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Nach „Schockstarre“ wegen Jokic-Rücktritt: Mayer übernimmt beim TSV Kastl

Landesliga Südost

von Nils Göhring · 21.08.2024, 14:31 Uhr · 0 Leser
Trat nach zwei Spieltagen zurück: Slaven Jokic
Trat nach zwei Spieltagen zurück: Slaven Jokic – Foto: Buchholz

Völlig überraschend trat Kastl-Trainer Slaven Jokic nach zwei Spielen von seinem Posten zurück. Die Hintergründe des Rücktritts sind nach wie vor unbekannt.

Kastl – Der TSV Kastl hat in der noch jungen Spielzeit in der Landesliga Südost schon für reichlich Aufsehen gesorgt. Nach dem spektakulären 4:4-Unentschieden im Heimspiel gegen den TSV Murnau Ende Juli trat Übungsleiter Slaven Jokic bereits nach dem zweiten Spieltag von seinem Amt zurück. Auch wenn Kastl zu diesem Zeitpunkt noch sieglos in der Liga war, kam die Trennung äußerst überraschend.

Umstände des Rücktritts weiterhin ungeklärt

Laut Abteilungsleiter Jochen Brehm teilte Jokic seine Entscheidung der Mannschaft nach dem Spiel noch in der Kabine mit: „Die Mannschaft war in dem Moment natürlich in einer gewissen Schockstarre und hat nicht gewusst, was Sache ist.“ Auch der Rest des Vereins wurde von der Entscheidung des Trainers offenbar auf dem falschen Fuß erwischt: „Die Entscheidung kam aus dem Nichts und war für uns alle sehr überraschend. Nach sechs intensiven Vorbereitungswochen und der etwas unglücklichen Auftakt-Niederlage in Traunstein, sowie dem Remis gegen Murnau, war der Zeitpunkt mehr als ungünstig.“

Darüber hinaus ist nach wie vor nicht bekannt, was Slaven Jokic zu diesem drastischen Schritt bewegt hat. Laut Abteilungsleiter Brehm kursieren zwar einige Gerüchte über die Gründe des Rücktritts, über welche er sich aus Respekt vor Jokic allerdings nicht äußern wolle. Somit endet die fast zweieinhalbjährige Erfolgsgeschichte des Trainers beim TSV Kastl ziemlich abrupt.

Jokic führte Kastl zurück in die Landesliga

Seinen Amtsantritt in Kastl hatte Jokic im April 2022. Damals stand der Abstieg des Vereins aus der Landesliga Südost schon so gut wie fest. Was folgte, war eine starke Saison 2022/23 in der Bezirksliga Ost, in welcher sich die Mannschaft souverän zum Meister krönte. Auch die Rückkehr in die Landesliga meisterte Jokic überzeugend: In der Abschlusstabelle der vergangenen Saison landete der TSV Kastl auf dem zwölften Platz und feierte mit einem komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze vorzeitig den Klassenerhalt. In der neuen Spielzeit wollte sich der Verein weiter in der Landesliga etablieren. Dieses Ziel muss der TSV nun ohne seinen Jokic verfolgen.

Seine Spuren hat der 36-Jährige in Kastl dennoch hinterlassen. Nach dem Abstieg hat er den Umbruch im Verein vorangetrieben und zahlreiche junge Spieler in der Mannschaft installiert. Auch Abteilungsleiter Brehm ist voll des Lobes über seinen Ex-Trainer: „Der Wiederaufstieg war für den ganzen Verein ein toller Erfolg. Und dieser trägt auch die Handschrift von Slaven, das muss man schon mal so sagen.“

Nachfolger Mayer „hat sich gut präsentiert“

Seine Nachfolge tritt nun Harald Mayer an. Der 41-Jährige war in der Landesliga schon für den SV Bruckmühl und den TSV 1880 Wasserburg tätig. Auch die Verantwortlichen des TSV Kastl konnte er von sich überzeugen: „Er hat sich in den Gesprächen sehr gut präsentiert. Einerseits von der menschlichen Seite, andererseits auch auf der fachlichen Ebene. Er hat einen klaren Plan, was er mit der Mannschaft vorhat.“ Ein großer Pluspunkt gegenüber anderen Kandidaten war zudem, dass Mayer unmittelbar verfügbar war.

Nachdem interimsweise Martin Göppinger die Mannschaft für drei Spiele als spielender Trainer übernommen hatte, feierte Mayer beim Heimspiel gegen Garmisch-Partenkirchen sein Debüt an der Seitenlinie. Seine Premiere verlief dabei ernüchternd. Gegen den Tabellennachbarn aus Garmisch setzte es eine 1:3-Heimpleite.

„Er ist ganz schwer zu ersetzen, weil er unser Unterschiedsspieler ist“

Abteilungsleiter Jochen Brehm zum Ausfall von Sebastian Spinner.

An seinem Saisonziel „Klassenerhalt“ will der Verein aber weiterhin festhalten. Dabei muss Kastl weiter auf den verletzten Angreifer Sebastian Spinner verzichten. „Er ist ganz schwer zu ersetzen, weil er unser Unterschiedsspieler ist“, sagt Abteilungsleiter Brehm. Zusätzlich fällt noch Mittelfeldspieler Samuel Zwislsperger mit einem Muskelfaserriss aus.

Am Samstag empfängt der TSV den VfB Forstinning zum siebten Spieltag in der Landesliga Südost. Beide Mannschaften haben fünf Punkte auf dem Konto und finden sich im unteren Drittel der Tabelle wieder. Für den TSV Kastl die ideale Gelegenheit, sich aus dem Tabellenkeller zu verabschieden und den Abgang von Slaven Jokic ein Stück mehr zu vergessen. (ng)