Die SG Lühe befindet sich im erlauchten Kreis der Spitzenteams. Dabei sind die Bedingungen nicht einfach, der Aufsteiger hatte noch nie seinen Heimvorteil.
Die SG Lühe hatte in der vergangenen Saison den Abstieg in die 1. Kreisklasse sofort korrigiert und ist als Meister zurück in die Kreisliga aufgestiegen. Die Altländer wurden auf der Erfolgswelle auch getragen von ihren Fans. Das Vereinsleben, die Einheit wird in Steinkirchen großgeschrieben.
Inmitten dieser sportlichen Euphorie mussten und müssen sich die Verantwortlichen mit einer Klage eines Nachbarn, der sich vor allem durch den Lärm belästigt fühlt, herumplagen. Die Klage hatte Erfolg. Die Nutzung der für den Schulsport angelegten Sportanlage ist für den Verein nicht rechtens.
Somit hatte der Aufsteiger bisher nur Auswärtsspiele. Sieben Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen, Platz 4. Die Hinrunde wird die SG mit allen Auswärtsspielen der Saison beenden.
Der NFV-Kreis Stade musste aufgrund der rechtlichen Sportplatzprobleme natürlich den Spielplan ändern. „Das war gar kein Problem“, sagt Michael Koch, Vorsitzender Spielausschuss. Koch lobt den SG-Obmann. „Das ist der Verdienst von Dieter Junge, der super vorgearbeitet hat, wir mussten das nur umsetzen.“
„Das Vereinsleben leidet natürlich“, sagt Obmann Dieter Junge. Schließlich ist der Hauptplatz samt Vereinsheim die Heimat der Fußballer.
Junge betont aber auch: „Gerade aufgrund der schwierigen Situation erhalten wir einen sehr hohen Zuspruch und Unterstützung von den Einwohnern der Samtgemeinde und auch unsere Sponsoren unterstützen uns tatkräftig.“ Ein Jugendturnier hätte beispielsweise nicht stattgefunden auf einem Trainingsplatz, wenn sich die Eltern nicht so engagiert hätten.
Nachdem die Klage durch das Urteil nun bestätigt wurde, setzt der 1. Vorsitzende Heiko Baumgarten auf das beauftragte Planungsbüro und den Landkreis. „Wir sind natürlich darauf angewiesen wie schnell die Planer arbeiten und wie schnell der Landkreis das dann bearbeitet.“
Dabei muss durch einen eingereichten Bauantrag das Baurecht hergestellt werden, damit der Sportplatz dann auch für den Vereinssport zulässig ist.
Zudem besagt das Lichtgutachten, dass die SG die Flutlichtanlage mit LED ausstatten muss. Die benötigten 40.000 Euro will die SG durch Sportförderanträge stemmen. Meine große Hoffnung ist, dass wir nach der Winterpause ab März unsere Heimspiele wieder auf unserem Platz durchführen können“, so Baumgarten.
Bisher hatte die SG nur Auswärtsspiele und damit auch keine Einnahmen. Im Schnitt nimmt die erste Mannschaft 350 bis 400 Euro pro Heimspiel ein, der Großteil kommt aus dem Verkauf. „Wir haben ein sehr engagiertes Vereinsheim-Team“, sagt Obmann Junge. Zudem fehlen der SG auch die beliebten Doppel-Heimspieltage mit der zweiten Mannschaft, bedauert Trainer Steffen Wilkens.
Wenn die Rückrunde beginnt, haben die Altländer in diesem Jahr noch drei „Heimspiele“ bis zur Winterpause. Die sollen auf dem Platz in Hollern-Twielenfleth ausgetragen werden.
Was die Einnahmen betrifft, sei das damit aber nicht zu kompensieren, sagt Baumgarten. Zudem sei der Aufwand ohne Vereinsheim „enorm“, da für die Bewirtschaftung alles auf- und abgebaut werden muss.
Ohne Heimvorteil hat der Aufsteiger eine bisher herausragende Saison gespielt. „Ich bin auch überrascht, dass wir auswärts stetig so gut sind“, sagt Trainer Wilkens. Überhaupt habe er nicht mit diesem Erfolg gerechnet. Natürlich sei das primäre Ziel erst mal der Klassenerhalt gewesen.
„Wir harmonieren als Mannschaft, sind eine geschlossene Einheit“, sagt Wilkens. Zwar seien die Trainingsbedingungen ohne den verbotenen Hauptplatz „nicht so optimal“. Aber die Mannschaft setzt die Spielidee gut um.
Ein Name, der dafür steht, was die SG Lühe auf und neben dem Platz auszeichnet, ist Scheffler. Der 31-jährige Stürmer Mario Scheffler macht einfach damit weiter, womit er in der Aufstiegssaison groß auftrumpfte.
Mit 44 Toren und 25 Vorlagen wurde Scheffler Torschützenkönig. Nun führt er diese Rangliste mit bisher 19 Toren und 14 Vorlagen wieder an. „Ich habe dafür auch sehr gute Mitspieler“, sagt Scheffler.
Ob er sich im zweiten oder schon dritten Frühling befindet? Der 31-Jährige lacht. „Wahrscheinlich im ersten“, sagt er bezüglich seiner derzeitigen Offensivqualitäten. „Er ist momentan einfach fit“, sagt Wilkens. So fit, dass Scheffler auch in der Ü30 spielt.
„Ich hätte uns auf Platz 8 oder 9 gesehen“, sagt Scheffler, „aber wir haben als Meister unseren Höhenflug fortgesetzt.“ Sein Vater schaut regelmäßig zu. Seine Schwester ist mit einem Mitspieler zusammen und engagiert sich. „Man kann schon sagen, dass wir die SG Lühe auch leben“, sagt Scheffler.
Was die Rückrunde betrifft, hofft der Torjäger auf eine schnelle Lösung. Ob der Platz in Hollern-Twielenfleth ein Heimvorteil wie in Steinkirchen bringt, bezweifelt Scheffler. „Auf dem holprigen Platz wird unser Kurzpass-Spiel leiden.“ Er hofft, dass die Mannschaft nicht „so einbricht“ wie in der vergangenen Saison. Da fehlten studienbedingt oft Spieler. Wilkens sagt, dass die SG jetzt besser aufgestellt ist.
Jetzt steht am Samstag (18.30 Uhr) erst mal das Topspiel gegen den Dritten A/O III an. Natürlich auswärts, in Ottendorf. Interessanterweise rangiert der Gastgeber in der Auswärtstabelle hinter der SG Lühe auf Platz zwei, hat in sieben Spielen 19 Punkte eingefahren, in den fünf Heimspielen derweil nur sechs Punkte. Vorteil Lühe?