
Es war eine souveräne Hinrunde, die der FC Thalwil hingelegt hat. Mit fünf Punkten Vorsprung holte sich die Mannschaft vom Cheftrainer Gianni Lavigna den "Wintermeistertitel" in der Gruppe 3 und hat sich damit eine ideale Ausgangslage für die Rückrunde geschaffen.
Vielfach trat der FCT dominant und spielbestimmend auf, hatte viel Ballbesitz und konnte sich Torchancen erspielen. Gleichwohl gelang es den Thalwilern auch, knappe Spiele für sich zu entscheiden. So beispielsweise das wichtige 2:1 gegen Aufsteiger Zürich City oder das 1:0 gegen den nun ersten Verfolger Liestal.
Die Bilanz lässt sich sehen: Neun Siege feierten die Linksufrigen, dazu kamen drei Unentschieden, nur eine Partie ging verloren, jene gegen Kirchberg (2:4). Dazu hat Thalwil in der Interregio-Gruppe 3 am meisten Tore geschossen und die wenigsten erhalten.
Davide Molinaro, der im vergangenen Sommer als Sportchef zum FCT hinzustiess, spricht von einer «sehr erfreulichen» Hinrunde. «Wir haben ein gutes Team aus jungen Spielern und erfahrenen Spielern. So ist es uns trotz einiger Verletzen sehr gut gelaufen.» Man habe wohl aber auch dann und wann das Momentum auf seiner Seite gehabt, ergänzt Molinaro.
Mit dieser formidablen Hinrunde ist der Weg zum Aufstieg in die 1. Liga so weit geebnet, auch wenn noch 13 Spiele zu absolvieren sind. Es wäre die Rückkehr in die 1. Liga Classic nach dem Abstieg zum Ende der Saison 2021/2022. «Mit dieser Ausgangslage ist klar, dass wir aufsteigen wollen, es ist aber nicht so, dass wir um jeden Preis aufsteigen müssen», sagt Davide Molinaro.
Der Sportchef bleibt trotz der erfolgreichen Hinrunde zurückhaltend. «Die Rückrunde ist eigentlich wie eine neue Saison. Über die Winterpause verändern sich viele Teams recht stark, sodass man das teils nicht mehr mit dem Herbst vergleichen kann.»
Klar ist: Das Auftaktspiel gegen den ambitionierten Aufsteiger Zürich City wird wegweisend sein für den Verlauf der Rückrunde. «Wir werden weiterhin gut arbeiten und dann kommt der Rest von alleine.»
Auffällig beim FCT ist im Übrigen, dass es im Staff gleich mehrere potenzielle Cheftrainer gibt: Gianni Lavigna, die beiden Assistenten Martin Dosch – er war lange Cheftrainer bei Wettswil-Bonstetten – und Antonio Crici sowie auch Sportchef Davide Molinaro selber, der in der Interregio schon Assistenztrainer bei Red Star war.
«Wir haben da sehr viel Wissen im Staff. Das versuchen wir natürlich auszunutzen», sagt Molinaro. Es sei ein gut eingespieltes Team, doch am Ende entscheide Lavigna beispielsweise über die Aufstellung. Molinaro als Sportchef kümmert sich dabei um Belange wie die Kaderplanung und auch die Talentsichtung.
Die Wintertransfers der Interregio-Gruppe 3 auf einen Blick
In der Winterpause gab es bei Thalwil nur wenige Veränderungen im Kader. Hakan Erdogu wechselte zu Gruppengegner Bülach, Dario Dantoni zieht es zu Dübendorf und Baki Sari geht zum FC Glattbrug. Zudem legt Leandro da Silva eine Pause ein. Neu zum FCT stossen Kader Abubakar und Ardi Morina (beide von Baden) sowie Dennis Aberia (Dietikon), also Spieler mit 1.-Liga-Erfahrung. Verstärken werden Thalwil ausserdem Erlind Gjukai vom FC Bülach und Leandro Noel Rüesch aus der U18 des FC Zürich.
Sportchef Molinaro spricht von guten Ergänzungen. Ausserdem wolle man beim FCT weiterhin versuchen, wenn möglich, mit Spielern aus der Region zu arbeiten und auch immer wieder talentierte, junge Spieler nachzunehmen. «Wir haben eine gute, hungrige Mannschaft, die noch viel erreichen kann», sagt er. Diese Mannschaft steigt nun als klarer Favorit für den Aufstieg und somit für die Rückkehr in die 1. Liga in die Rückrunde.
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