Der FC Oste/Oldendorf hat in Bliedersdorf erstmals in der Kreisliga Stade verloren. Das soll diese Saison beim Bezirksliga-Absteiger besser laufen. Und so lief der Spieltag.
Als in der Nachspielzeit ein Freistoß in hohem Bogen in den Strafraum des FC Oste/Oldendorf segelt, laufen einige Spieler der FSV Bliedersdorf/Nottensdorf schon wieder in die Defensive. Alle rechnen damit, dass O/O-Keeper Mathis Wilhelmi den Ball fängt - plötzlich flutscht der Ball aus seinen Händen, trudelt durch den Fünfmeterraum. Ein Oldendorfer will klären, schießt aber seinen eigenen Torwart an - und der Ball ist drin.
Das 4:3 in der 94. Minute ist der Schlusspunkt eines turbulenten Spiels, bei dem es hin und her geht, das vom Kampf geprägt ist - und in dem ein Stürmer seinen Wert unter Beweis stellt.
Aber der Reihe nach: Den Torreigen in Bliedersdorf leitet ein Torwart-Fehler ein. Wilhelmi vertändelt den Ball gegen Tim Ehlers, die Gastgeber führen erstmals in der Partie. Noch vor der Pause dreht der Tabellenführer die Partie, dank seiner Lebensversicherung Janosch Lüders. In Torjägermanier vollstreckt der großgewachsene Stürmer jeweils nach Flanke - einmal per Volley, einmal per Kopf. Ohne Lüders würden seinem Team Tore fehlen, denkt Oste/Oldendorf-Trainer Arne Hees. „Das hat man letztes Jahr in der Bezirksliga schon gemerkt, als er länger verletzt war.“
Das Thema Verletzungen wurde O/O bereits beim Bezirksliga-Abstieg zum Verhängnis. Über 40 Spieler aus Erster, Zweiter und Dritter Herren wurden in der vergangenen Saison eingesetzt. „Wir sind dieses Jahr etwas besser aufgestellt“, sagt Hees.
Zwar sei der Kader mit 19 Spielern eigentlich noch etwas zu klein, dennoch habe Hees aber weniger Angst vor einer Personalnot als letzte Saison. „Wir haben in unserer Zweiten sehr gute Jungs.“ Der breitere Kader bringt ein besseres Training, dadurch bessere Abläufe und bessere Leistungen, so Hees.
Kurz vor der Halbzeit gelingt O/O sogar das dritte Tor. Das wird wegen Abseits einkassiert. Dann gibt es Freistoß für die FSV. Dennis Hellwege schlenzt den Ball traumhaft über die Mauer ins Tor. Das 2:2 ist etwas schmeichelhaft, dann geht es in die Pause.
„Wir hatten heute auch Glück, speziell in der ersten Halbzeit war O/O besser“, sagt FSV-Trainer Rainer Rambow. Sein Team habe sich gut in das Spiel gekämpft. Das zeigt sich in Hälfte zwei. Marcel Böhn lässt einen Gegenspieler am Mittelkreis aussteigen und steckt den Ball durch die Lücke zum startenden Jan Ehlers, der zum 3:2 einschiebt.
„Phasenweise spielen wir guten Fußball, aber dann lassen wir immer wieder nach“, sagt Hees. So dominant wie die Ergebnisse den Anschein erweckten, habe O/O bisher gar nicht gespielt. „Es geht jetzt darum, Konstanz im Spiel und über mehrere Spiele hinaus zu entwickeln“, sagt Hees.
O/O tut sich nach dem Gegentreffer schwerer, kommt aber nach und nach wieder zu Chancen. Eine Viertelstunde vor dem Ende kommt Lüders im Strafraum an den Ball und vollstreckt - 3:3.
Nach dem Ausgleich wird das Spiel zerfahrener, ein Siegtreffer deutet sich bis in die Nachspielzeit auf keiner Seite an. „Es ist natürlich bitter, dass wir durch so ein Slapstick-Tor verlieren“, sagt O/O-Trainer Arne Hees.
Sein Team befinde sich noch im Übergang von der Bezirks- in die Kreisliga. Nach den Saisons im Abstiegskampf habe sein Team jetzt mehr Ballbesitz und Erfolgserlebnisse. „Das hat den Jungs gut getan, wir waren in den ersten Spielen sehr erfolgshungrig.“
Als nächstes stehen für O/O Spiele gegen Agathenburg/Dollern, bei A/O III, gegen Lühe und bei Stade II an. „Wir sind gerade in den Wochen, wo wir entscheiden können, in welche Richtung es diese Saison gehen soll.“ Trotz der Niederlage bleibt O/O Tabellenführer. Die FSV müssen am kommenden Sonntag beim formstarken Immenbeck II ran.
Der MTV Himmelpforten legte eine deutliche Leistungssteigerung zur Vorwoche hin. „Das Ergebnis akzeptieren wir“, sagt Trainer Ikaros Chatzilias, „da der Gegner ebenso stark auf dem Platz unterwegs war.“ Tore: 1:0 (52.) Jung, 1:1 (77.) Ritscher.
Mit einer dominanten Vorstellung verpasst Stade den Hedendorfern eine ordentliche Abreibung. „Das war von der ersten bis zur letzten Minute eine sehr überzeugende Mannschaftsleistung“, sagt VfL-Coach Christoph Stahn. Tore: 1:0 (6.) Hartmann, 2:0 (16.), 3:0 (21.) beide Bustani, 4:0 (30.) Schulze, 5:0 (44.) Bustani, 6:0 (52.), 7:0 (66.) beide Schulze.
Ein verunglückter Rückpass brachte Hagen in Führung, Immenbeck antwortete mit einem kurz ausgeführten Freistoß. Nachdem die Eintracht die Partie drehte, entwickelte sich ein Duell mit wechselnden Spielanteilen. „Wir haben sie dann zwei Mal herausragend ausgekontert“, lobt TSV-Coach Dirk Ahlfeld. „Ich möchte hervorheben, dass der Umgang mit den gegnerischen Trainern sehr fair war. Genauso die Leistung von Bastian Cohrs, der sich mehr und mehr Spielzeit verdient und eine Top-Leistung abgerufen hat.“ Tore: 0:1 (35.) Schulz, 1:1 (37.) Szlama, 2:1 (44.) Wurzel, 3:1 (90.) Cohrs, 4:1 (90.+2) von Husen.