
Deutsch und Englisch hat Laris Stjepanovic schon hinter sich, die schriftliche Prüfung in Mathematik steht für den 19-Jährigen an diesem Mittwoch an. Dann hofft der Abiturient, dass er die richtigen Lösungen findet. Auf dem Fußballfeld, seinem anderen derzeitigen großen Aufgabengebiet, stimmen die Zahlen bereits: 30 Saisontreffer stehen für Stjepanovic zu Buche, alleine drei davon hat der Stürmer der SpVgg Unterhaching II am vergangenen Samstag beim 5:3-Auswärtssieg über den TSV Grünwald markiert.
Ein Dreierpack also ausgerechnet gegen die Grün-Weißen, für die Stjepanovic bis zur Winterpause auf Torejagd gegangen war. 19 Mal netzte er ein, ehe er zur SpVgg wechselte. Trotz des freundschaftlichen Empfangs an alter Wirkungsstätte, kannte er auch hier keine Gnade. „Im Hinterkopf schmerzt es vielleicht ein bisschen, gegen den Ex-Verein dreimal zu treffen, aber als Stürmer willst du immer Tore schießen“, stellt Stjepanovic klar. Der beim FC Ingolstadt ausgebildete Youngster ist ehrgeizig: „Den Traum vom Profifußball habe ich.“
Ich gehe immer ins Training, da kriegt man auch den Kopf ein bisschen frei.
Laris Stjepanovic Der Hachinger Stürmer befindet sich gerade mitten in den Abiturprüfungen.
Bei der SpVgg will man dafür sorgen, dass er diesen verwirklichen kann: „Wir haben ihn geholt, damit er sich entwickelt“, sagt Thomas Schmeizl, Leiter des Hachinger Nachwuchsleistungszentrums (NLZ). Denn trotz der fast schon unheimlichen Trefferquote in seiner ersten Herrensaison stehe Stjepanovic erst am Anfang des Weges: „Er ist sehr jung, das merkt man auch. Wenn er vor dem Tor auftaucht, hat er einen extrem guten Abschluss, er weiß, wo das Tor steht. Ansonsten hat er noch viele Möglichkeiten zur Entwicklung, vor allem, wenn er nicht so im Spiel ist. Aber das weiß er auch.“
In Grünwald konnte sich Stjepanovic in der ersten Halbzeit, als bei den Hachingern sehr wenig zusammenlief, tatsächlich kaum zeigen. Obwohl er also eigentlich nicht im Spiel war, setzte er aber doch zwei entscheidende Aktionen: Er nutzte einen kapitalen Torwartfehler zum 1:1 und bereitete, als ihm einen Moment lang ein bisschen zu viel Raum gelassen wurde, das 2:2 durch Gibson Adu vor. Nach der Pause demonstrierte er dann seine Stärken beim 3:2 und 5:3 für die SpVgg: Durchsetzungsvermögen, Schnelligkeit, Kaltschnäuzigkeit. Sein Außenristhammer an den Pfosten kurz vor Schluss war dann noch eine besondere Probe seines Talents – und vielleicht auch das Ergebnis fleißigen Übens, denn trotz Abi-Lernstress gilt für Stjepanovic: „Ich gehe immer ins Training, da kriegt man auch den Kopf ein bisschen frei.“ (um)