Torben Dilg (rechts, hier noch im Trikot der SG Schornsheim) läuft ab dem Sommer in der Fußball-Verbandsliga für den TSV Gau-Odernheim auf.	Archivfoto. Bilderkartell/Axel Schmitz
Torben Dilg (rechts, hier noch im Trikot der SG Schornsheim) läuft ab dem Sommer in der Fußball-Verbandsliga für den TSV Gau-Odernheim auf. Archivfoto. Bilderkartell/Axel Schmitz

Gau-Odernheim setzt auf eigenen Nachwuchs

Spielerkarussell bei Verbandsligist TSV Gau-Odernheim dreht sich +++ Trainingslager in Heidelberg und ein Saisoneröffnungsturnier in Albisheim

Gau-Odernheim. Neun gehen, sieben bis neun kommen. Der TSV Gau-Odernheim strebt mit einem zu gut einem Drittel erneuerten Kader die fünfte Saison am Stück in der Fußball-Verbandsliga an. Wobei Trainer Christoph Hartmüller die Prioritäten erneut anders setzt: „Wir wollen Spieler weiterentwickeln, möglichst viele Punkte holen und im besten Fall die Klasse halten. Wenn wir absteigen, ist das so. Ich werde nicht auf Teufel komm raus jeden Punkt rauspressen. Das oberste Ziel ist, guten Fußball zu spielen.“

Zahlreiche Abgänge aus unterschiedlichen Gründen

Besonders gut hat die Talenteförderung bei Lion Schubach geklappt, der zu Oberligist TSG Pfeddersheim geht. Aus dem Kreis der häufiger Eingesetzten zieht es Ömer Er und Aiman Abdelaali zurück in ihre Heimatstadt zum FC Basara Mainz, der Fahrtzeiten wegen. Bei Berkan Celebi köchelt nach, vor ihrem Landesliga-Abstieg, Eintracht Bad Kreuznach auch Oberligist Alemannia Waldalgesheim in der Gerüchteküche auf dem Herd. Sören Marbe will nach Hartmüllers Auskunft etwas kürzer treten und geht deshalb zu Landesligist SV Gimbsheim. Paul Adler wird mindestens ein Jahr mit einem Stipendium in den USA verbringen. Unter den Reservisten verabschiedet sich nach Klaus Siebecker (TuS Steinbach) auch Max May (VfR Kaiserslautern). Berufliche Gründe erklären Marek Gröhls Wechsel „nach Hause“ zum FSV Oppenheim.

Talente aus dem Nachwuchs hochgezogen

Kein geringer Einschnitt, der, TSV-typisch, aus dem eigenen Nachwuchs und mit Talenten aus der Region kompensiert wird. Emre Gümüs, Paul Gallé und Julian Meininger werden direkt in die erste Mannschaft hochgezogen. Im Rahmen eines Job-Sharings sollen auch die U19-Torhüter Constantin Haag und Enrico Pehle zeitweise bei der „Ersten“ mitwirken. Dem Ruf des Vereins als Talentschmiede folgen Rückkehrer Domenico Gagliardi und Luca Dietrich, die bei Oberligist SV Gonsenheim nicht über die Reservistenrolle hinaus kamen. Gagliardi, 20-jähriger Mittelfeld-Allrounder, und Dietrich, 21-jähriger Spezialist für die Mittelfeldzentrale, streben mehr Spielzeit an, um womöglich doch noch höherklassig durchzustarten. Ebenfalls zurück an alter Wirkungsstätte ist Innenverteidiger Luca Reinbold (18), der bei der TSG Bretzenheim A-Jugend-Regionalliga spielte. Und dann ist da ja noch Torben Dilg, 20-jähriger Goalgetter aus Schornsheim.

Vorbereitungsstart am 5. Juli

Damit sind, wie Hartmüller sagt, die aktiven Personalplanungen abgeschlossen – außer, es tut sich noch eine Gelegenheit auf. An diesem Wochenende, wenn der 35-Jährige seinen ersten „Ironman“ absolviert, beginnen für seine Spieler die Laufpläne, die auf den Vorbereitungsstart am 5. Juli hinführen sollen. Neben Grundlagenausdauer geht es darum, Bänder und Sehnen für die intensive Arbeit auf dem Feld in Schuss zu bringen. Viele Teams fangen früher an, „aber die Jungs brauchen die Pause vom Fußball für Körper und Kopf“, ist Hartmüller überzeugt.

Testspiel-Auftakt ist direkt am 8. Juli beim Saisoneröffnungsturnier der TSG Albisheim, wo die unterklassigen Gruppengegner TSG Kaiserslautern und SG Finkenbach (13. Juli) Hoffnung auf den Einzug in Halbfinale (19. Juli) und Endspiel beziehungsweise Spiel um Platz drei (22. Juli) machen. Zum Derby gegen RWO Alzey könnte es frühestens zum Turnier-Ausklang kommen. Danach geht es noch zu Landesligist SV Ruchheim (24. Juli) und, sofern kein Pokaltermin im Weg steht, daheim gegen Gimbsheim. Trainiert wird im Liga-Rhythmus dienstags, mittwochs und freitags sowie, falls kein Spiel ist, am Wochenende.

Kanu-Tour in Trainingslager geplant

Eine Besonderheit steht am letzten Juli-Wochenende an, wenn der TSV im Raum Heidelberg zum Trainingslager samt Übernachtung in der Jugendherberge und Kanu-Tour aufschlägt. „Da geht es weniger um Inhalte als um Teambuilding“, kündigt Hartmüller an. Zum Vorbereitungsstart noch nicht dabei sein werden Luca Gerhardt, der durch seine Kreuzbandverletzung erst 2023 zurückerwartet wird, Jannis Maurer (Bänderriss) sowie womöglich Lukas Lazar (Knieprobleme) und Jakob Friedrich, den die Bandscheibe schmerzt.

Auch lesen: Unser Porträt über den ehemaligen NLZ-Spieler Lukas Lazar.

Aufrufe: 023.6.2022, 06:00 Uhr
Torben SchröderAutor