2025-04-02T15:12:16.030Z 1743727380214

Allgemeines
– Foto: Anna Zeller/Verein

SG Bornim: "Wir wollen uns als Aufsteiger gut präsentieren"

Aufsteiger mit Licht und Schatten: Trainer Maximilian Stöck in der FuPa-Zwischenbilanz

Mit 18 Punkten aus 15 Spielen rangiert die SG Bornim zur Winterpause auf Platz 10 der Landesliga Nord. Während die Offensive mit 31 Toren überzeugt, bleibt die Defensive mit 44 Gegentreffern die große Baustelle. Trainer Maximilian Stöck spricht in der FuPa-Zwischenbilanz über die Herausforderungen, die Entwicklung des Teams und die Ziele für die Rückrunde.

Solide Leistung, aber Potenzial nach oben

Mit Blick auf die Hinrunde zeigt sich Maximilian Stöck grundsätzlich zufrieden. "Als Aufsteiger sind wir mit 18 Punkten im Soll. Der Auswärtssieg in Eberswalde und der Heimsieg gegen Blau-Gelb Falkensee haben uns zum Schluss nochmal gutgetan. Aber in einigen Spielen war sicherlich mehr drin." Besonders in engen Partien habe oft die letzte Konsequenz gefehlt, um einen Punkt oder gar drei mitzunehmen. Trotz der gemischten Ergebnisse sieht Stöck die Entwicklung des Teams positiv und hebt die Moral der Mannschaft hervor.

Defensive: Ein Problem mit vielen Facetten

Die große Schwachstelle der SG Bornim bleibt jedoch die Defensive. Mit 44 Gegentoren stellt das Team die zweitschwächste Abwehr der Liga. "Über 40 Gegentore waren so nicht abzusehen. Natürlich gibt es auch Tore, die der Gegner gut macht, aber bei 60 Prozent der Gegentore reden wir über einfache Basics, die uns fehlen: Abwehrdreiecke, Sicherungen, Restverteidigung – da müssen wir als Gruppe besser arbeiten," erklärt Stöck. Dabei betont er, wie wichtig es sei, die Defensive nicht nur als Aufgabe der Abwehrreihe zu betrachten, sondern als gemeinschaftliches Ziel des gesamten Teams.

Auch individuelle Fehler hätten immer wieder zu Gegentoren geführt. "20 Prozent der Gegentore resultieren aus krassen Fehlern im eigenen Drittel. Das war zu Beginn der Saison eklatant, hat sich aber zum Ende hin gebessert. Wichtig ist, dass wir die Spieler trotzdem weiter bestärken. Fehler gehören zu unserem mutigen Ansatz dazu." Diese Fehler resultieren laut dem Trainer oft aus der jungen Altersstruktur des Teams, das erst an die hohen Anforderungen der Landesliga herangeführt werden muss.

Spektakel gegen Schwedt: Ein Highlight der Hinrunde

Eines der emotionalen Höhepunkte war der 5:4-Sieg gegen den FC Schwedt 02. "Das war ein Spiel, in dem eigentlich alles dabei war. Wir lagen 1:4 hinten, haben uns aber freigeschwommen und mit einer unglaublichen Energieleistung das Spiel gedreht. Diese Moral beeindruckt mich immer wieder." Diese Mentalität, sich trotz Rückschlägen aufzurappeln, sieht der Trainer als eine zentrale Stärke seines Teams. "Du kriegst einen Nackenschlag nach dem anderen, aber du fällst nicht, sondern stehst auf. Das zeigt, was in dieser Mannschaft steckt." Die Partie gegen Schwedt sei exemplarisch für die widerstandsfähige Mentalität der Spieler, die auch in schwierigen Phasen immer wieder neue Kraft mobilisieren konnten.

