
Um den überraschenden Rücktritt von Trainer Slaven Jokic beim TSV Kastl ranken sich Gerüchte. Jetzt hat sich der 36-Jährige dazu geäußert.
Traunstein – Mit seinem Rücktritt als Trainer des TSV Kastl sorgte Slaven Jokic Ende Juli für große Überraschung. Bereits zwei Spiele nach Saisonstart legte er sein Amt nieder, nur um rund zwei Wochen später bei Landesliga-Konkurrent SB Chiemgau Traunstein anzuheuern. Die bis dato anhaltende Niederlagenserie der Traunsteiner stoppte er sofort, ist seit Amtsantritt in vier Spielen ungeschlagen. Sportliche Gründe für seinen Rücktritt habe es nach zweijähriger Erfolgsgeschichte in Kastl keine gegeben. Auch deswegen ranken sich seitdem Gerüchte um das plötzliche Trainer-Aus.
Diese befeuerte Kastls Abteilungsleiter Jochen Brehm, der den Rücktritt als eine „Entscheidung aus dem Nichts“ zu einem „mehr als ungünstigen Zeitpunkt“ bezeichnete und von kursierenden Gerüchten sprach, zu denen er sich aber aus Respekt vor Jokic nicht äußern wollte. Dem Ganzen möchte Jokic einen Riegel vorschieben: „Ich weiß nicht, welche Gerüchte es da geben sollte. Die sportliche Leitung wusste schon von gewissen Gedankengängen von mir.“
Über seinen Entschluss sagt Jokic: „Ich war in Kastl sehr zufrieden, bin jeden Tag gerne ins Training gefahren und zum Spiel sowieso. Ich hatte dort gute Kollegen und tolle Spieler. Aber irgendwann hatte ich einfach das Gefühl, dass das Kapitel für mich beendet ist. Es war eine Entscheidung, die in mir gereift ist. Über den richtigen Zeitpunkt kann man sicherlich diskutieren, ob der nun vor oder nach der Vorbereitung ist. Aber die Mannschaft war gut vorbereitet, topfit, eine homogene Truppe, eine Mannschaft mit Hierarchie, mit Ordnung. Ich konnte guten Gewissens sagen, dass man das vernünftig weiterführen kann.“
Dass Jokic kurze Zeit später bei Traunstein anheuern würde, wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht: „Ich hatte damals keine Ahnung und keinen Plan, wie es sportlich weitergeht. Aber Trainer zu sein, ist meine Leidenschaft. Und als ich die Möglichkeit bekommen habe, einen so großen und tollen Verein zu übernehmen, war ich natürlich froh und wollte diese neue Herausforderung.“
Im Chiemgau sieht sich Jokic schon nach kurzer Zeit langfristig: „Gerne würde ich hier mehrere Jahre arbeiten und etwas aufbauen.“ Bislang schreibt er eine kleine Erfolgsgeschichte. Mit 3:0 gewann er seine Premiere beim Kirchheimer SC und blieb auch die folgenden drei Spiele gegen Murnau (2:2), Unterföhring (0:0) und Schwabing (1:1) unbesiegt.