2024-04-16T09:15:35.043Z

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Abschiedsstimmung: Die Löwen klinken sich aus dem Rennen um die Direktaufstiegsplätze aus. Trainer Michael Köllner
schien in Gedanken ganz weit weg zu sein, als ihn Yannick Deichmann beiläufig abklatschte.
Abschiedsstimmung: Die Löwen klinken sich aus dem Rennen um die Direktaufstiegsplätze aus. Trainer Michael Köllner schien in Gedanken ganz weit weg zu sein, als ihn Yannick Deichmann beiläufig abklatschte. – Foto: Bernd Feil/M.i.S.

TSV 1860: Köllner bangt nach erneuter Pleite um Job – Ersetzt ihn Thorsten Fink?

Dresden dreht Spiel bei 1860

Zum Schluss fegte ein eiskalter Schneesturm durchs Grünwalder Stadion. Passend zur Stimmung bei den Löwen, die frostigen Zeiten entgegenblicken.

München – Nach einer vermeidbaren 1:2 (1:0)-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden ist der Aufstieg in weite Ferne gerückt. Ganz im Gegensatz zur Trainerdebatte, die den Verein seit gestern, 20.55 Uhr, wieder beschäftigen dürfte.

Reichen Michael Köllner gute 20 Minuten, um bei 1860 München weitermachen zu dürfen? Wie schwer wiegt die nächste Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf (nach dem 1:3 in Mannheim)? Erste Antworten dürfte es auf dem kleinen Dienstweg gegeben haben, denn praktischerweise saßen gestern Vertreter beider Gesellschafterseiten im Stadion, u.a. Präsident Robert Reisinger (Südafrika-Urlaub beendet) und Yahya Ismaik, der Bruder des Investors, der gerade noch Zusammenhalt gepredigt hatte.

TSV 1860: Guter Start, schlechtes Ende

„Es sah 20 Minuten so aus, als ob wir alles im Griff haben“, resümierte Albion Vrenezi, der die Löwen früh mit einem Traumsolo in Führung gebracht hatte: „Nach dem 1:0 haben wir leider ein bisschen das Spielen aufgehört. Nach der Pause machen wir Dresden dann durch so ein Scheißtor stark – und am Ende machen die sogar noch das 1:2. Das ist einfach schade.“ Auch mit Blick auf die Tabelle: Elversberg ist enteilt, Wiesbaden ein stabiler Verfolger, Mannheim wie Dresden im Kommen. 1860 dagegen? Sieben Punkte Rückstand sind es auf Platz zwei, drei auf den Relegationsplatz. Das neue Jahr fängt an, wie das alte aufgehört hat.

An ihm lag’s am wenigsten: Albion Vrenezi, der 1860 mit
einem Alleingang früh in Führung gebracht hatte.
An ihm lag’s am wenigsten: Albion Vrenezi, der 1860 mit einem Alleingang früh in Führung gebracht hatte. – Foto: kolbert-press/Ulrich Gamel

Die Löwen haben ein neues Stilmittel im Repertoire: den Blitzstart. Drittes Spiel im neuen Jahr und die dritte frühe Führung. Nach Phillipp Steinhart in Mannheim (7. Minute) und Raphael Holzhauser gegen Zwickau (1.) war gestern Vrenezi an der Reihe. Das Montagabendspiel war noch keine fünf Minuten alt, als der Straßenkicker einen Ball im Mittelkreis eroberte, mit Vollgas drauflos sprintete und kurz vor dem Strafraum noch die Ruhe hatte, die Kugel mit dem linken Fuß rechts unten ins Tor zu jagen. Idealer kann ein Topspiel kaum beginnen – und leider, aus Sicht der Gastgeber, konnte es nicht viel schlechter weitergehen.

TSV 1860: War‘s das für Michael Köllner?

Nachdem die Löwen in den ersten 20 Minuten Dresden in die eigene Hälfte gepresst hatten, ließen sie noch vor der Pause nach – und wurden danach nicht zum ersten Mal Opfer der eigenen Naivität. Das 1:1 durch Sturmkante Kutschke resultierte aus einer Situation, in der 1860 nach einem Zusammenprall (Rieder/Verlaat) aufhörte zu spielen – nicht jedoch Arslan, der eine präzise Flanke in die Mitte schlug. „War ein schöner Abend“, sagte Kutschke nach dem Spiel, das eine Viertelstunde vor Schluss endgültig gekippt war. Hauptmann hebelte die Löwen-Deckung mit einem Traumpass aus, Borkowski schob die Kugel eiskalt ins Netz (76.). Marcel Bär, eingewechselt für Lakenmacher, hatte noch eine Großchance zum Ausgleich, der wäre am Ende allerdings schmeichelhaft gewesen.

Was nun, Löwen? Derweil die Bosse Krisenrat halten, wollen die Spieler noch enger zusammenrücken. „Wichtig ist, dass wir jetzt als Mannschaft zusammenstehen“, sagte Tim Rieder, der ahnte: „Wahrscheinlich wird jetzt wieder vieles auf uns einprasseln. Am Sonntag in Oldenburg müssen wir wieder unsere alten Stärken auf den Platz bringen und Siege erzwingen.“ Mit Köllner an der Seitenlinie? Zuletzt wurden im Umfeld der Löwen viele Trainernamen gehandelt. Als ganz heißer Kandidat gilt Thorsten Fink, der Ex-Trainer von Raphael Holzhauser. (ulk)

Aufrufe: 031.1.2023, 07:00 Uhr
Uli KellnerAutor