
Wenn der VfL Vichttal am Sonntag die Sportfreunde Düren im Rahmen des 20. Spieltags der Mittelrheinliga empfängt, scheint die Ausgangslage auf dem Papier glasklar: Während die Hausherren als Tabellendritter im Aufstiegskampf mitmischen, finden sich die Gäste mit 14 eroberten Zählern auf einem Abstiegsrang wieder. Doch neben dem VfL präsentierte sich auch Düren zuletzt in Topform: Auf den 5:0-Sieg beim FC Pesch folgte der 4:3-Erfolg im Kellerkrimi gegen den FC Teutonia Weiden. Grund genug, um mit breiter Brust nach Vichttal zu fahren.
So sieht es auch Sportfreunde-Coach Marcel Demircan, der mit seiner Elf an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen will. Dabei würde ein ähnlicher Spielansatz wie bei der knappen 1:2-Pleite im Hinspiel durchaus gelegen kommen, wie der 37-jährige Übungsleiter hervorhebt: „Schon im Hinspiel waren wir als Aufsteiger nicht weit weg - und genauso wie Vichttal haben wir uns weiter gesteigert und viel dazugelernt“, erklärt der Erfolgstrainer, der die Sportfreunde im Sommer zur ersten Landesliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte.
Mit Blick auf die Qualitäten des Gegners tritt Demircan dann aber doch ein wenig auf die Euphorie-Bremse, schließlich mischt dieser nicht ohne Grund im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg mit: „Vichttal verfügt über einen individuell sehr stark besetzten Kader und einen Trainer, der es geschafft hat, daraus eine echte Einheit zu formen. Egal, was wir uns taktisch überlegen oder über den Gegner wissen - es bleibt eine sehr schwere Aufgabe“, analysiert der Aufstiegscoach, kommt aber dennoch - hinsichtlich der prekären Tabellensituation des Aufsteigers - zu einer klaren Zielvorgabe: „Ein Punkt hilft uns nicht wirklich weiter, deshalb werden wir auf Sieg spielen.“
Wie stark der Kontrahent wirklich ist, haben allen voran die jüngsten drei Auftritte unter Beweis gestellt: Sowohl Regionalliga-Absteiger 1. FC Düren (6:0) als auch dem FC Pesch (8:0) ließ der Titelanwärter nicht den Hauch einer Chance, hinzukommt der 3:2-Erfolg über Fortuna Köln II. Diese Ergebnisse sprechen für eine eingespielte und erfolgshungrige Truppe, was auch Co-Trainer Sanjin Talic unterstreicht: „Wir schaffen es aktuell, unsere Motivation, das Tempo und die Energie aus dem Training auch in die Spiele zu übertragen. Dazu kommt eine gesteigerte Effektivität“, erklärt der 45-Jährige die vielversprechenden Resultate der vergangenen Wochen.
Zwar spricht aufgrund dieser starken Verfassung und der bislang 39 eroberten Zähler vieles für einen Sieg des Gastgebers. Die anstehende Aufgabe gegen den vermeintlichen Underdog aus Düren nimmt die Elf von Cheftrainer Arandjel Avramovic allerdings keinesfalls auf die leichte Schulter: „Die Sportfreunde haben sich mittlerweile gut in der Liga akklimatisiert. Marcel Demircan hat es geschafft, die Mannschaft an das höhere Tempo und die körperlichen Anforderungen heranzuführen“, findet Co-Trainer Talic ausschließlich positive Worte über den bevorstehenden Konkurrenten. Demnach erwarte er einen „selbstbewussten Gegner“, der „eine Art All-in-Spiel“ anvisieren wird.
Angesichts dessen, dass der Aufsteiger aus Düren in bislang vier Rückrundenspielen bereits genauso viele Punkte eintüten konnte wie in der gesamten Hinserie, ist also durchaus von einer packenden Begegnung auszugeben. Eine solche gab es bereits beim Aufeinandertreffen im ersten Saisonabschnitt, als sich Vichttal noch knapp mit 2:1 behauptete. Ähnlich umkämpft dürfte es nun auch am Sonntag wieder zugehen. Schließlich geht es für den Gastgeber um den Anschluss an die Tabellenspitze und für Düren um bedeutende Zähler Kampf gegen den Abstieg. Den Gästen spielt dabei allen voran die Rotsperre gegen VfL-Spielmacher Dogukan Türkmen in die Karten, der in 14 Einsätzen auf starke zehn Torbeteiligungen kommt. Wie schwer dieser Verlust aus Sicht des Favoriten am Ende tatsächlich wiegt, wird zu sehen sein. Anstoß der Partie am Sportpark Dörenberg ist um 15.30 Uhr.