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FuPa Portrait

Still und heimlich zum großen Rivalen

Man könnte das Sprichwort umdrehen und sagen "In den Farben vereint, in der Sache getrennt". Steffen Toepfer trägt zwar weiter blau und weiß, doch zu große Differenzen besiegelten sein Aus beim SV Glückauf Bleicherode.

von Christopher Plischka · 08.08.2024, 20:00 Uhr · 0 Leser
Steffen Toepfer ist der neue Mann am Seitenrand beim SV Blau-Weiß Lipprechterode.
Steffen Toepfer ist der neue Mann am Seitenrand beim SV Blau-Weiß Lipprechterode. – Foto: Sebastian Fernschild

In Bleicherode war Steffen Toepfer in den letzten Jahren eine feste Instanz und eigentlich nicht weg zu denken. Doch nach Meinung des 56-Jährigen erkannte dies der Vorstand nicht ausreichend an und so führten unterschiedliche Ansichten dazu, dass er sich fortan beim direkten Ortsrivalen SV Blau-Weiß Lipprechterode um die sportlichen Belange kümmert.

Lieber Steffen, deinen Wechsel nach Lipprechterode hatten viele gar nicht auf dem Radar. Dabei warst du in Bleicherode doch an so vielen Fronten aktiv, gerade auch im Nachwuchsbereich ein wahrer Kämpfer für die neue Spielform im Kinderfußball. Erzähl doch kurz ein paar Worte zu dir und wie du zu deinem neuen Amt gekommen bist.

Steffen Toepfer: Ich bin 56 Jahre alt, wohne seit Januar 2020 mit Heike, meiner lieben Ehefrau in Thüringen - genauer in Bleicherode - und wir beide haben insgesamt 6 Kinder und eine Enkeltochter. Da ich seit 1995 Fußballtrainer bin, über eine B-Lizenz verfüge, bereits in fünf Landesverbänden als Trainer reichhaltige Erfahrungen sammeln konnte und obendrein im Qualifizierungsausschuss des NTKFA engagiert bin, lag es auf der Hand, dass über kurz oder lang ein Verein aus der Region auf mich zukommt, um von dieser Erfahrung zu profitieren. Genau das tat jetzt Lipprechterode - und zwar genau in dem Augenblick, in dem der SV Glückauf Bleicherode und ich uns nicht mehr mit denselben Zielen identifizieren konnten. Also nun nur noch Lipprechterode. Aber auch Männer und Kinder!

Jetzt so kurz vor dem Saisonstart steigt der Puls sicher so langsam. Gib uns einen kurzen Einblick in deine Gefühlslage und den Verlauf der Vorbereitung.

Steffen: In Anbetracht der vielen personellen Veränderungen im gesamten Trainerstab aller Mannschaften von BW Lipprechterode sowie der alters- bzw. verletzungsbedingten Abgänge unserer 1. Männermannschaft ist es erstaunlich, wie zuversichtlich wir auf den Ligastart hinfiebern. Dass die Vorbereitung aufgrund meines lange geplanten Jahresurlaubs etwas durchwachsen ablief, macht die Professionalität der Männer, die am Samstag gegen Harztor auflaufen werden, mehr als wett.

Mit welchen Erwartungen gehst du in die Saison? Welche Ziele hat deine Mannschaft und welche Teams erwartest du oben?

Steffen: Unser Ziel für diese Saison ist es, junge Spieler/innen aus der Region für unsere Vereinsphilosophie zu begeistern. Jede/n Einzelne/n auf einem hohen Niveau individuell weiter zu entwickeln und dabei die soziale Komponente einer Mannschaftssportart in einem kleinen Dorfverein erfahren zu dürfen - das ist ein recht ungewöhnlicher aber auch hoher Anspruch... Wenn wir uns am Ende der Saison sowohl mit den Frauen, wie auch mit den Männermannschaften im Mittelfeld unserer Ligen wiederfinden, ist das topp! Vielleicht können wir auf dem Weg dahin ja auch mal den einen oder anderen Favoriten ärgern. Dazu zähle ich vor allem Oberheldrungen, Greußen und Bleicherode.

Der 56-jährige glänzt auch im Kinderfußball mit Leidenschaft und Fachwissen.
Der 56-jährige glänzt auch im Kinderfußball mit Leidenschaft und Fachwissen. – Foto: Sebastian Fernschild

Erlaube uns noch einen Blick in die Glaskugel. Wer könnte für eine Überraschung sorgen und für welche Teams wird es vermutlich schwer werden die Klasse zu halten?

Steffen: Wer weiß, wie sich Leimbach entwickelt - die können sicher auch für einen Spitzenplatz in Frage kommen. Kehmstedt, Ebeleben und Kalbsrieth werden von Anfang an jeden Punkt gegen den Abstieg feiern. Und da ich sowohl zu einigen Männern aus Kehmstedt wie auch aus Kalbsrieth persönliche Beziehungen hege, hoffe ich für beide Teams, dass sie die Klasse halten.

Zu guter Letzt noch deine Tipps für das Eröffnungsspiel und euer anstehendes Heimspiel gegen die SG Harztor?

Steffen: Das Auftaktspiel zwischen Kehmstedt und Salza wird 2:2 enden und meine Mannschaft wird mit 2:0 gewinnen.