
Unentschlossene Fußball-Fans aus Kleve-Geldern sollten am Sonntag den Weg zum SV Straelen wählen, denn an der Römerstraße steigt zum Auftakt des Pflichtspieljahres ein echter Leckerbissen: Die Sportfreunde Broekhuysen II reisen nicht nur zum Lokalderby an, es ist gleichzeitig das Topspiel der Kreisliga B, Gruppe 2. Vor dem Gipfeltreffen hat FuPa mit den Trainern Thomas Geist und Marcel Scholz gesprochen.
Broekhuysen II kommt als Tabellenführer in das Römerstadion, in dem vor nicht allzu langer Zeit noch Regionalliga-Fußball stattgefunden hat. Der SV Straelen hat sich im Sommer neu erfunden und aufgestellt. Mit einem Rückstand von nur zwei Zählern greift die Truppe von Geist nun selbst nach dem Spitzenplatz - und die Vorbereitung war beeindruckend: Der SVS bezwang den Bezirksligisten TSV Weeze mit 4:0, holte zudem Siege und achtbare Ergebnisse gegen Top-Teams aus der Kreisliga A.
Im Hinspiel feierte Broekhuysen II daheim einen 3:0-Erfolg. Niklas Gödiker (35.), Bernd van Bebber (45.+2) und Gian Luca Vins (49.) setzten den Verfolger damals vor und nach dem Seitenwechsel Schachmatt - und nach einer ungeschlagenen wie fast perfekten Testspiel-Phase hoffen Scholz und seine Spieler, den Liga-Thron über den Sonntag hinaus zu behalten.
Klar ist: Die Meisterschaft wird noch nicht entschieden, dennoch bleibt es spannend, ob beide Klubs in der Schlussphase ins Risiko gehen werden. Darüber, über den Status Quo und natürlich das anstehende Derby haben sich die beiden Trainer wie folgt geäußert:
Hinter euch liegt eine starke Vorbereitung. Hat dein Team schon seine Top-Form erreicht oder woran müsst ihr in dieser Woche noch gezielt arbeiten?
Geist: „Wir haben mit Sicherheit noch nicht unsere Topform erreicht. Eine Vorbereitung ist immer schwer. Wir haben eine sehr, sehr lange Pause gehabt. Verhältnismäßig wahrscheinlich auch zu lange. Wir haben natürlich ein paar Sachen, woran wir noch arbeiten müssen. Tatsache ist, dass wir uns überall verbessern wollen, sowohl im Spiel nach vorne als auch in der Abwehrarbeit. Und da arbeiten wir dran.“
Scholz: „Ich bin durchaus zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung. Die Testspielgegner waren bewusst ausgewählt, deshalb ordnen wir die Ergebnisse auch realistisch ein. Viel wichtiger ist für mich, wie sich die Mannschaft präsentiert. Man merkt einfach, dass die junge Truppe sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Das gibt uns ein gutes Gefühl für die Rückrunde.“
Hast du dir in den vergangenen Wochen den Gegner angeschaut? Falls ja: Was ist dir besonders aufgefallen?
Geist: „Den Gegner haben wir beobachtet, ja. Aber in der Vorbereitung ist es immer so eine Sache. Da wird einerseits viel gewechselt, anderer spielen dann auch nicht immer alle, die dann im ersten Saisonspiel auflaufen. Deswegen kann man über den Gegner eigentlich nichts Besonderes sagen, außer dass das eine sehr kompakte, gut eingestellte Mannschaft ist. Und ich finde, wie sich Broekhuysen II im Moment schlägt, das ist aller Ehren wert. Respekt an das Team und an das Trainerteam.“
Scholz: „Ich versuche grundsätzlich, mir jeden unserer Gegner anzuschauen - egal, wer am Wochenende auf uns wartet. Die Vorbereitung läuft dabei meist nach einem ähnlichen Muster ab. Durch die Winterpause hatten wir mit Blick auf Straelen diesmal etwas mehr Zeit für die Analyse, was natürlich nicht verkehrt ist.“
Was muss deine Mannschaft am Sonntag leisten, um die Stärken des Gegners zu neutralisieren?
Geist: „Wir müssen unsere Stärken an den Mann bringen. Es geht eigentlich weniger um Stärken des Gegners, sondern es muss einfach darum gehen, dass der Gegner mit uns beschäftigt ist und uns neutralisieren muss."
Scholz: „Straelen bringt extrem viel Qualität mit, vor allem offensiv - das ist schon richtig stark und schwer zu verteidigen. Gleichzeitig wollen wir aber nicht nur auf die Qualität von Straelen schauen. Wir kennen unsere eigenen Stärken und sind überzeugt von dem, was wir können. Entscheidend wird sein, dass wir diese Stärken auch auf den Platz bringen und sie bestmöglich in Szene setzen.“
Sollte es auf eine enge Schlussphase hinauslaufen und es steht unentschieden: Spielt ihr auf Sieg oder nehmt ihr den Punkt nach Möglichkeit mit? Immerhin beginnt die zweite Saisonhälfte erst an diesem Wochenende.
Geist: „Das ist eine gute Frage. Also grundsätzlich muss ich sagen, die Meisterschaft wird nicht Sonntag entschieden. Wir wollen natürlich gewinnen, gar keine Frage. Wir wissen aber auch um die Schwere der Aufgabe, und das Spiel wird zeigen, ob man mit dem Punkt zufrieden sein kann oder ob man das Spiel gewinnen muss.“
Scholz: „Wir gehen grundsätzlich in jedes Spiel mit dem Anspruch, es gewinnen zu wollen - daran ändert auch eine enge Schlussphase nichts. Trotzdem muss man immer schauen, wie sich so ein Spiel entwickelt. Aber klar ist: Wenn sich die Möglichkeit bietet, das Spiel zu ziehen, dann wollen wir sie nutzen.“
Was liegt euch vor dem Derby noch auf dem Herzen?
Geist: „Die Mannschaft zieht wirklich sehr, sehr gut mit. Der SV Straelen ist wieder auf einem guten Weg, und zwar im positiven Sinne: seriös, in Ruhe arbeitend, mit den Spielern vernünftig umgehend. Wir hoffen, dass wir für die Spieler, die uns in den vergangenen Jahren oder auch eine Jugendmannschaft verlassen haben, wieder eine Grundlage bieten, dass sie nächstes Jahr oder danach die Jahre auch wieder beim SV Straelen spielen möchten. Es hat sich einiges zum Positiven geändert – und das liegt auch Umfeld und an der Mannschaft, die wirklich charakterlich einwandfrei ist und auch sehr gut mitarbeitet. Es gibt eine sehr gute Kameradschaft und Zusammenhalt ist groß. Tatsache ist, dass wir mit dem Weg, den wir jetzt eingeschlagen haben, sehr zufrieden sind. Und wir werden auch Spieler, die aus der A-Jugend rauskommen, nächste Saison in die erste Mannschaft integrieren, sodass wir da auch noch mal aus Eigengewächsen heraus was bewegen werden. So wollen wir Step by Step im Straelener Umfeld wieder als interessante Alternative gelten.“
Scholz: „Das ist ein absolutes Highlight-Spiel! Unabhängig von der aktuellen Tabellensituation war die Vorfreude auf das Spiel in Straelen schon vor der Saison riesig. Umso schöner ist es natürlich, dass das Derby durch die Platzierung jetzt noch mehr Brisanz bekommt. Das sind genau die Spiele, auf die man sich freut - die Jungs sollen das Spiel genießen und mit breiter Brust auf den Platz gehen.“
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