Auswärtsspiel auf heimischen Rasen hieß es am gestrigen Donnerstagabend für den SSV Neumünster. Aufgrund eines Sturmschadens am Vortag fiel das Flutlicht beim TSV Wasserburg aus. Kurzfristig verlegten die beiden Abteilungsleitungen das Spiel dann nach Neumünster. Dass dann ausgerechnet auch beim SSV das Flutlicht nach knapp einer Stunde die Grätsche machte, hätte wohl keiner geglaubt. Fast eine Stunde nach regulärem Spielende tütete Neumünster in Unterzahl den vierten Saisonsieg ein.
Kurz nach dem Mittag klingelte bei Neumünsters Abteilungsleiter Stefan Neubauer das Telefon und der TSV Wasserburg teilte mit, dass ein Spiel am Abend nicht möglich sein wird. Das Unwetter im Günzburger Stadtteil am Vorabend hatte das Flutlicht beschädigt. In konstruktiver Zusammenarbeit wurde beschlossen in Neumünster zu spielen. Die Kräfteverhältnisse waren vom Anpfiff weg klar verteilt, der SSV war klar spielbestimmend. Nach rund fünf Minuten brauchte es eine erste Glanzparade von TSV-Keeper Florian Terne gegen Valentin Jaumann um den ersten Einschlag zu verhindern. Beim Nachschuss von Daniel Kränzle wäre er wohl chancenlos gewesen, aber ein Verteidiger war auf der Linie zur Stelle. Ein weiteres Mal zeichnete sich der Schlussmann nach rund einer halben Stunde aus, als er gleich zwei Abschlüsse von Franz Behmer glänzend parierte. Die Gäste verteidigten leidenschaftlich und konnten den SSV ansonsten an weiteren zwingenden Torchancen hindern. Offensiv wurden sie nahezu gar nicht vorstellig. Anfang der zweiten Hälfte wurde die Truppe von Trainer Holger Nittka mutiger und hatte ihre beste Phase. Mit langen Diagonalbällen versuchten sie die SSV-Abwehr zur überspielen und hätten das zweimal auch fast geschafft, Keeper Michael Reißner war aber beide Male zur Stelle. Nach rund 15 Minuten in der zweiten Halbzeit ging dann ironischerweise auch in Neumünster das Licht aus. Die Flutlichtanlage war überhitzt und so fielen vier der sechs Strahler aus. Nach mehreren Gesprächen zwischen Vereinsverantwortlichen, dem Schiedsrichter, Trainern und Abteilungsleitern schien alles auf einen Abbruch hinauszulaufen. Zweimal waren die Lichter zwar kurz an aber auch schnell wieder ausgegangen. Über 30 Minuten warteten die Akteure und Zuschauer bis dann schlussendlich doch weitergespielt werden konnte. Die Fans, die bis dahin durchgehalten hatten, wurden mit einer packenden Restspielzeit belohnt. Beide Teams hatten wider Erwarten kein Problem wieder ins Spiel zu finden. Neumünster erhöhte den Druck nochmal deutlich und wollte die Entscheidung erzwingen, das Tor der Gäste schien aber wie vernagelt. Erst setzte der eingewechselte Fabian Greiler einen Kopfball einen Ticken zu hoch an, dann landete ein schöner Flugkopfball von Fabian Schrodi neben dem Gehäuse. In der 84. Minute schien das Spiel nochmals zu Gunsten von Wasserburg zu kippen. Fabian Greiler erhielt für ein vermeintliches Blocken eine 10 Minuten Zeitstrafe, nicht nur auf Heimseite sah man hier eher überraschte Gesichter. Nur drei Minuten später kam es für die Blau-Weißen dann noch dicker, Christian Wink handelte sich nach einem taktischen Foul ebenfalls eine Zeitstrafe ein. Mit zwei Mann mehr wäre den Wasserburgern fast der „lucky punch“ gelungen. Nach einem gescheiterten Klärungsversuch aus dem Sechszehner des SSV wurde der Ball nochmal auf Artan Sopjani geflankt. Aus rund acht Metern platzierte er den Ball nahezu perfekt neben den Pfosten, doch der eingewechselte Torhüter Stiljano Moracaj bewies seine ganze Klasse und kratzte das Leder von der Linie. Die Entscheidung fiel rund nur Sekunden später auf der anderen Seite. Jürgen Litzel legte sich den Ball zurecht und zog aus 20 Metern einfach mal ab. TSV-Keeper Terne zeigte sich sichtlich überrascht und konnte den Einschlag nicht verhindern – 1:0 (89.). Da hielt es auch die Neumüsterer Bank nicht mehr auf den Sitzen und Matchwinner Litzel wurde frenetisch gefeiert. Jetzt hieß es, die Führung nur noch über die Zeit zu bringen, doch der wiedereingewechselte Daniel Kränzle hatte noch einen im Köcher. Mit einem Traumpass in der 92. Minute schickte er Fabian Schrodi auf die Reise, der gegen hochaufgerückte Wasserburg die Übersicht behielt und auf seinen mitgelaufenen Bruder querlegte. Der schob zum verdienten 2:0 Endstand ein. Um kurz vor 22 Uhr war dann endlich Schluss und Neumünster durfte den vierten Sieg im vierten Spiel bejubeln.
Am Wochenende spielt der SSV erneut nicht, der nächste Gegner heißt am 15.09 dann SV Aislingen.