2026-01-14T07:55:46.445Z

Analyse
Läuft ab der Rückrunde wieder beim FC Eichsfeld auf: Linus Czosynka.
Läuft ab der Rückrunde wieder beim FC Eichsfeld auf: Linus Czosynka. – Foto: © Andreas Roith

Titelkampf ohne Kampfansage?

Der 1. FC Eichsfeld geht mit einer hervorragenden Ausgangsposition in die Rückrunde der Verbandsliga Thüringen.

Die Mannschaft von Trainer Dennis Erkner überwinterte als Vizemeister und liegt nur fünf Punkte hinter Tabellenführer SCHOTT Jena. Brisant: Die Eichsfelder haben noch ein Nachholspiel in der Hinterhand, mit dem der Rückstand auf zwei Zähler schrumpfen könnte.

Trotz dieser vielversprechenden Konstellation tritt FC-Coach Dennis Erkner bewusst auf die Euphoriebremse. An große Worte oder offene Kampfansagen denkt der Coach derzeit nicht. „Wir wollen uns stetig verbessern und dann schauen, was am Ende dabei rauskommt. In Punkten bedeutet das, dass wir mehr Punkte holen werden als in der Hinrunde“, formuliert Erkner das offizielle Saisonziel. Wer allerdings mathematisch genau hinschaut, erkennt schnell, dass zwischen den Zeilen durchaus ein leiser Meistergedanke mitschwingt. Mehr Punkte als in einer Hinrunde, die bereits mit Platz zwei abgeschlossen wurde, könnten am Ende durchaus den ersten Thüringenliga-Titel in der Vereinsgeschichte der Spielgemeinschaft aus Struth, Diedorf und Faulungen bedeuten.

Personelle Kontinuität und Vertrauen in den eigenen Nachwuchs

Personell müssen die Eichsfelder allerdings einen Abgang verkraften. Max Dietrich hat den Verein in der Winterpause verlassen und sich dem Ligarivalen FSV Preußen Bad Langensalza angeschlossen (FuPa Thüringen berichtete). Erkner blickt dennoch verständnisvoll auf den Wechsel: „Max ist ein guter Junge und ein toller Fußballer. Langfristig hätte ich ihm durchaus zugetraut, sich bei uns noch durchzusetzen. Er hat sich aber dazu entschieden zu wechseln, da er sich mehr Spielpraxis erhofft. Das ist auch völlig in Ordnung und ich wünsche ihm persönlich nur das Beste.“ Abgesehen davon blieb es im Kader ruhig. Externe Neuzugänge gibt es nicht – stattdessen setzt Erkner weiterhin auf den eigenen Nachwuchs. „Externe Zugänge haben wir keine, es werden aber ein paar spannende Jungs aus der U19 bald 18 Jahre alt und damit für den Herrenbereich spielberechtigt“, erklärt der Trainer.

Das vorhandene Potenzial zeigte sich bereits in der Hinrunde, in der der FC Eichsfeld trotz teilweise schwerwiegender Ausfälle überzeugte. Mit Christoph Göbel und Linus Czosynka fehlten in der Hinserie zwei absolute Leistungsträger der vergangenen Jahre. „Wir freuen uns auf die Rückkehr von Christoph und Linus. Gefühlt sind die beiden auch fast zwei Neuzugänge – und zwar aus dem ganz oberen Regal“, so Erkner.

Optimale Bedingungen und Testspielgegner aus der Nachbarschaft

Die Vorbereitung auf die Rückrunde absolvieren die Eichsfelder komplett in der Heimat. In den vergangenen Jahren wurden die infrastrukturellen Bedingungen stetig verbessert – ein Faktor, den der Trainer nicht unterschätzt. „Besonders ist, dass wir nun unseren eigenen Kunstrasen haben und zu Hause trainieren können. Das sehe ich als großen Vorteil, da wir so auch wie gewohnt nach dem Training noch etwas zusammensitzen können. In den letzten Wintern litt sonst immer ein wenig das Zusammengehörigkeitsgefühl“, betont Erkner.

Vier Testspiele sind aktuell in der Vorbereitung geplant. Dreimal misst sich der FC Eichsfeld dabei mit Teams aus den benachbarten Bundesländern (>> zu den Testspielen), einzig der FC Union Mühlhausen stellt einen thüringischen Testspielgegner dar.

Die Voraussetzungen für eine spannende Rückrunde sind also gegeben – auch wenn im Eichsfeld weiterhin lieber leise gearbeitet als laut vom Titel gesprochen wird.

Aufrufe: 014.1.2026, 11:32 Uhr
André HofmannAutor