
Für die Sportfreunde Düren gibt es – nach zwei bedeutenden Siegen im Tabellenkeller zuletzt – bei Aufstiegskandidat VfL Vichttal nichts zu holen. Die Elf von Chefcoach Marcel Demircan unterliegt dem Tabellendritten klar mit 1:6, der wiederum den bereits vierten Ligasieg in Folge eintütet. Während sich VfL-Co-Trainer Sanjin Talic im Anschluss allen voran über die "gesteigerte Effektivität" seiner Mannschaft freut, lobt sein Gegenüber Demircan neben der "beeindruckenden" Qualität des Gegners auch den überwiegend gelungenen Auftritt seiner Elf.
In einem zu Beginn umkämpften und überwiegend ausgeglichenen Duell zweier Mannschaften - die aufgrund der jüngsten Erfolge selbstbewusst in die Partie gingen - legten die favorisierten Hausherren früh den Grundstein für den späteren Kantersieg: Nachdem Niklas Valerius bereits in der elften Spielminute eine Hereingabe von Yassine Ali Gnondi zur frühen Führung des VfL verwertete, markierte Sturmpartner Bismark Quayson nach einer halben Stunde Spielzeit das 2:0. Weil jedoch Raiju Obuchi vier Minuten vor der Pause für den Underdog aus Düren auf 1:2 verkürzte, ging es folglich mit einem engen Spielstand in die Halbzeit.
Sowohl aus Sicht von Sportfreunde-Coach Demircan als auch Vichttal-Co-Trainer Talic war der Anschlusstreffer durchaus folgerichtig: "Das Spiel war 60 Minuten auf Augenhöhe. Wir haben nach der Halbzeit richtig Druck gemacht und kassieren dann das 1:3", blickt Demircan auf den ersten Spielabschnitt seiner Mannen zurück, während auch Talic von einer überwiegend "zähen und intensiven" Partie spricht. Dass die Begegnung nach einer guten Spielzeit dann vollends zugunsten der Hausherren kippte, war dem vorherigen Spielverlauf zufolge somit nicht zwingend zu erwarten.
Nach besagten 60 Minuten war es zunächst VfL-Verteidiger Canel Cetin, der auf Vorarbeit von Sinan Ak zum 3:1 des Gastgebers verwandelte. Damit war der Bann zugleich gebrochen: Nur acht Minuten später war es dann der Vorlagengeber selbst, der nach sehenswertem Sololauf auf 4:1 erhöhte. Aus Sicht seines Co-Trainers das schönste Tor des Tages: "Ak erspielt in einer für uns schwierigen Phase das 4:1, indem er vier Gegenspieler ausspielt und vor dem Torwart dann die Ruhe behält. Definitiv ein besonderes Tor", schlussfolgert Talic.
Sportfreunde-Coach Demircan zufolge hätte der Auftakt in den zweiten Durchgang auch durchaus anders verlaufen können: "Wir haben nach der Halbzeit richtig gut Druck gemacht und in dieser Phase das 1:3 kassiert. Eigentlich kann beziehungsweise muss in dieser Phase das 2:2 fallen", erklärt der 37-Jährige die Anfangsminuten in Abschnitt zwei aus seiner Sicht und ergänzt: "Davon konnten wir uns dann nicht mehr erholen."
Wie bereits in den beiden jüngsten Duellen gegen den 1. FC Düren und den FC Pesch machte der VfL auch gegen den abstiegsbedrohten Kontrahenten aus Düren das halbe Dutzend voll: Ein Doppelschlag von Top-Knipser Henrik Artz - dem die persönlichen Saisontreffer acht und neun gelangen - besiegelte den am Ende eindeutigen 6:1-Endstand. Und das, obwohl der Endstand in dieser Deutlichkeit keinesfalls hätte ausfallen müssen: "Vichttal hatte sechs Umschaltmomente und alle sechs führten zum Tor. Das ist eine beeindruckende Qualität, die wir heute nicht hatten", vermerkt Demircan, während auch Talic betont: "Das Ergebnis täuscht über das lange Zeit zähe und intensive Spiel hinweg. Erst ab dem vierten Tor in der 70. Minute wurde die Gegenwehr der Sportfreunde gebrochen."
Der Heimerfolg über den Abstiegskandidaten bedeutet den bereits vierten Sieg für die Hausherren, der seine Aufstiegsambitionen somit eindeutig untermauert. Der Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt zwar nach wie vor fünf Zähler, eine Aufholjagd ist aufgrund der aktuell starken Form des VfL aber nicht auszuschließen. Bereits 23 Tore erzielte die Elf von Chefcoach Arandjel Avramovic in den bisherigen fünf Rückrundenspielen, so viele wie kein anderes Team. Derweil kämpfen die Sportfreunde mit einzig 14 Zählern auf der Habenseite um den Klassenerhalt. Durch die sechs Gegentreffer in Vichttal stellt Düren mit nun 63 Gegentreffern die zweitschwächste Defensive der Liga, steht zudem bereits sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer. Dennoch bleibt der Übungsleiter positiv: "Auf dem Papier sieht es deutlicher aus als es auf dem Platz war. Nichts was uns aus der Bahn wirft. Wir können die Niederlage in der Höhe gut einordnen."