
Was als Duell auf Augenhöhe begann, endete in einem turbulenten Spiel mit drei Platzverweisen, hitzigen Diskussionen und Big Points für den SSV Bornheim. Die Gäste setzten sich bei der SpVg Frechen 20 mit 4:1 (0:0) durch. Während Bornheim den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen auf 13 Punkte ausbaute, war Frechens Trainer Okan Özbay nach Abpfiff stinksauer – vor allem auf die Schiedsrichterleistung.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie ohne klare Favoritenrolle. Frechen setzte in der ersten Halbzeit aber die gefährlicheren Akzente. In der 13. Minute traf Kerim Taskale mit einem Distanzschuss den Pfosten, in der 40. Minute setzte Patrick Friesdorf-Weber einen Abschluss an die Latte.
Doch im direkten Gegenzug folgte die erste spielentscheidende Szene. Andriy Tykhonov brachte Danny Simmo an der Strafraumkante zu Fall, nachdem dieser bereits am Torhüter vorbei war. Die Folge: Rote Karte wegen Notbremse (41.). Osmaan sprach von „einer harten, aber vertretbaren Entscheidung“.
Trotz Unterzahl kam Frechen mutig aus der Kabine. In der 50. Minute erzielte Patrick Friesdorf-Weber aus spitzem Winkel das 1:0, nachdem ein Ball im Strafraum nicht konsequent geklärt worden war. Die 250 Zuschauer sahen eine Mannschaft, die sich keineswegs versteckte.
Doch Bornheim antwortete prompt. In der 62. Minute köpfte Julio Molongua nach einer Flanke aus dem Halbfeld zum 1:1 ein – „perfekt gegen die Laufrichtung des Torhüters und unhaltbar“, wie Osmaan schilderte. Zehn Minuten später drehte Bornheim die Partie. Nils Wolters legte quer auf Marius Jennes, der nur noch einschieben musste (72.).
In der 83. Minute sah Miran Agirbas nach einem taktischen Foul zunächst Gelb und anschließend Gelb-Rot nach einer Rangelei. „Auf diesem Niveau muss man cleverer agieren – die Entscheidung war vertretbar“, kommentierte Osmaan den zweiten Platzverweis.
Damit war die Partie praktisch entschieden. Kurz vor Schluss sah auch der eingewechselte Hamza Hachimi nach wiederholten Foulspiel Gelb-Rot (90.+4). Den fälligen Strafstoß verwandelte Mohamed Zaim sicher zum 1:4 (90.+5), nachdem er bereits in der 86. Minute zum 1:3 getroffen hatte. Osmaan sprach von der „Time to Zaim“ – der Joker avancierte mit seinem Doppelpack zum Matchwinner.
Frechens Trainer Okan Özbay wollte sich nach dem Spiel nicht zum sportlichen Verlauf äußern. „Ich würde gerne über den Inhalt des Spiels sprechen, aber das wäre an dieser Stelle nicht richtig“, sagte der 33-Jährige. Stattdessen stellte er grundsätzlich die Frage, „wie sehr Fehlentscheidungen ein Spiel beeinflussen können“.
Er ging noch weiter: „Dieses Spiel könnte man durchaus zu Video-Schulungszwecken für Schiedsrichter nutzen.“ Was an diesem Tag passiert sei, habe er „so noch nicht erlebt“. Deshalb sei es aus seiner Sicht „falsch, jetzt über das eigentliche Spiel zu sprechen“.
Bei Bornheim überwog dagegen die Zufriedenheit. Drei Platzverweise in einem Spiel seien zwar selten, doch „am Ende waren die Entscheidungen nachvollziehbar, sodass es keine großen Diskussionen geben kann“, so Osmaan.
Er räumte ein, dass Frechen trotz Unterzahl stark aus der Pause gekommen sei. Im Elf-gegen-Elf wäre es „vermutlich bis zum Schluss ein Duell auf Augenhöhe geblieben“.
Mit nun 13 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge kann Bornheim selbstbewusst nach vorne blicken. „Ein großes Lob an die Mannschaft: 13 Punkte über dem Strich – das ist eine starke Leistung“, erklärte Osmaan. Einsatz, Mentalität und Zusammenhalt stimmten, das sei in einer herausfordernden Saison „keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis harter Arbeit“.
In der kommenden Woche wartet mit Tabellenführer SV Bergisch Gladbach 09 die nächste Aufgabe. „Wir haben keinen Druck und werden entsprechend selbstbewusst auftreten“, kündigte Osmaan an.