2024-02-23T08:22:50.674Z

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Zuletzt jubelte meist der Gegner: Die Raistinger (in roten Trikots, hier im Heimspiel gegen Murnau) verabschiedeten sich mit drei Niederlagen am Stück in die Winterpause.
Zuletzt jubelte meist der Gegner: Die Raistinger (in roten Trikots, hier im Heimspiel gegen Murnau) verabschiedeten sich mit drei Niederlagen am Stück in die Winterpause. – Foto: andreas mayr

SV Raisting geht mit Negativerlebnissen in die Winterpause – „Noch immer in der Wachstumsphase“

Die Elf spielt eine starke Saison, die unvermeidlichen Schwankungen inbegriffen

Am Ende kam es dann so, wie Johannes Franz es am liebsten vermieden hätte. Der Trainer des SV Raisting musste auch die Partie in Denklingen abschreiben.

Raisting – „Mit drei, vier negativen Erlebnissen in die Winterpause zu gehen, würde unsere gute Vorrunde trüben“, hatte der Spielertrainer zuvor eingeräumt. Da der Tabellenfünfte der Bezirksliga Süd aus den letzten vier Begegnungen vor dem Jahreswechsel nur einen einzigen Punkt holte, hat er den direkten Anschluss an die Aufstiegsplätze verloren.

Zwar stecken noch zwei Nachholspiele bei der SpVgg Haidhausen und beim ASV Habach in seinem Köcher, aber die müssen erst einmal gewonnen werden, um wenigstens noch eine Chance auf Rang zwei zu haben. Der TSV Murnau, der das Klassement anführt, scheint fürs erste enteilt zu sein.

Es wäre mehr drin gewesen für den SV Raisting

Wie bereits in der vergangenen Saison hat der SVR kurz vor der Winterpause wieder eine herausragende Ausgangsposition verspielt. Vorwürfe braucht sich die Mannschaft keine gefallen zu lassen. Gut, in Neuhadern wäre mehr als eine Nullnummer möglich gewesen. Auch das 0:2 in Deisenhofen war sicherlich mehr als ein ärgerlicher Betriebsunfall. „Die sind schlagbar gewesen“, stellte Franz fest. Die 0:2-Niederlage im Spitzenspiel gegen Murnau kam durch zwei Standardsituationen unglücklich zustande, aber es gab nichts daran auszusetzen.

„Murnau ist wirklich die beste Mannschaft der Liga“, bestanden für den Coach keine Zweifel, dass das Resultat in Ordnung ging. Und dass auch der VfL Denklingen zumindest auf eigenem Rasen eine Macht darstellt, braucht der Trainer nicht noch extra zu erklären. Und so haftete auch der letzten Niederlage in diesem Jahr etwas Zwangsläufiges an.

Mannschaft befindet sich noch in der Entwicklung

Ein Trost ist das sicherlich nicht für den ehrgeizigen Raistinger Spielertrainer, aber ein gewisser Fingerzeig schon, in welchem Stadium sich seine Elf befindet. „Es ist immer noch Wachstum“, lautet seine Bestandsaufnahme. „Wir brauchen noch ein, zwei Jahre, um konstant vorne mitzuspielen.“ Diese Zeit darf und soll sich der Coach ruhig nehmen. Denn die Voraussetzungen sind in Raisting längst nicht so gedeihlich wie anderswo.

Es fehlt an einer gehobenen Nachwuchsarbeit, die kontinuierlich Talente liefern kann, die in der Lage sind, auf Anhieb in der Bezirksliga mitzuhalten. Und es fehlt an einem üppig ausgestatteten Kader, der Alternativen bereit hält, wenn wieder Verletzungen grassieren. Dass die Mannschaft die vielen Widrigkeiten kompensieren konnte und sich im vorderen Drittel der Liga behauptet, verrät einiges darüber, was Franz alles richtig macht.

Neun Siege in der Hinrunde – „Es ist nie eine Selbstverständlichkeit für uns“

Neuzugänge fallen in Raisting zwar nach wie vor nicht von den Bäumen, aber der Trainer hat diejenigen Kicker herausgefunden, die vor allem von ihrer Mentalität her in das Team passen. Noch immer ist das Spiel der Raistinger keine Kunstmesse, sondern harte Arbeit. „Es ist nie eine Selbstverständlichkeit für uns“, weist Franz darauf hin, dass die neun Siege in dieser Saison viel Schweiß im Training und auch auf dem Spielfeld gekostet haben. Seine Spieler halten sich jedoch an seine Vorgaben und haben ihre Arbeit in der Defensive fast perfektioniert. Nur der TSV Murnau hat in dieser Saison mit 14 Gegentreffern vier weniger als der SVR kassiert.

Die kompakte Verteidigung verhalf den Raistingern auch zu einem idealen Saisonstart mit sechs Siegen in Serie. Es hätten auch sieben sein können, wenn nicht das Unwetter am 26. August das Team um einen sicheren Dreier gebracht hätte. Danach folgten zwei 2:2-Unentschieden in Wolfratshausen und in Bad Heilbrunn sowie die erste Heimniederlage gegen den FC Penzberg. Aber auch das waren alles Gegner, die sich mit Raisting auf Augenhöhe befinden. Die Ergebniskrise, mehr war es nicht, endete mit einem 6:0-Schützenfest in Brunnthal.

SV Raisting mit Abwärtstrend in die Winterpause

Es folgten noch zwei Siege gegen Aubing und Pasing, bevor die Mannschaft wieder ihren Schwung verlor. „Es wäre schön gewesen, wenn wir konstanter gepunktet hätten“, räumt Franz ein. Dazu hätte es auch eines torgefährlichen Stürmers bedurft, der vor allem in den vier Partien vor der Winterpause, in denen nur ein Treffer erzielt wurde, zuverlässig abgeliefert hätte. Nur diese Spezies ist in Raisting eher dünn gesät.

So hat die Mannschaft nach 16 Partien imponierende 30 Punkte auf dem Konto, was keinen schlechten Schnitt bedeutet und ihr alle theoretischen Chancen auf Platz zwei lässt. Das dürfte Franz auch bewusst sein, der sehr bodenständige und vernünftige Arbeit leistet. „Es sind kleine Schritte, die wir gehen wollen.“ Er weiß, was für seinen Klub machbar ist. Große Sprünge darf keiner von seinem Team erwarten. (Christian Heinrich)

Aufrufe: 030.11.2023, 09:42 Uhr
Christian HeinrichAutor