2025-04-02T15:12:16.030Z 1743789087497

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Spielszene aus dem Bezirksliga-Derby zwischen dem SV Raisting (rechts, Viktor Neveling) und dem TSV Peiting (links, Lukas Wolf), das mit 1:1 endete.
Spielszene aus dem Bezirksliga-Derby zwischen dem SV Raisting (rechts, Viktor Neveling) und dem TSV Peiting (links, Lukas Wolf), das mit 1:1 endete. – Foto: Oliver Rabuser

Später Ausgleich im Nachbarduell – „Jeder hat bis zum Schluss dran geglaubt“

Kampfgeist bis zum Abpfiff

Der Aufsteiger TSV Peiting gibt im Bezirksliga-Derby nicht auf und erkämpft sich schließlich ein 1:1 beim SV Raisting.

Raisting – Die Geschichte war eigentlich schon geschrieben: Der SV Raisting siegt im Bezirksliga-Derby gegen den TSV Peiting durch eine präzise umgesetzte Standardsituation mit 1:0, und natürlich war der Ex-Peitinger Benedikt Multerer als Torschütze der Matchwinner. Eine Erzählung, die den bisherigen Saisonverlauf der gerne mal minimalistisch agierenden, gleichwohl schwer zu bändigenden Raistinger relativ typisch widergespiegelt hätte. Spätestens eingangs der Nachspielzeit war dieser Ansatz hinfällig. Denn Peiting wehrte sich nicht nur über die gesamte Spielzeit in adäquatem Maße. Der Aufsteiger verdiente sich das 1:1-Unentschieden auch durch enorme Courage in der Schlussphase.

Trainer Thomas Fischer wechselte offensiv ein, und er wurde belohnt. Christoph Enzmann, kurz zuvor erst in die Partie gekommen, wurde nach einem weiten Einwurf und einer missglückten Kopfballabwehr von Gianluca Zandt freigeblockt, sodass er den Ball in die kurze Ecke befördern konnte. Die anschließende Jubeltraube sprach Bände, ganz Fußball-Peiting lag sich in den Armen. „Man sieht, dass die Mannschaft intakt ist“, betonte Coach Fischer den offenkundigen Zusammenhalt seines Teams trotz des schwierigen Saisonstarts. „Jeder hat bis zum Schluss dran geglaubt“, ergänzt der Übungsleiter.

Raisting-Trainer sieht Schwächen seiner Mannschaft

SVR-Trainer Hannes Franz anerkannte die Punkteteilung bis zu einem gewissen Punkt. Sein SVR habe in den letzten 25 Minuten „nicht mehr so seriös verteidigt“. Trotz Führung und ohne Not wurden „immer mehr Räume“ zugelassen, und dass die Peitinger bei Standards ohnehin etwas zu bieten haben, sei hinlänglich bekannt gewesen. Dass der von Herrmann Sigl verursachte Einwurf eigentlich einer für Raisting war, soll nicht unerwähnt bleiben. Als Pech für den SVR taugt die minimale Fehlinterpretation des Linienrichters allerdings nicht. Denn die Gäste hätten nach einer Aktion von Thomas Bretthauer gegen Christoph Hertl einen Strafstoß zugesprochen bekommen müssen. Das bestätigte hinterher sogar Multerer. Unclever von Bretthauer, da Hertl weg vom Tor lief.

Peitinger demonstrieren Können

Dass die Begegnung insgesamt erst zum Ende hinaus Fahrt aufnahm, lag zum einen an einem sehr kompakten Auftritt der Peitinger, der die bisherigen Leistungsnachweise und Resultate nicht annähernd widerspiegelte. Franz räumte ein, dass man sich sehr schwer gegen den „Fünfer-Riegel“ der Gäste getan habe. Es lag aber auch an mangelnder Konsequenz des Spitzenreiters. Das Gros an Angriffsbemühungen endete vor dem Strafraum. „Zu wenig aus guten Ausgangssituationen gemacht“, monierte Franz.

Fischer betonte, dass seine Elf aus dem Spiel „überhaupt nichts zugelassen“ habe; der Rückstand aber auf einem nicht geplanten Muster fußte. Der Coach erkannte „einen Tick zuviel Fouls im Halbfeld.“ Eines davon machte sich der SVR zu nutze, als Maximilian König den Ball an den langen Pfosten schickte, David Gretschmann per Kopf verlängerte und Multerer, vor Keeper Marius Klein leicht eingesprungen, zum 1:0 einschoss. Vinzenz Wolf hatte Pech mit einem aus der Luft genommenen Drehschuss.

Der Ball knallte zunächst gegen die Latte, dann gegen Kleins Nacken. Und selbst nach dem späten Ausgleichstreffer rauschte ein Schuss von Raistings Wolf denkbar knapp am Winkel vorbei, während Viktor Nevelings Freistoß die Oberkante der Querlatte touchierte. Fischer indes freute sich über eine breite Bank, von der unter anderem Enzmann spät, aber wirkungsvoll am Geschehen teilnahm. (Oliver Rabuser)

Aufrufe: 09.9.2024, 06:36 Uhr
Oliver RabuserAutor