Gegen den SV Lippstadt 08 setzte es eine äußerst unglückliche Last-Minute-Niederlage. Nachdem Hendrik Christian Löbler die Gästeführung schnell ausgeglichen hatte (42.), sah alles nach einer Punkteteilung aus. Doch Janik Steringer schlug in der zweiten Minute der Nachspielzeit für den SV Lippstadt 08 nochmal zu und schob den Regionalliga-Absteiger auf Platz 3 vor. Eine Niederlage mit gravierenden Folgen für den SV Schermbeck. Noch am Abend verkündete SVS-Coach Sleiman Salha seinen Rücktritt.
Nach dem Spiel wurde Salha von der Lokalpresse "Dorstener Zeitung" zunächst auf die Gegentore angesprochen, die durch vermeintliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters begünstigt wurden: "Die Qualität der Schiedsrichter nimmt ab, das war vor einigen Jahren in der Oberliga noch besser. Das ist ein offenes Geheimnis und unter allen Trainern bekannt."
Zum Spiel sagte Salha: "Man kann das heutige Spiel sicherlich schön reden und sagen, dass wir gut waren und hätten auch gewinnen können. Aber Fakt ist, dass das blanke Ergebnis natürlich sehr gravierend ist und wir uns Gedanken machen müssen, wie wir das lösen. Jetzt ganz normal in den Alltag zurückkehren, funktioniert nicht."
In der Startelf stand Last-Minute-Sturmneuzugang Kevin Schacht, der jedoch wenig Akzente setzen konnte und kaum ins Spiel eingebunden war: "Der Gegner hat sehr, sehr hoch attackiert. Und wir haben immer wieder diese Fehlerprozesse, dass wir einfach nicht hinter die Kette kommen, dass wir nicht mehr diese Tiefenläufe anbieten, dass wir nicht mehr diese Chipbälle einsetzen, um unseren Hohen vorne einzusetzen, damit wir uns daraus lösen können. Das ist ein gravierender Punkt, den wir angesprochen haben, aber nicht eingesetzt haben. Und da müssen wir uns hinterfragen, ich als allererstes."
Dies hat Salha offensichtlich getan und ist zum Schluss gekommen, sein Traineramt zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende Günther Beck äußert sich gegenüber der "Dorstener Zeitung" wie folgt: „Sleiman ist durch. Das hängt nicht nur mit dem Fußball zusammen, sondern er hat auch eine Familie mit kleinen Kindern. Er steht auch als Geschäftsführer einer
Immobilienfirma sehr unter Stress. Er sagte, er sei nicht mehr in der Lage, 100 Prozent zu geben. Wir haben immer zu ihm gehalten, auch als es nicht lief. Er hing und hängt auch immer noch am SV Schermbeck. Ich war selber etwas überrascht, habe in den letzten Wochen aber auch gemerkt, dass er am Limit ist."
Das Telefon dürfte nun bei den Schermbecker Verantwortlichen nicht still stehen. Ein Oberliga-Traineramt ist bekanntlich begehrt.
Oberliga Westfalen, 5. Spieltag
SV Schermbeck – SV Lippstadt 08 1:2 (1:1)
SV Schermbeck: Sebastian Speen, Marius Lackmann, Yannick Babo, Andreas Ovelhey, Alex Fagasinski (70. Miles Grumann), Kerem Sengün, Hendrik Christian Löbler, Bilal Akhal (90. Leon Schübel), Malte Grumann (56. Marvin Grumann), Kevin Schacht, Takumi Yanagisawa (62. Eren Özat) - Trainer: Sleiman Salha
SV Lippstadt 08: Benjamin Aust, Kiyan Sadeghi (73. Louis Neugebauer), Serkan Temin, Nils Köhler (56. Samet Coskun), Joel Amadi, Maurice Buckesfeld, Janik Steringer, Maximilian Franke, Nico Jan Böll, Marcello Romano, Gerrit Kaiser - Trainer: Felix Bechtold
Schiedsrichter: Jonas Grütter - Zuschauer: 400
Tore: 0:1 Nico Jan Böll (38.), 1:1 Hendrik Christian Löbler (42.), 1:2 Janik Steringer (90.+2)
Gelb-Rot: Sebastian Speen (90./SV Schermbeck/wiederholtes Meckern)