
Armsheim/Flonheim. Die SG Armsheim/Flonheim feiert in diesen Tagen ihren ersten Geburtstag. Erst zur Spielzeit 2025/26 war diese Spielgemeinschaft aus der Taufe gehoben worden. Der traditionsreiche Fußballverein Flonheim, zu dem Zeitpunkt bereits in Allianz mit dem nicht weniger ruhmreichen TV Lonsheim, hätte alleine nicht mehr überlebt.
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Ein Jahr nach dem Partnerwechsel des FV Flonheim wirkt es so, als habe sich die Abkehr des TSV Armsheim vom Singledasein ausgezahlt. Platz sieben in der A-Klasse war ein Befreiungsschlag, nachdem das Team um das mehrjährige Trainer-Duo Marco del Pin und Pascal Mohr im Vorjahr gegen den Abstieg spielte.
Eben das streicht Marco del Pin im Gespräch mit der VRM heraus: „Das wir schon sechs, sieben Spieltage vorm Saisonende das Klassenziel erreicht hatten, war klasse. Hätte mir vor der Saison jemand Rang sieben angeboten, ich hätte das sofort unterschrieben“, reflektiert der Spielertrainer: „Wir spielten eine herausragende Vorrunde – trotz des sehr kleinen Kaders.“
Kleiner Kader? Und das nach der Zusammenlegung von FV Flonheim und TSV Armsheim? Ja, sagt Marco del Pin: „Sportlich hat uns diese Verbindung relativ wenig bis gar nichts gebracht“. Personell waren die Adelberger am Ende ärger gebeutelt, als sich das in den Fusionsgesprächen abgezeichnet hatte. Dies erkläre auch, warum die zweite Mannschaft der jungen Spielgemeinschaft trotz besten Willens mitten in der Saison zurückgezogen werden musste. Die Personaldecke war einfach zu dünn.
Trotzdem freut sich del Pin über die Kooperation mit dem Nachbarort. Insbesondere, weil der FV Flonheim einen prächtigen Naturrasen in die Verbindung einbrachte. Ein solches Geläuf fehlte den Armsheimern, die im Alzeyer Land zu den ersten Klubs mit Kunstrasen gehörten. Aber eben keinen „echten“ Rasen haben. Das, schildert del Pin, war in der A-Klasse immer ein Wettbewerbsnachteil. Seinem Team mangelte es schlicht und ergreifend an der Übung auf diesem Boden.
Infolgedessen verlegten die Armsheimer in dieser abgelaufenen Saison viele Trainingseinheiten nach Flonheim. Zumal es dort auch ein sehr schönes Vereinsheim gebe, was für die Fußballer vom TSV schon essentielle Bedeutung hat. Die Armsheimer sind noch ein Klub mit ausgeprägtem Vereinsleben nach Training und Spielen. Dazu braucht es die Infrastruktur, um sich wohlzufühlen.
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Eben Spieler, die diese DNA bevorzugen, sammeln sich beim TSV Armsheim. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich so eine Einheit zusammengefunden, die sehr harmonisch ist. Vereint im Ziel, gemeinsam Fußball zu spielen und gemeinsam das Miteinander zu zelebrieren. Das trägt sehr zur Kaderstabilität bei. Die Allermeisten, unter ihnen mit Nikolaj Michel der zweiterfolgreichste Torjäger der A-Klasse (29 Tore, hinter Sebastian Baumann von der SG Nieder-Wiesen/Rheinhessische Schweiz), sind seit Ewigkeiten mit ihrem TSV verbunden. Del Pin spricht von einer „einzigartigen Gemeinschaft“, der das Trainer-Duo auch in der kommenden Runde die Treue halten wird.
So wie der Rest des Teams. Lediglich Lukas Steuerwald orientiert sich aus privaten Gründen Richtung Fürfeld. Tristan Reichow indes kommt vom TSV Gau-Odernheim zurück, genau wie das frühere Edeltalent Ali Karakus nach längerer Verletzungspause bei der SG Armsheim/Flonheim sein Comeback geben möchte. „Außerdem kommen noch eins, zwei Langzeitverletzte zurück“, hofft Del Pin. Und mit eins, zwei Spielern sei die SG obendrein in Gesprächen.
Definitiv klar ist, dass Nikolaj Michel trotz seiner 36 Jahre noch eine Saison dranhängen wird. Er trug mit seinen 29 Treffern dazu bei, dass die SG Armsheim/Flonheim hinter Meister TuS Monsheim den zweitbesten Angriff der Liga stellte. Weitere Leistungsträger waren Del Pin, Kapitän Tobias Fiederlein, Torhüter Christoph Fink, Leon Seib und Pascal Mohr. Sie standen jeweils mehr als 1800 Spielminuten auf dem Feld.
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Obwohl kommende Runde wahrscheinlich merklich mehr Personal zur Verfügung stehen wird, planen Mohr und Del Pin mit ihrer Mannschaft nicht, in den Aufstiegskampf zur Bezirksliga einzugreifen. Platz sechs könnte zwar wegen der bevorstehenden Spielklassen-Reform reichen. Aber um das als Ziel auszurufen, sagt Del Pin, „ist der Kader einfach zu dünn. Es wäre unrealistisch, einen solchen Anspruch zu formulieren.“ Wenn es trotzdem klappt, würde sich aber wahrscheinlich keiner gegen den Aufstieg sträuben.