2026-03-25T14:09:28.761Z

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Sportliche Signale statt Schlagzeilen: Weiden sucht die Wende

Nach Trainerentlassung und Nichtantritt empfängt die Teutonia den SSV Bornheim

von Andreas Santner · Heute, 06:44 Uhr · 0 Leser
– Foto: Leonardo Fuß

Hinter Teutonia Weiden liegt eine Woche des sportlichen Offenbarungseids. Nach dem personellen Kollaps, der zum Nichtantritt in Siegburg führte, und dem anschließenden Aus für Trainer Ercüment Dönmez soll gegen den Aufsteiger Bornheim die Rückkehr zur Normalität gelingen.

Die Schlagzeilen rund um den FC Teutonia Weiden rissen in den vergangenen Tagen nicht ab. Nach der 0:2-Wertung gegen den Siegburger SV mangels spielfähigen Personals zog der Tabellenfünfzehnte am Montagabend die Reißleine und entließ Trainer Ercüment Dönmez. Der sportliche Leiter Cemil Temür übernimmt nun in Personalunion das Ruder an der Seitenlinie, um in den verbleibenden zehn „Endspielen“ das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Trotz der prekären Lage, in der Weiden mit lediglich zwölf Punkten mit dem Rücken zur Wand steht, bemüht sich Temür um eine sachliche Einordnung der kommenden Aufgabe.

Temür: "Am Sonntag ein sportliches Signal senden"

„Wir spielen zuhause und bekommen personell wieder etwas mehr Optionen: Drei Spieler haben sich zurückgemeldet, zwei weitere könnten im Laufe der Woche noch dazustoßen. Wir werden alles dafür tun, am Sonntag ein sportliches Signal zu setzen. Es ist nicht unsere Absicht, Wettbewerbsverzerrung zu betreiben – wir haben noch zehn Spiele und wollen in jeder Partie punkten. Gegen Bornheim wollen wir damit anfangen. Jetzt geht es darum, wieder sportlich Akzente zu setzen“, erklärt Temür vor seinem Debüt als Interimscoach. Dass der Verein die Realität nicht aus den Augen verliert, unterstreicht der sportliche Leiter offen: „Die Situation ist aktuell nicht einfach, aber wenn es leicht wäre, könnte es jeder machen. Wir planen zweigleisig – sowohl für die Mittelrheinliga als auch für die Landesliga. Das ist aus unserer Sicht völlig legitim.“

Auch beim Gast verlief die Woche nicht ohne Nebengeräusche. Am Dienstag erklärte der sportliche Leiter Sharifo Osmaan mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt, obwohl sein Engagement ursprünglich erst zum Saisonende enden sollte. Sportlich jedoch befindet sich der SSV Bornheim nach dem souveränen 4:1-Erfolg gegen Porz im Aufwind. Mit 25 Punkten auf Rang zehn könnte der Aufsteiger mit einem weiteren Dreier dem Klassenerhalt einen gehörigen Schritt näher kommen. „Ich sehe die Situation recht nüchtern: Es sind noch zehn Spiele zu gehen, also 30 Punkte zu vergeben. Jetzt steht Spiel eins von zehn an. Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet und können ohne großen Druck auf die Tabelle schauen. Das ändert aber nichts daran, dass wir in jedem Spiel das Maximum herausholen wollen“, so der SSV-Trainer Patrick Schmitz.

Der Bornheim-Coach lässt sich von der Unruhe beim Gegner indes nicht ablenken. „Mit den Schlagzeilen rund um Weiden habe ich mich nicht beschäftigt, das hat für uns keinen großen Stellenwert. Klar ist, dass Weiden aktuell mit dem Rücken zur Wand steht und – Stand heute – ihr Saisonziel verfehlt. Ein Trainerwechsel kann zudem immer neue Impulse geben. Für uns zählt aber nur, dass wir unsere eigene Top-Leistung auf den Platz bringen“, betont Schmitz. Personell kann er dabei fast aus dem Vollen schöpfen – lediglich Luca Reuschenbach fehlt aufgrund seiner fünften Gelben Karte. Angesichts des torreichen 3:3-Unentschiedens im Hinspiel dürfen sich die Zuschauer auf eine interessante Partie freuen, in der Weiden die Chance zur Rehabilitation sucht, während Bornheim die eigene Entwicklung krönen will.