
Der SSV Merten hat in einem kurzfristig angesetzten Testspiel gegen den Regionalligisten Bonner SC eine über weite Strecken überzeugende Leistung gezeigt, sich am Ende aber mit 1:3 geschlagen geben müssen. Gespielt wurde im ungewöhnlichen Modus über viermal 30 Minuten, nachdem beim Bonner SC sowohl das Nachholspiel gegen den VfL Bochum II als auch die Partie gegen Rot-Weiß Oberhausen wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Sportpark Nord ausgefallen waren.
Merten, Tabellenfünfter der Mittelrheinliga, hielt über lange Zeit gut dagegen und verlangte dem klassenhöheren Gegner alles ab. Bereits nach acht Minuten geriet die Mannschaft von Trainer Bünyamin Kilic durch einen Freistoßtreffer von Markus Wipperfürth in Rückstand, ließ sich davon aber nicht beeindrucken. In den folgenden Abschnitten entwickelte sich eine intensive, ausgeglichene Partie mit guten Phasen für den Oberligisten.
Dass im Vorfeld viermal 30 Minuten vereinbart worden waren, sei bewusst so entschieden worden, erklärte Kilic später. „Das haben wir im Vorfeld so zugesagt, weil das in der Vorbereitung absolut in Ordnung ist. Für die Jungs bedeutet das natürlich zusätzliche Laufarbeit“, sagte der Mertener Coach. Personell musste er dabei auf Jerome Propheter, Gaspard Fehlinger und Sahin Biniazz verzichten, zudem gingen einige angeschlagene Spieler an ihre Grenzen.
Inhaltlich zeigte sich Kilic vor allem mit den ersten drei Abschnitten zufrieden. „Wir haben in den ersten beiden Vierteln und auch im dritten Abschnitt – also zwischen der 60. und 90. Minute – ein sehr gutes Spiel gemacht“, betonte er. Bis weit in die Partie hinein habe es gut und gerne 1:1 stehen können. Merten hatte den Ausgleich auf dem Fuß, unter anderem, als der gegnerische Torwart bereits geschlagen war, der Ball aber nicht im leeren Tor landete.
Auch läuferisch attestierte Kilic seiner Mannschaft eine starke Leistung. Über 75 Minuten habe sein Team „ein brutal gutes Spiel abgeliefert“. Erst danach sei der Kräfteverschleiß sichtbar geworden. „Am Ende des Tages hat uns dann einfach die Manpower gefehlt, um die Minuten besser zu verteilen“, erklärte der Trainer.
Ein Schlüsselmoment folgte kurz nach der 70. Minute. Zunächst verpasste Merten die große Chance zum Ausgleich, als Bilal El Mourabiti vom linken Sechzehnereck nach innen zog und nur das Lattenkreuz traf. „Leider springt der Ball nicht rein“, so Kilic. Im direkten Gegenzug fiel nach einem Ausrutscher des Torwarts das 0:2 – ein Treffer, den der Trainer als „Slapstick-Tor“ bezeichnete. „Das war ein Knackpunkt“, sagte er rückblickend.
In der Schlussphase wollte Merten noch einmal alles investieren, doch mit zunehmender Spieldauer machte sich der körperliche Rückstand bemerkbar. Der Bonner SC erhöhte durch weitere Treffer auf 3:0, ehe Merten in der 102. Minute noch zum 1:3 kam. Beide Tore in dieser Phase seien gut herausgespielt gewesen, fielen aber in eine Phase mit vielen Wechseln auf beiden Seiten.
Trotz des Ergebnisses zog man beim SSV ein positives Fazit. Kilic hob besonders das Comeback von Samir Malaab nach langer Knieverletzung hervor und verwies darauf, dass der Bonner SC im letzten Viertel noch zahlreiche Chancen hatte – darunter ein Lattentreffer und ein Elfmeter. Auch Merten selbst kam noch zu Möglichkeiten. Dass der BSC über einen durchweg hochklassig besetzten Kader verfüge, habe sich gerade in den letzten 30 Minuten gezeigt.
In der Gesamtbetrachtung differenzierte Kilic klar: „Wenn man die regulären 90 Minuten betrachtet, hätte ich mir eher ein 1:1 gewünscht. Über 90 Minuten halte ich ein 3:0 für deutlich zu hoch“, erklärte er. Nach 120 Minuten gehe das 3:1 jedoch in Ordnung, da im letzten Viertel die Frische gefehlt habe. Über 70 bis 75 Minuten sei es ein ausgeglichenes Spiel gewesen, das nach dem Pfostentreffer durchaus hätte kippen können.
Unterm Strich bleibt für den SSV Merten ein ermutigender Test gegen einen starken Regionalligisten. „Über 90 Minuten haben wir nicht nur einen starken Fight geliefert, sondern auch spielerisch gute Lösungen gefunden“, resümierte Kilic. Nun folgt ein freier Tag, ehe die Mannschaft in die nächste Trainingswoche startet.