
Edenkoben. Die Spielklassen-Reform des Männerbereichs im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) wird zur Spielzeit 2027/28 Wirklichkeit. Das Präsidium verabschiedete das Modell, das den Meisterschaftsbetrieb von der Landesliga bis in die B-Klasse auf völlig neue Füße stellt. In einem Pressegespräch an der SWFV-Sportschule in Edenkoben äußerte sich SWFV-Präsident Thomas Bergmann begeistert vom basisdemokratischen Prozess und dem Ergebnis, das nun nach zweijähriger Entwicklungsphase auf dem Tisch liegt (wir berichteten mehrfach).
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Die zurückgehende Zahl von aktiven Mannschaften im Spielbetrieb sowie die Magnetwirkung von Ballungsräumen gegenüber den ländlicheren Regionen im Verbandsgebiet verlangten nach einer Anpassung der Spielklassenstruktur.
Folgende, bekannte, Eckpunkte wurden festgelegt:
1. Alle Staffeln spielen möglichst mit 16 Mannschaften.
2. Es soll statt zwei dann drei Landesliga-Staffeln geben. Auch die tieferen Ebenen – Bezirksliga und A-Klasse – werden aufgestockt.
3. Auf der C-Klassen-Ebene wird nur noch hobbymäßig gespielt, es gibt keinen Aufstieg mehr in die B-Klasse – diese ist die unterste Meisterschaftsspielklasse.
4. Die horizontale Verknüpfung der Mannschaften an ihre Heimatkreise wird bei der Zuordnung zu den Staffeln aufgehoben. Die für eine Liga qualifizierten und gemeldeten Teams werden in den Staffeln gesetzt.
Bergmann kündigt nun für die kommenden Monate das „Fine-Tuning“ an. Dies betrifft das Management der kommenden „Übergangsspielzeit“, das Schiedsrichterwesen und auch die Rechtsprechung. Unter anderem soll sich der Schiedsrichter-Ausschuss mit der Frage befassen, ob die Bezirksliga weiterhin im Gespann gepfiffen werden kann. Die Überlegungen werden mit dem Spielausschuss abgestimmt. Und anschließend „soll das den Vereinen vorgestellt werden“, sagt SWFV-Geschäftsführer Michael Monath. Weiterhin möchte die SWFV-Spitze die Klubs basisnah in die Entscheidungsprozesse einbinden.
Schon heute fix ist, dass die Zusammensetzungen aller mehrgleisigen Staffeln auf allen Ebenen keinem Automatismus mehr folgen. Stattdessen werden sie aus dem Pool aller zur Verfügung stehenden Mannschaften zusammengestellt. Monath: „Nach welchem Programm, das ist noch nicht festgelegt.“ Es sollen aber bei der Aufteilung harte Faktoren (möglichst kurze Fahrtstrecken für alle beteiligten Mannschaften einer Staffel) sowie weiche Faktoren (beispielsweise sollen Derbys möglichst erhalten bleiben) berücksichtigt werden. Mit anderen Worten: Der Spielausschuss hat das letzte Wort bei der Staffelbesetzung.
Die Staffeleinteilung schlägt im SWFV mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunächst ein Computerprogramm vor. Der Spielausschuss wird händisch nach weichen Faktoren nachjustieren. Das Argument, dass dies dem einen oder anderen Verein als Willkür erscheinen könnte, kontert die Verbandsspitze mit dem Beispiel Schleswig-Holstein: Dort gibt es viele Wasserwege und Brücken, derentwegen sich ganz spezifische Bedingungen entwickelten. Nach Worten Monaths gibt es noch kein Computerprogramm, das auf diese Eigenheiten Rücksicht nimmt. Von daher sei es sinnvoll, manuell einzugreifen.
Für Thomas Bergmann geht eine solche Debatte zum aktuellen Zeitpunkt zu sehr in die Tiefe. Stattdessen kündigt er an: „Wir machen einen Schritt nach dem anderen“. Damit ist man seither beim SWFV am besten gefahren.