an, betont aber auch: „Gegen Murnau war jeder mit Fleiß dabei. Das war wirklich Weltklasse. Wenn wir wieder mit der selben Bereitschaft auftreten, alles reinzuwerfen, dann bin ich überzeugt, dass wir auch in Garmisch ein gutes Spiel machen werden.