
Weder der FC Hennef 05 noch der SSV Bornheim konnten am vergangenen Spieltag punkten. Dennoch können die beiden Teams selbstbewusst in das Saisonfinale der Mittelrheinliga am Sonntag gehen, schließlich wussten sowohl die 05er als auch der Top-Aufsteiger aus Bornheim zuvor zu überzeugen. Die Begegnung im Stadion im Anton Klein Sportpark liefert zudem eine besondere Abschiedsgeschichte: Für SSV-Coach Patrick Schmitz ist es nach langer Amtszeit der vorerst letzte Auftritt an der Seitenlinie. Der scheidende Übungsleiter spricht im Vorfeld seines Abschiedsspiels von einem „offenen Ausgang.“ Und auch Hennef-Sportleiter Frank Fußhöller rechnet mit einem „Spiel auf Augenhöhe.“
Für den FC Hennef verlief die Spielzeit nicht immer nach Plan. Ganz im Gegenteil: Nach einer verkorksten Hinserie beendeten die 05er den ersten Saisonabschnitt auf dem letzten Nicht-Abstiegsplatz, mit einzig fünf Punkten Vorsprung auf die Grauzone. Insbesondere zum Saisonstart wurde die Elf von Chefcoach Nils Teixeira den Erwartungen nicht gerecht: Ganze fünf Spiele mussten die Rot-Weißen auf den ersten Saisondreier warten. Doch in der zweiten Saisonhälfte wendete sich das Blatt: Mit 21 eroberten Punkten erzielte der FC ganze sieben Punkte mehr als vor dem Jahreswechsel und sicherte sich den Klassenerhalt bereits frühzeitig. Eine Entwicklung, die auch Sportleiter Frank Fußhöller positiv vermerkt:
„Unsere Hinrunde war unbefriedigend, aber in der Rückrunde gab es dann eine ordentliche Leistungssteigerung. In der Rückrunden-Tabelle landen wir voraussichtlich auf Platz acht oder neun, was der Qualität der Mannschaft auch entspricht“, analysiert der 44-Jährige und resümiert: „Insgesamt gebe ich der Saison so eine drei minus.“ Ganz abgeschlossen hat der FC Hennef mit der Spielzeit jedoch noch nicht, schließlich wartet am Sonntag das letzte Saisonspiel gegen Bornheim. Vor heimischer Kulisse peilt die Teixeira-Elf zum Abschluss noch einmal drei Punkte an, wie Fußhöller versichert:
„Das jüngste Spiel verlief nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Jungs haben nicht die Leistung abgerufen, die wir fordern. Die Spannung war ein Stück weit raus. Ich will das aber gar nicht überbewerten, weil wir auch einige verletzte Spieler haben“, blickt der Sportleiter auf die 0:3-Niederlage beim Siegburger SV 04 in der Vorwoche zurück. Die Pleite beutetet das Ende der zuvor aufgebauten Siegesserie von drei Erfolgen am Stück. Im letzten Heimspiel möchte der FC Hennef nun noch einmal drei Punkte einsacken: „Wir wollen auf jeden Fall nochmal ein Erfolgserlebnis erzielen und mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen.“
Auch der SSV Bornheim musste sich derweil am vergangenen Spieltag geschlagen geben. In einem spektakulären wie - ob des letzten Heimspiels von Cheftrainer Patrick Schmitz - emotionalen Aufeinandertreffen unterlag der SSV dem VfL Vichttal mit 3:6. Dennoch kann der Liga-Neuling mit seiner Premieren-Saison nach dem Landesliga-Aufstieg im vergangenen Sommer mehr als zufrieden sein. Schließlich hatten die Blau-Weißen im Saisonendspurt nichts mehr mit dem Abstiegskampf zutun und belegen derzeit einen starken achten Tabellenplatz. Dass dies keinesfalls selbstverständlich ist, stellt auch Übungsleiter Schmitz klar:
„Meiner Meinung nach haben wir in der Saison den maximalen Erfolg erreicht. Sowohl von den Punkten her als auch der Platzierung und dem Torverhältnis. Auch die Entwicklung und die Formkurve haben stetig bergauf gezeigt“, erkennt der 34-Jährige stolz. Allen voran in der Rückserie wusste der Aufsteiger zu überzeugen: Mit 25 eroberten Zählern verbesserte der SSV seine Hinrunden-Ausbeute um sieben Punkte und sichert sich somit einen Platz in den Top-zehn der Liga. Ob es schlussendlich auch für den achten Tabellenplatz reicht, wird das Spiel in Hennef zeigen.
Dieses hat - ob des bevorstehenden Abschieds von Patrick Schmitz - besonders emotionale Bedeutung für die Bornheimer. Nach sechsjähriger Amtszeit als Chefcoach der ersten Mannschaft kehrt der Übungsleiter seinem Heimatverein, für den er auch seine gesamte Spielerkarriere aktiv war, den Rücken. Hinsichtlich seines letzten Auftrittes an der Seitenlinie des SSV richtet Schmitz bereits ein paar Abschiedsworte an seinen Klub: „Es ist schwer einzuschätzen, wo die Reise von Bornheim in der Zukunft hingeht. Ich sehe sie natürlich weiter in der Mittelrheinliga. Ich wünsche dem Verein in jedem Fall den maximalen Erfolg und Spaß sowie die Fokussierung auf die Werte, die den Verein immer ausgemacht haben“, so der Coach.
Ob dem scheidenden Übungsleiter bei seinem Abschlussspiel drei Punkte vergönnt sein werden, scheint ob der jüngsten Formkurve der beiden aufeinandertreffenden Mannschaften nur schwer vorhersehbar. Denn auch der Gastgeber aus Hennef verzeichnete im zweiten Saisonabschnitt ein klares formhoch. Demnach kann durchaus von einer engen Begegnung ausgegangen werden, wie auch die jeweiligen Verantwortlichen vermuten:
„Hennef hat in den letzten Wochen eine richtig gute Phase gehabt und viele Punkte geholt. Dementsprechend glaube ich an einen offenen Ausgang“, schlussfolgert Schmitz, während sich auch 05-Sportleiter Fußhöller dieser These anschließt: „Bornheim ist der stärkste Aufsteiger. Sie werden am letzten Spieltag noch einmal alles raushauen und Schmitz einen ordentlichen Abschied bescheren wollen. Deshalb gehe ich von einem Spiel auf Augenhöhe aus“, so der Sportleiter.
Wer dann schlussendlich die Nase vorne haben wird, wird dann am Sonntag zu sehen sein. Anstoß der Partie in Hennef ist um 15 Uhr.