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»Absolut Wahnsinn«: Stadeln (weiter) aus dem Häuschen

Luca Pulkrabek, Kapitän des überraschend starken Bayernliga-Aufsteiger aus Mittelfranken, im Interview

von Helmut Weigerstorfer · 05.02.2026, 07:00 Uhr · 0 Leser
Luca Pulkrabek (rechts) und seine Teamkollegen haben sich schnell in der Bayernliga behauptet.
Luca Pulkrabek (rechts) und seine Teamkollegen haben sich schnell in der Bayernliga behauptet. – Foto: Sportfoto Zink / D. Marr

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Der FSV Stadeln rettete sich mehr oder weniger in die Winterpause - personell, aber auch in Sachen Ergebnisse. Und dennoch ist der mittelfränkische Aufsteiger, zwischenzeitlich Spitzenreiter der Bayernliga Nord, eine der größten Überraschungen der laufenden Spielzeit. Von außen betrachtet, aber auch intern. Das wird im Gespräch mit Kapitän Luca Pulkrabek deutlich...

Luca, blieb erst in der Winterpause Zeit, alles mal zu realisieren und einzuordnen? Wie oft hast Du Dich rund um Weihnachten kneifen müssen?
Wenn man das Jahr mit etwas Ruhe Revue passieren lässt, wird einem erst klar, wie erfolgreich die vergangenen Monate war. Nach der Winterpause kein Spiel mehr zu verlieren, sich durch vier Relegationsspiele in die Bayernliga zu kämpfen und dann dort nach zehn Spieltagen sogar von der Tabellenspitze zu grüßen – da ist man einfach nur brutal stolz auf die Truppe.

Hat der FSV Stadeln in den vergangenen Monaten ein Märchen erlebt?
Der Start in die Liga war absolut Wahnsinn. Wir hatten ja kaum Pause nach der Relegation, aber wir haben die Leichtigkeit einfach mitgenommen. Der Kader war fit, wir haben Spiel für Spiel alles reingehauen und direkt gepunktet. Das war schon ein verdammt geiles Gefühl, da oben mitzumischen.

Und dann, im Herbst, der Einbruch: Warum war plötzlich der Wurm drin? War es nur eine Ergebnis- oder auch eine Leistungskrise?
Der Einbruch lässt sich für mich ganz klar auf das Verletzungspech zurückführen. Wenn dir am Ende elf oder zwölf gestandene Spieler fehlen und du teilweise ohne gelernten Innenverteidiger auflaufen musst, wird es in der Bayernliga eben extrem schwer. Das kannst du auf diesem Niveau kaum noch kompensieren.

Je länger das Fußballjahr dauerte, desto voller wurde das Lazarett. Zuletzt hatte Trainer Manni Dedaj Probleme, überhaupt jemanden auf der Bank sitzen zu haben. Ist das schlicht und einfach die Folge der fehlenden Sommerpause – oder ist ein Muster auszumachen?
Ich denke schon, dass die fehlende Pause der Hauptauslöser war. Körperlich ist das eine enorme Belastung, wenn die Regeneration komplett fehlt. Irgendwann rächt sich das einfach. Und die Quittung haben wir dann leider in Form der vielen Ausfälle bekommen.

Jubelnde Stadeln-Spieler - gerade zu Saisonbeginn ein gewohntes Bild.
Jubelnde Stadeln-Spieler - gerade zu Saisonbeginn ein gewohntes Bild. – Foto: Sportfoto Zink / Alexander Schlirf

Was ist denn nun das wahre Bayernliga-Gesicht des FSV Stadeln? Das einer absoluten Topmannschaft? Oder geht es am Ende doch nur um den (direkten) Klassenerhalt?
Ich bin davon überzeugt, dass wir jeden in dieser Liga schlagen können – das haben wir ja auch schon mit richtig gutem Fußball bewiesen. Trotzdem bleiben wir realistisch: Für uns gibt es nur ein Ziel, und das ist der Klassenerhalt. Alles andere ist Bonus.

Zu Dir: Du zählst zu den Spielern im Kader, die erstmals Bayernliga spielen. Was sagst Du zum Fußball in der 5. Liga? Konntest Du von Beginn an locker mithalten?
Wir hatten als Mannschaft kaum Anpassungsprobleme. Tatsächlich liegt uns die Bayernliga spielerisch vielleicht sogar mehr als die Landesliga. Hier stellen sich die Gegner nicht nur hinten rein, es wird mehr mitgespielt, was unserem Stil eigentlich entgegenkommt. Auch persönlich hatte ich eigentlich kaum Anpassungsprobleme. Ich denke sogar, dass die Bayernliga meinem Spiel besser liegt, da ich hier oft mehr Räume habe und meine Schnelligkeit besser ausspielen kann.

Worin liegen die größten Unterschiede zur Landesliga?
Vor allem die Körperlichkeit und das Tempo sind eine andere Welt. Es wird alles einen Tick schneller gelöst, und Fehler werden gnadenloser bestraft.

Du bist erst 24 Jahre – und bereits Kapitän. Ist das etwas Besonderes für Dich oder ganz normal?
Als Kapitän in die Bayernliga aufzusteigen, war für mich ein absoluter Traum. Ich genieße es auch heute noch bei jedem Spiel, die Binde am Arm zu tragen. Normal ist das für mich definitiv nicht, das ist jede Woche wieder eine Ehre.

Ist alles in allem – als Persönlichkeit und als Fußballer – für Dich mehr drin als Bayernliga?
Ich bin aktuell sehr zufrieden in der Bayernliga. Was die Zukunft bringt, wird man sehen. Aber ich liebe es einfach, beim FSV zu spielen. Der Verein ist wie eine kleine Familie für mich, da passt das Umfeld einfach perfekt.

Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft. Feuer frei...
Kollektiv wollen wir jetzt erst mal die nötigen Punkte sammeln, um die Klasse zu halten. Individuell will ich einfach fit bleiben und mit dem FSV noch so viel wie möglich erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch - und alles Gute für die Zukunft!