2024-03-04T12:27:13.471Z

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Verwandelte den entscheidenden Elfmeter für Glehn: Tobias Böhme.
Verwandelte den entscheidenden Elfmeter für Glehn: Tobias Böhme. – Foto: Norbert Jurczyk

SV Glehn sorgt gegen Holzheim für dicke Pokalüberraschung

Die Glehner A-Liga-Kicker schmissen die HSG im Elfmeterschießen raus. Die beiden anderen Landesligisten mühten sich dagegen in die nächste Runde.

Die Pokalwettbewerbe leben von dem Reiz, dass es in einer K.o.-Partie immer mal wieder möglich ist, dass ein großer Favorit gegen ein klassentieferes Team scheitert. Im Achtelfinale des Pokals im Fußballkreis Grevenbroich/Neuss ist es genau dazu gekommen. Hauptdarsteller war am Dienstagabend der A-Ligist SV Glehn, der daheim dank einer beherzten Leistung den Landesligisten Holzheimer SG nach Elfmeterschießen rausschmiss.

Ansonsten gab es nur Favoritensiege, wobei sich auch die beiden anderen Landesligisten sehr schwertaten. Die Auslosung des Viertelfinales steigt übrigens am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag, „Losfee“ spielt die Grevenbroicher Landtagsabgeordnete Heike Troles (CDU).

SV Glehn – Holzheimer SG 6:5 n.E. (1:1, 1:0). Tobias Böhme hat sich einen fetten Eintrag in die Annalen des SV Glehn verschafft. Der 29-Jährige behielt im Elfmeterschießen gegen die haushoch favorisierten Holzheimer die Nerven und verwandelte wie zuvor seine vier Mannschaftskameraden seinen Schuss gegen HSG-Keeper Thomas Wirtz und sorgte damit für unbändigen Jubel bei allen, die es an diesem Abend mit dem SV Glehn hielten. Bei den Gästen war ausgerechnet der in der zweiten Hälfte gekommene Edeltechniker Amin Azdouffal mit dem ersten Elfmeter an Glehns Keeper Sebastian Steen gescheitert und hatte damit der Niederlage des Favoriten den Weg bereitet. Eine Niederlage, deren Drehbuch alles beinhaltete, was es im Pokal braucht, damit sie zustande kommen kann. Einen Underdog, der taktisch gut eingestellt ist und mit einer gut sortierten Defensive alles in die Waagschale wirft, dann aber auch in seinem Glauben an die Überraschung mit einem frühen Erfolgserlebnis bestärkt wird. Am Dienstag war das das 1:0 durch Glehns schnellen und trickreichen Angreifer Marius Meffert. Das nötige Quäntchen Glück gehört naturgemäß auch noch dazu. Als die Holzheimernämlich nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der sie nicht so recht eine Einstellung zu der Partie finden wollten, nach dem Seitenwechsel immer dominanter wurden und den tapfer kämpfenden Glehnern die Kräfte ausgingen, stand entweder das Unvermögen der HSG-Spieler, der Glehner Torwart oder das Gebälk einem zeitigeren Ausgleich der Gäste im Weg. So dauerte es bis 86. Minute, ehe der Japaner Hiromasa Kawamura der Glehner Abwehr enteilen und das 1:1 erzielen konnte. Doch trotz der sieben Minuten Nachspielzeit rettete sich Glehn unter Dauerdruck ins direkt folgende Elfmeterschießen und behielt die Nerven. Klar, dass HSG-Coach Hamid Derakhshan enttäuscht war, doch er gratulierte fair: „Glehn hat es richtig gut gemacht und sich den Sieg aufgrund der Leidenschaft auch verdient.“ Kollege Björn Feldberg war sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Jungs: „Unter dem Strich war der Sieg verdient.“ Als Ex-Coach des SC Kapellen hat er ein Traumlos für die Zukunft: „Gegen den SCK würde ich schon gerne spielen, aber am liebsten erst im Finale.“

BV Wevelinghoven – SC Kapellen 0:1 (0:1). Die Kapellener kamen als wochenlanger Tabellenführer der Landesliga mit dem frühen Tor 1:0 (8.) durch Dzenan Sinanovic gut ins Spiel beim inzwischen in die A-Liga abgerutschten Stadtrivalen, doch danach ging nicht mehr viel beim turmhohen Favoriten. „In der sehr aufgeheizten Atmosphäre haben wir einfach nur schlecht gespielt. Keiner der Spieler, die in diesem Spiel eine Chance bekommen haben, hat sich aufgedrängt. Da hätte ich mehr erwartet“, sagte SCK-Coach Fabian Nellen.

VfR Büttgen - VfL Jüchen/Garzweiler 0:2 (0:0). Beim kompakt verteidigenden B-Liga-Primus taten sich auch die Jüchener schwer. „Wir sind schwer in die Gänge gekommen, haben zu behäbig und zu langsam gespielt“, urteilte VfL-Coach Marcel Winkens. Erst in Hälfte zwei erzielte Jüchen durch Pascal Moseler das 1:0 (65.), hatte aber wenig später Glück, dass die Büttgener bei einem Konter eine riesige Chance vergaben. Erst in der Nachspielzeit machte Sherif Krasniqi mit dem 2:0 alles klar.

Die restlichen Ergebnisse des Viertelfinals: FC Straberg - SVG Weißenberg 0:7, SF Vorst - TSV Bayer Dormagen 2:3, 1. Grevenbroich-Süd - VdS Nievenheim 3:1, SG Orken-Noithausen - DJK Gnadental 1:3, SV Rosellen - SG Rommerskirchen/Gilbach 0:2

Aufrufe: 029.11.2023, 17:15 Uhr
RP / David BeinekeAutor