Die Ernüchterung am Weidener Flutkanal nach der 1:3-Niederlage im Kellerduell bei der DJK Irchenrieth am vergangenen Sonntag war groß. Trotz des bislang ausbleibenden sportlichen Erfolgs – die DJK Weiden fristet mit nur sieben ergatterten Zählern ihr Dasein am Tabellenende der Kreisliga Nord – war die Stimmung beim Team von Coach Manuel Albert gut. Der Auftritt in Irchenrieth ließ sie nun allerdings kippen. Es wurde deutlich, dass die Mannschaft im ungemein nervenaufreibenden Bemühen, die Liga zu halten, neue Impulse braucht.
Am Montag nun setzten sich die Verantwortlichen der DJK und ihr Trainer zusammen, analysierten die bisherige Saison und besprachen die aktuelle Lage. Am Ende stand die gemeinsame Entscheidung, auf dem Posten des Cheftrainers eine Veränderung durchzuführen. Nachdem natürlich ein Nachfolger nicht sofort parat steht, wurde von der in die Entscheidung eingebundenen Mannschaft der Wunsch herangetragen, dass Sportlicher Leiter Rico Friese (47) in den nächsten vier Partien an der Außenlinie stehen soll. „Ich werde vorerst bis zur Winterpause übernehmen, dabei versuchen, die Mannschaft aufzurichten und mit ihr möglichst zu punkten. Dann setzt man sich wieder zusammen und berät, wie es weiter gehen soll", so Rico Friese am Mittwochmorgen.
In der Sommerpause vor der laufenden Kreisliga-Spielzeit hatte man sich bei der Elf vom Weidener Flutkanal auf der Suche nach einem geeigneten Übungsleiter als Nachfolger für den scheidenden Stefan Krebs aus dem internen Regal bedient. Mit dem bisherigen Co-Trainer Manuel Albert (45) bestieg ein Mann die Kommandobrücke, der die Gegebenheiten am Weidener Flutkanal bestens kannte und daher keine große Eingewöhnungszeit brauchte. Neben seiner Funktion als Assistent von Stefan Krebs war Albert außerdem Torwarttrainer beider Herrenteams sowie der U19.
Mit großer Motivation ging Manuel Albert ans Werk, musste jedoch bald erkennen, dass er und die Seinen vor einer mehr als schwierigen Saison stehen. Woche für Woche stellten die Ergebnisse nicht zufrieden, wenngleich Albert alles dafür tat, den Turnaround einzuleiten. Ein Blick auf die Tabelle der Kreisliga Nord zeigt, dass die Wolken über der DJK dunkler nicht sein könnten. Nach nur 7 Punkten aus 14 Spielen ziert man das Tabellenende, die Rote Laterne hängt demnach im Sportheim am Flutkanal. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt sechs Zähler, eine Situation, die prekär, aber nicht aussichtslos ist. Nun hat man sich entschlossen, die Reißleine zu ziehen, vor den finalen vier Spielen des Kalenderjahres (die DJK tritt dabei drei Mal zuhause an) sollen neue Impulse helfen, noch so viele Zähler zu holen, um die Ausgangsposition vor dem Re-Start im März 2025 zu verbessern.
„Wir machen Manuel in keiner Weise einen Vorwurf. Er hat alles gegeben und hat die bislang ernüchternde Bilanz nicht zu verantworten, denn er konnte vom Spielfeldrand aus ja nicht die Tore schießen, die bei vielen Torchancen möglich waren. Trotz aller gemeinsamen Anstrengungen ist der sportliche Erfolg ausgeblieben. Die Verantwortlichen und Manuel Albert haben nun beschlossen, die Ansprache an die Mannschaft zu verändern und neue Reizpunkte zu setzen. Ich möchte nun die Mannschaft zunächst aufrichten und ihr neues Selbstbewusstsein geben. Allerdings ist sie nun in der Pflicht, Taten folgen zu lassen. Welch familiäres Klima bei uns herrscht beweist auch die Tatsache, dass sich Manuel Albert sofort bereit erklärt hat, in seine Funktion als Torwarttrainer zurückzukehren, er bleibt also an Bord“, erklärt Spartenleiter Rico Friese.
Am Weidener Flutkanal hofft man nun, dass der Trainerwechsel ähnlich wie bei der Konkurrenz aus Irchenrieth – positive Auswirkungen auf das Punktekonto hat. Schon am kommenden Wochenende gegen den ASV Haidenaab soll der Bock umgestoßen und eine bessere Zeit eingeläutet werden. „Resignation oder gar Aufgabe sind bei uns kein Thema. Wir rücken noch enger zusammen und hauen als Mannschaft alles raus. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt“, so Friese abschließend.