2026-06-12T06:52:44.557Z

Allgemeines

Streitthema Punktgleichheit: FLVW droht Vizemeister-"Klagewelle"

Stadtlohn-Aufstieg wirft Fragen auf

von red · Heute, 17:45 Uhr · 0 Leser

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat ein Problem, das immer größere Ausmaße annimmt. Nachdem der in der Aufstiegsrunde ausgeschiedene Bezirksliga 11-Vizemeister SuS Stadtlohn auf Antrag zur kommenden Saison in die Landesliga aufsteigen darf, steigt der Unmut unter allen anderen Bezirksliga-Vizemeistern, die nun ebenfalls den Antrag auf Eingruppierung in die Landesliga stellen. Nach FuPa-Informationen haben dies bereits KF Sharri, SV Ararat Gevelsberg, FC Castrop-Rauxel, VSV Wenden, SV Brilon und die Beckumer SpVg getan.

Der FLVW wurde nach FuPa-Informationen schon deutlich vor Saisonende darauf hingewiesen, dass die Auf- und Abstiegsregelung zum Thema Punktgleichheit dieses Jahr anders lautet. Der Wortlaut lässt vermuten, dass in der abgelaufenen Saison nicht die Tordifferenz zählte, sondern bei Punktgleichheit Entscheidungsspiele hätten angesetzt werden müssen.

War das FLVW-Motto "Mut zur Lücke"?

Der FLVW hat diese Stimmen ignoriert und darauf hingewiesen, dass wie immer die Tordifferenz zählen würde. Rechtzeitig vor Saisonende für Rechtssicherheit zu sorgen, hatte beim FLVW offensichtlich aber niemand Interesse. Man könnte meinen, dass es der FLVW darauf ankommen lassen wollte. Mit etwas Glück hätte es tatsächlich in den 19 überkreislichen Staffeln keine einzige Punktgleichheit bei Auf- oder Abstiegsentscheidungen gegeben. Nur in der Bezirksliga 11 wurde der Aufstiegskampf tangiert.

Der SuS Stadtlohn wurde offiziell aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Vizemeister und nahm unter Protest an der Aufstiegsrunde teil. Der Rest ist bereits Geschichte. Stadtlohn schied aus, legte Beschwerde ein und wurde vom FLVW kurzerhand in die Landesliga gehoben - allerdings als "Vergleich ohne Schuldeingeständnis", damit Stadtlohn nicht weiter klagt.

Ein Kuriosum, das alle anderen Bezirksliga-Vizemeister nicht auf sich sitzen lassen wollen. Regeln sind Regeln, darauf weist auch gerne der FLVW hin. Und mit dem SuS Stadtlohn wurde vom FLVW möglicherweise eine nicht ordnungsgemäße Aufstiegsrunde angesetzt, die nun in Frage steht.

Im Schreiben des SV Ararat Gevelsberg an den Verband heißt es bezüglich der Stadtlohn-Entscheidung: "Der FLVW hat gezeigt, dass Lösungen gefunden werden können, wenn dies zur Wahrung von Fairness, Rechtssicherheit und Verbandsfrieden erforderlich erscheint."

Wichtige weitere Schlagworte sind Transparenz, Wettbewerbsgleichheit und Chancengleichheit. Es bleibt spannend, wie sich der FLVW aus dieser Situation herauswinden wird.

Alle warten auf das Mastbruch-Urteil

Mitentscheidend dürfte das Urteil zum Fall SF DJK Mastbruch sein, die nach Punktgleichheit wegen der schlechteren Tordifferenz in die Bezirksliga abgestiegen ist. Auch hier hätte der FLVW beinahe "Glück" gehabt, nur in der Landesliga 1 wurde der Abstieg nach Punktgleichheit entschieden. Nach FuPa-Informationen erwarten die Ostwestfalen in den nächsten Tagen eine Entscheidung.

Nachdem der FLVW kurioserweise Stadtlohn ohne Anerkennung von Rechtspflichten in die Landesliga heben wollte, wird die Mastbruch-Entscheidung zeigen, ob Stadtlohn ein rechtmäßiger Teilnehmer der Vizemeister-Aufstiegsrunde war. Dies dürfte wichtig für die Erfolgsaussichten aller anderen Bezirksliga-Vizemeister sein.

Ein Aufstieg aller Bezirksliga-Vizemeister wäre im Übrigen sicherlich auch organisatorisch möglich. Es wären letztlich inklusive Mastbruch 76 Landesligisten, die in fünf Staffeln eingeteilt werden könnten. Eine fünfgleisige Landesliga hatte es zuletzt im Jahre 2012 vor der großen Ligenreform gegeben.