Noch der Auffälligste in Halbzeit eins: Meris Skenderovic (r.) lieferte die wenigen Highlights.
Noch der Auffälligste in Halbzeit eins: Meris Skenderovic (r.) lieferte die wenigen Highlights. – Foto: Wagner

Keine Tore in Halbzeit eins: Mühsamer Löwen-Auftritt gegen Kreisklassen-Meister

Neuzugängen fehlt die Spielzeit

Der TSV 1860 gewinnt sein zweites Testspiel deutlich. Allerdings haben es die Löwen gegen einen Kreisklassen-Meister teilweise schwer.

Aschau – In Aschau war der Teufel los. Die ganze 3400-Seelen-Gemeinde war am Mittwochabend auf den Beinen. Das mochte einerseits am Circus liegen, der derzeit auf dem Feld neben der örtlichen Dorffeuerwehr gastierte. Der deutlich größere Publikumsmagnet war allerdings der TSV 1860, der sein zweites Testspiel beim SV, dem frisch gebackenen Kreisklassen-Meister, absolvierte.

SV Aschau
0:7
TSV 1860

Ein unterklassiger Gegner also, gegen den der TSV es trotz 7:0-Sieg phasenweise richtig schwer hatte.

TSV 1860: Verlaat überzeugt als einziger Neuzugang in der ersten Halbzeit

Alles in allem kein Löwen-Leckerbissen- anders als die Wurstsemmel, die sich Trainer Michael Köllner (52) eine gute halbe Stunde vor Anpfiff zwischen Selfie-Wünschen und Haupttribünen-Geratsche genehmigte. Das lief noch gar nicht: Um im Manegen-Sprech zu bleiben: Viel Spektakuläres zu sehen gab es nicht.

Das größte Kunststück gelang den ortsansässigen Kickern , die den TSV über eine ganze Halbzeit lang in Schach hielten. Bis auf ein paar wenige Aktionen vom halbwegs auffälligen Meris Skenderovic (24) versprühten die Löwen null Torgefahr. Die Neuzugänge Martin Kobylanski (28) der auf der Acht begann und Albion Vrenezi (28) über Rechtsaußen, blieben blass.

„Martin merkt man schon an, dass er (wegen einer Verletzung, d. Red.) eine lange Pause gehabt hat“, befand Köllner. „Auch bei Vrenezi und Rieder sieht man, dass sie nach dem Türkgücü-Aus drei, vier Monate kein Pflichtspiel mehr gemacht haben.“ Immerhin Jesper Verlaat spielte standesgemäß auf, so ziemlich jeder Angriff startete beim 26-jährigen neuen Abwehrchef des TSV.

TSV 1860: In der zweiten Halbzeit wirds besser

Der Anhang war aufgeschreckt. „Eieieieiei“ hieß es hier, „Das gibt’s ja nicht“ dort. Auch Köllner hatte bald genug. Die Kommandos wurden lauter: „Schneller. Schneller!“ Tosender Applaus der Aschauer Fans, als es torlos in die Halbzeit ging.

Schon besser: Der zweite Durchgang insgesamt. Köllner wechselte zur Halbzeit einmal komplett durch, Neuzugänge wie Torwart Julius Schmidt (21), Sechster Tim Rieder (28), Fynn Lakenmacher (22) und Joseph Boyamba (25) bekamen die Chance. Plötzlich war Zug im Sechziger-Spiel. Es gab auch Neu-Löwen, die überzeugten. Boyamba brach den Bann und eröffnete bei seinem ersten Auftritt in weiß-blau den Torreigen, schob in der 57. Minute zum 1:0 ein und bereitete. Sieben Minuten später erhöhte Lakenmacher. Das hatte sich angedeutet, der bullige Blondschopf hatte die Aschauer schon vorher einige Male in Bedrängnis gebracht. Auch Yannick Deichmann konnte sich in Halbzeit zwei empfehlen, nicht zuletzt durch seinen Treffer zum 3:0 (68.). Die weiteren Treffer besorgten Milos Cocic (19, 80.), Leandro Morgalla (17, 85.) und gleich doppelt Erik Tallig (22, 87. und 89.).

Und trotzdem war es alles in allem „ein richtig harter Brocken“ (Köllner) für den TSV. „Aschau hat’s echt gut gemacht, alles reingeschmissen“, so der Coach. Wichtig war: kein Spieler verletzt. Und eines, das hatte Köllner dann doch abgeholt: „Die Wurstsemmel“, so Köllner, „die hat geschmeckt.“ (Jacob Alschner)

Aufrufe: 023.6.2022, 06:57 Uhr
Jacob AlschnerAutor

Verlinkte Inhalte