2025-04-02T15:12:16.030Z 1743687169647

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Homberg biss sich am SVS die Zähne aus.
Homberg biss sich am SVS die Zähne aus. – Foto: Steffen Schmitz

SV Sonsbeck beendet Homberger Siegesserie

Am Mittwochabend sammelt der SVS in der Oberliga drei Derbypunkte ein. Der Taktik-Kniff von Trainer Heinrich Losing geht auf. Luca Terfloth und Klaus Keisers treffen beim 2:0-Heimerfolg.

Im fünften Anlauf hat‘s endlich funktioniert mit dem Derbysieg: Mit 2:0 (2:0) setzte sich der SV Sonsbeck spektakulär gegen den VfB Homberg in der Oberliga durch. Es war der erste Dreier für die Rot-Weißen im Moserer Lokalduell seit dem Wiederaufstieg.

Losing schraubt an der Startformation

Damit schob sich Sonsbeck mit nun 19 Zählern auf den achten Platz vor. Homberg bleibt Zweiter. Obwohl der Champions-League Kracher zwischen dem FC Barcelona und dem FC Bayern München auf dem Programm stand, hatten es sich 590 Zuschauer nicht nehmen lassen, sich das Spiel im Willy-Lemkens-Sportpark anzuschauen. Und die Anhänger wurden nicht enttäuscht. Beide Mannschaften traten selbstbewusst nach jeweils 2:0-Siegen am Sonntag auf. Sonsbeck gewann beim TVD Velbert und Homberg besiegte Regionalliga-Absteiger SSVg Velbert. Die Kontrahenten starteten stark mit offensivem Pressing und verlangten den Defensivreihen alles ab.

Als die Mannschaften den Rasen auf dem Nebenplatz betraten, wunderten sich einige SVS-Anhänger. Denn Cheftrainer Heinrich Losing veränderte seine erfolgreiche Elf vom Sonntag auf drei Positionen. Der genesene Luca Terfloth stand überraschend für Spielmacher Jannis Pütz in der Startelf. Für die offensiveren Philip Pokora und Niklas Binn bekamen die Defensiveren Ruben Joan Martens und Hayato Uchimura das Vertrauen. Losing begründete seine Entscheidung wie folgt: „Alle Jungs trainieren hart und sind im Moment gut drauf. Jannis hatte durch seinen Beruf etwas weniger trainieren können. Hinzu kam, dass ich in der Mitte mit Sanjin Vrebac, Terfloth und Martens mit drei Spielern agieren wollte, sodass wir deren Zentrum teilweise doppeln konnten.“

Und der Erfolgscoach bewies damit ein glückliches Händchen. Der Gastgeber bot eine bärenstarke erste Halbzeit und ließ dem Tabellenzweiten kaum Zeit zum Atmen. Homberg suchte immer wieder spielerische Lösungen, aber die Hausherren ackerten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung jeden Zentimeter des Rasenplatzes um und störten schon früh im Spielaufbau.

So auch in der 15. Minute: Uchimura nutzte ein ungenaues Zuspiel und spitzelte den Ball an Innenverteidiger Felix Hohmann vorbei, der den agilen Japaner nur noch per Foul stoppen konnte. Die erste Gelbe Karte war früh fällig. Nur zwei Minuten später setzte die Losing-Elf die Homberger Hintermannschaft erneut unter Druck. Henrik Scheibe schlug den Ball unplatziert in die Mitte. Terfloth nahm die Kugel direkt und hämmerte sie aus fast 30 Metern mit der Marke Traumtor genau oben rechts zum 1:0 in den Giebel.

Sonsbeck zeigt sich weiter aktiv

Aber damit hatten die Rot-Weißen noch nicht genug und spielten weiter mutig nach vorne. Klaus Keisers zeigte sich zielstrebig und jagte einem Ball 20 Meter vor dem Tor hinterher, legte das Leder per Kopf an Hohmann vorbei und drosch den Ball zum 2:0 (24.) in die Maschen. VfB-Trainer Stefan Janßen, der mit seiner Mannschaft die letzten fünf Partien gewonnen hatte, reagierte und wechselte schon nach einer guten halben Stunde. Für Julian Bode kam Tim Ulrich in die Partie. Dieser verfehlte nur wenige Minuten später eine scharfe Hereingabe von Sakaki Ota (35.). Janßen forderte seine Spieler immer wieder auf, schneller zu spielen. In der 42. Minute köpfte Hohmann aus dem Gewühl direkt in die Arme von SVS-Schlussmann Jonas Holzum.

Die Zuschauer hatten kurz nach Wiederanpfiff ihre Plätze noch nicht wieder eingenommen, da versuchte es Ulrich (46.) mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Fabio-Daniel Simoes-Ribeiro schoss knapp über die Torlatte (59.). Ansonsten stand die Sonsbecker Hintermannschaft dicht gestaffelt, und die Gäste fanden keine Lösungen, um durchzubrechen. Bis zum Ende schaffte der SVS, die Null gegen die zweitbeste Offensive der Oberliga zu halten.

In der 79. Minute hätte Keisers den Deckel drauf machen können, aber sein Kopfball verfehlte das Homberger Tor nur haarscharf. In der 86. Minute sah Ulrich wegen einer Unsportlichkeit noch die Gelb-Rote Karte. Losing: „Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Sie haben leidenschaftlich gekämpft, keine hundertprozentige Torchance zugelassen, unter Druck viele gute Lösungen gefunden und zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht – jetzt genießen wir den Erfolg.“

Janßen war bedient: „Wir haben nicht das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Sonsbeck war galliger, gieriger und hat die erste Halbzeit verdient gewonnen.“ Zur Systemumstellung nach gut einer halben Stunde sagte er: „Ich hätte auch neun andere Spieler auswechseln können, aber es hat dann Julian getroffen. Ich wollte mit einem zweiten Stürmer für mehr Robustheit und Durchschlagskraft sorgen.

Aufrufe: 024.10.2024, 21:00 Uhr
RP / Andre EginkAutor