Junge Mannschaft mit Potenzial

Mit einem Kader, dessen Spieler zu 80 Prozent aus dem eigenen Nachwuchs stammen, steht die SG Bornim vor einer steilen Lernkurve. "Die Jungs haben in der U17 und U19 alles weggeballert und um den Regionalliga-Aufstieg gespielt. Jetzt müssen sie lernen, dass es in der Landesliga nicht reicht, nur eine Halbzeit gut zu spielen. Hier wird jeder Fehler sofort bestraft," betont Stöck. Die jungen Spieler seien daran gewöhnt, Spiele zu dominieren, müssten sich nun aber anpassen, gegen ältere und erfahrenere Gegner zu bestehen.

Die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern soll weiter stabilisiert werden. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in einzelnen Spielern, sondern in der gesamten Mannschaft. Jeder muss seinen Teil beitragen, und das tun die Jungs auch im Training." Besonders wichtig sei es, dass die jungen Spieler aus Fehlern lernen und sich Schritt für Schritt an die physische und taktische Intensität der Liga gewöhnen.

Vorbereitung und Kaderplanung

Die Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt am 27. Januar, das erste Testspiel findet am 1. Februar gegen die U19 von Hertha Zehlendorf statt. Insgesamt sind fünf Testspiele geplant, bevor am 1. März das schwere Auswärtsspiel bei Eintracht Alt Ruppin ansteht. Ziel der Vorbereitung ist es, sowohl die taktischen Abläufe zu verfeinern als auch die Spieler konditionell auf die intensiven Aufgaben der Rückrunde vorzubereiten.

Veränderungen im Kader sind aktuell nicht geplant. "Es gab ein paar Abgänge, die aber abzusehen waren. Zugänge haben wir bisher keine, aber wir sind gut aufgestellt und sehen uns gerüstet, unsere Ziele zu erreichen," sagt Stöck. Besonders in der Vorbereitung soll das Zusammenspiel der verbleibenden Spieler gefördert werden, um als Team noch enger zusammenzuwachsen.

Ziele für die Rückrunde

Der Klassenerhalt bleibt das Hauptziel der SG Bornim. "Wir wollen die 18 Punkte aus der Hinrunde übertreffen und uns frühzeitig absichern. Dabei wird der Auftakt gegen Alt Ruppin enorm wichtig sein. Wir wollen direkt punkten, um nicht unter Druck zu geraten," erklärt Stöck. Eine gute Punkteausbeute zu Beginn der Rückrunde sei entscheidend, um Drucksituationen zu vermeiden.

Besonderen Fokus legt das Trainerteam auf die Defensive. "Wir müssen lernen, mit Leidenschaft zu verteidigen, und uns noch enger unterstützen. Unsere Abläufe müssen besser werden, und wir dürfen den Gegnern nichts mehr schenken." Die ersten Partien gegen Alt Ruppin, Schwedt und Hennigsdorf gelten als richtungsweisend. Hier will die Mannschaft zeigen, dass sie aus den Erfahrungen der Hinrunde gelernt hat.

Hoffnung und Selbstbewusstsein

Trotz der Schwierigkeiten blickt Maximilian Stöck optimistisch in die Zukunft. "Die Jungs haben in der Hinrunde viel gelernt, und wir haben uns nach einem schwierigen Oktober und November deutlich stabilisiert. Jetzt geht es darum, die mentale Widerstandsfähigkeit weiter auszubauen und als Team zusammenzuwachsen." Besonders wichtig sei es, dass die Spieler ihre defensive Stabilität verbessern, um in engen Spielen punkten zu können.

Der Trainer schließt mit einem klaren Appell. "Wir wollen uns als Aufsteiger gut präsentieren und zeigen, dass wir in diese Liga gehören. Dazu braucht es harte Arbeit, Mut und den unbedingten Willen, über die gesamten 90 Minuten voll bei der Sache zu sein." Am 1. März wird die SG Bornim beweisen müssen, ob sie ihre Lektionen aus der Hinrunde gelernt hat. Das Auftaktspiel gegen Alt Ruppin verspricht Spannung und ist richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf.

Aufrufe: 022.1.2025, 15:00 Uhr
redAutor