2026-03-25T14:09:28.761Z

Ligabericht

Stadeln-Absturz: »Wäre ein Wunder, wenn wir über dem Strich bleiben«

Der Aufsteiger, zu Saisonbeginn furios an der Tabellenspitze, kämpft nun gegen den Abstieg. Nur für Außenstehende eine überraschende Entwicklung...

von Helmut Weigerstorfer · Heute, 14:30 Uhr · 0 Leser
Der Eindruck täuscht: Manni Dedaj bleibt weiter zuversichtlich.
Der Eindruck täuscht: Manni Dedaj bleibt weiter zuversichtlich. – Foto: Wolfgang Zink

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Dass der FSV Stadeln schnell die Bodenhaftung verliert, kann man dem mittelfränkischen Aufsteiger nicht vorwerfen. Selbst als die Dedaj-Truppe zwischenzeitlich an die Tabellenspitze der Bayernliga Nord stürmte, blieben die Verantwortlichen stets realistisch. Genauso unaufgeregt verhalten sich die entscheidenden Figuren in weniger guten Phasen. "Für uns gibt es nur ein Ziel, und das ist der Klassenerhalt. Alles andere ist Bonus", sagte Kapitän Luca Pulkrabek Anfang Februar in einem FuPa-Interview, als sich seine Mannschaft bereits dem Tabellenkeller näherte.

Bereits vor der Winterpause zeichnete sich ab, dass Stadeln den Status einer Top-Mannschaft nicht halten kann. Seit dem Re-Start hat sich die Lage noch einmal zugespitzt. In den vergangenen vier Spielen konnten Höhenberger, Perst & Co. lediglich einen Punkt holen. Aus dem einstigen Tabellenführer ist ein Kellerkind geworden. Die Relegationsplätze sind nur noch zwei Punkte entfernt. Verliert der Aufsteiger nun die Nerven? Droht der komplette Absturz?

"Es ist wichtig, das Innenleben eines Vereines zu beachten", nimmt Trainer-Urgestein Manni Dedaj Wind aus den Segeln. Wie so oft ist der sympathische 52-Jährige darauf bedacht, einzuordnen - und sachlich zu bleiben. In guten Phasen hebt er nicht ab. Ist der Wurm drin, dreht er nicht durch. "In den ersten Spielen der Saison haben neun Mann immer durchgespielt. Uns war klar: Wenn dieser Kader fit ist, können wir in der Liga bestehen."

Viele Verletzungen hätten einen ergebnistechnischen Einbruch im September zur Folge gehabt. Man konnte schlicht und einfach die Ausfälle nicht kompensieren - qualitativ und quantitativ. Zwischenzeitlich hatte Dedaj Probleme, überhaupt jemanden auf der Bank zu haben. "Wir sind halt kein Verein, der im Winter zuschlagen kann. Bei uns gibt's keine Arbeitsverträge, nur Punkteprämien. Und dann musst du dich ganz hinten anstellen."

Aus Sicht des erfahrenen Übungsleiters ist der FSV Stadeln nun da, wo er sich selber sieht - und auch hingehört. Den guten Saisonstart, den Höhenflug nach dem Aufstieg über die Relegation, hat man freilich gerne mitgenommen. "Wir haben jedoch immer gesagt: Sollten wir es schaffen, über dem Strich zu bleiben, wäre es ein Wunder", betont Manfred Dedaj. Und dieses Ziel haben die Mittelfranken weiter fest im Visier. "Die Jungs sind da, die Mannschaft ist intakt. Von nun an haben wir nur noch Endspiele..."