Idstein. Mit einer bitteren 1:5-Niederlage im Kreisoberliga-Spitzenspiel bei der SG Orlen mussten sich die Fußballer der TSG Wörsdorf nun in die Winterpause verabschieden. Während die Wörsdorfer mit einem Sieg beim Aufstiegskonkurrenten neben Tabellenplatz drei auch punktetechnisch mit der SGO (derzeit Zweiter) hätten gleichziehen können, nimmt der Gruppenliga-Absteiger nun die Rolle des Verfolgers ein. Und trotzdem: Die TSG spielt mit 35 Punkten aus 17 Spielen (zwei Spiele weniger als Orlen) eine starke Runde. Um nun mit bekanntlich vier Winterzugängen nach dem Re-Start neu angreifen zu wollen.
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„Ausschlaggebend war einfach, dass wir den Kampf nicht so angenommen haben“, blickt Wörsdorf-Coach Schahin Samadi auf die bittere Pleite in Orlen zurück. Zumal seine Mannen zunächst in Führung gingen, um sich erst in der Schlussphase schließlich den Schneid abkaufen ließen. „Ich denke aus Niederlagen kann man lernen und daraus wachsen“, weiß Samadi. Verlieren war die TSG zunächst gar nicht gewohnt – erst im November ließen die Idsteiner gegen den TSV Bleidenstadt (2:3) Federn. Zuvor war der die Samadi-Elf 15 Spiele ungeschlagen, schaffte es zudem dem TGSV Holzhausen die bislang einzige Heimniederlage zuzufügen. Vor der Winterpause folgten nun drei sieglose Partien. „Vielleicht war der Dämpfer mal ganz gut, damit wir wieder in der Realität ankommen“, reflektiert Samadi.
Auch deshalb die vier Winter-Verstärkungen, die alle eine „Siegermentalität“ mitbringen sollen. Eine Eigenschaft, die dem spielerischen Ansatz der TSG zukünftig gut zu Gesicht stehen soll, wie Samadi durchblicken lässt: „Mit Schön-Fußballern gewinnst du nichts.“ Mit Ioannis Sourlis (SV Wiesbaden) kommt ein zweikampfstarker Linksverteidiger. Zudem kommen mit dem laufstarken Alem Dupljak (Türkischer SV) und Pouria Asgharpour (Rot-Weiß Hadamar) zwei erfahrende zentrale Mittelfeldspieler hinzu. Darüber hinaus soll Benjamin Neffati (Biebrich 02) die TSG im Sturmzentrum verstärken. Der großgewachsene Stürmer kam bei den 02ern in der Verbandsliga nicht über die Reservistenrolle hinaus – zwei Ligen darunter sollte Neffati nun in Wörsdorf gesetzt sein.
„Er ist ein waschechter Neuner und zudem ein Top-Typ“, sagt Samadi, der durch sein gutes Netzwerk im Wiesbadener Raum mit den Neuzugängen den Kontakt erhalten habe. Sicherlich soll Neffati die Lücke füllen, die Abdoulaye Junior Toure durch seinen Wechsel zum Darmstadt-Gruppenligisten SV Dersim Rüsselsheim aufgerissen hat. „Er wollte nochmal eine Liga höher spielen“, sagt Samadi über den schnellen Angreifer, der erst im Sommer als Vertragsamateur nach Wörsdorf zurückgekehrt war. Bezüglich weiterer Abgänge sagt der Übungsleiter: „Es kann noch etwas passieren. Da befinden wir uns noch in Gesprächen.“
Klar ist, wer sich so verstärkt, der möchte nicht um die „goldene Ananas“ mitspielen. Für Samadi ändert sich in der Rückrunde die Zielsetzung jedoch keineswegs: „Wir konnten unsere Situation vor Saisonbeginn schon alle richtig einordnen. Wir wollen so lange wie möglich oben dabei sein. In der Rückrunde defensiv besser agieren und offensiv effizienter werden, dann wird man sehen, wohin es geht.“ In der Winter-Vorbereitungen sind laut dem Übungsleiter sechs Testspiele geplant. Unter anderem gegen höherklassige Teams wie Biebrich 02, SG Hoechst oder Spvgg. Eltville, bevor es dann am 23. Februar mit dem Heimspiel gegen den SV Presberg wieder in der Kreisoberliga losgeht.