2026-04-09T03:39:01.720Z

Allgemeines

Top-Spiel am Dörenberg: Vichttals Torfabrik fordert Mertens Bollwerk

Der Tabellenzweite will seinen „Angstgegner“ bezwingen

von Andreas Santner · Heute, 07:26 Uhr · 0 Leser
Hat fünf Spiele in Folge getroffen: Vichttals Niklas Valerius.
Hat fünf Spiele in Folge getroffen: Vichttals Niklas Valerius. – Foto: Michael Schneiders

Wenn der Tabellenzweite VfL Vichttal den SSV Merten empfängt, trifft die torgefährlichste Rückrundenmannschaft auf eine der stabilsten Defensivreihen der Liga. Allein in den vergangenen vier Spielen erzielte die Avramovic-Elf 22 Tore. Für Vichttal geht es darum, den Anschluss an Spitzenreiter Bergisch Gladbach zu halten, während Merten seinen Platz in den Top-5 zementieren will.

Vichttal thront mit 15 Punkten aus sechs Spielen an der Spitze der Rückrundentabelle und hat bereits 55 Saisontore erzielt. Doch mit dem SSV Merten kommt eine Mannschaft nach an den Dörenberg, die sich in der Vergangenheit als echter Stolperstein erwiesen hat. Seit ihrem Aufstieg haben die Mertener alle drei Duelle gegen den VfL gewonnen. Für Vichttals Co-Trainer Sanjin Talic war die Osterpause daher die Ruhe vor dem Sturm.

Talic: "Müssen das Gaspedal durchdrücken"

„Die Osterpause war für die angeschlagenen Spieler der perfekte Zeitpunkt, um kleine Wehwehchen auszukurieren und diese Woche wieder voll belastbar ins Training einzusteigen“, blickt Talic optimistisch auf die Trainingswoche zurück und spart nicht mit Lob für den kommenden Gegner: "Die Mertener Truppe präsentiert sich mit einer bemerkenswerten Bandbreite an Fähigkeiten: technische Finesse, körperliche Präsenz, taktische Variabilität und gefährliche Standards. Man erkennt dort die innovative Trainer-Handschrift. Am Sonntag ist in einem hitzigen Duell vor allem emotionale Reife gefragt – zudem müssen wir über die gesamte Spielzeit hinweg das Gaspedal durchdrücken.“

Auf der anderen Seite gibt sich Mertens Trainer Bünyamin Kilic gewohnt angriffslustig, obwohl ihn personelle Sorgen zu Experimenten zwingen. Aufgrund von Krankheiten und Abwesenheiten musste Merten bereits beim 5:2-Sieg gegen Pesch rotieren, was den Spielfluss merklich störte. Dennoch ist die Zielsetzung für das Top-Spiel unmissverständlich.

Kilic: "Mentalität, Leidenschaft und Zweikampfstärke sind gefragt"

„Seit unserem Aufstieg haben wir alle drei Spiele gegen Vichttal gewonnen – diese Serie würden wir natürlich gerne fortführen. Ich bin überzeugt: Egal mit welcher Elf wir auflaufen, die Art und Weise, wie wir spielen wollen, wird passen. In Vichttal sind Mentalität, Leidenschaft und Zweikampfstärke gefragt. Ein Unentschieden reicht uns nicht – dafür haben wir gegen Fortuna Köln II und Bornheim zu viele Punkte verschenkt. Wir haben die Qualität und das Selbstbewusstsein, dort auf Sieg zu spielen“, stellt Kilic klar.

Interessant ist dabei auch die psychologische Komponente: Während Vichttal die Regionalliga-Lizenz beantragt hat, kann Merten befreiter aufspielen. Kilic sieht den Druck klar beim Gegner: „Der Druck liegt ohnehin bei Vichttal: Sie haben eine sehr gute Position und wollen an Gladbach dranbleiben, gerade auch mit Blick auf ihre Regionalliga-Bewerbung. In solchen Duellen zeigt sich, wer mental stark ist und bei wem die Nerven flattern. Wir wollen uns nichts nachsagen lassen und werden gerade in diesem Top-Duell alles investieren, um das Spiel zu gewinnen.“

Personell muss Vichttal weiterhin auf Dogukan Türken (Sperre) und den verletzten Nuredin Ali Khan verzichten, während hinter Benyamin Malekzadeh ein Fragezeichen steht. Merten hält sich bei den Einzelheiten bedeckt, um den Überraschungseffekt trotz der Ausfälle zu wahren. Es bleibt abzuwarten, ob Vichttals „brutale Offensive“ die Mertener Serie bricht oder ob die Gäste erneut zum Party-Crasher werden.