2024-02-23T08:22:50.674Z

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Bei den Frauen der Sportfreunde Uevekoven gibt es einen Trainerwechsel.
Bei den Frauen der Sportfreunde Uevekoven gibt es einen Trainerwechsel. – Foto: Till Siemes

SF Uevekoven Frauen: Ära Arand nach über sieben Jahren beendet

Wie schon lange zuvor angekündigt, hat Patrick Arand als Coach der Frauen berufsbedingt nach der Hinrunde aufgehört. In der Rückrunde coachen Nicole Bertrams und Florian Wolters aus dem Staff das Team gemeinsam.

Dass ein erfolgreicher Trainer, der schon lange im Verein ist, zur Winterpause aufhört, ist eher ungewöhnlich. Bei Patrick Arand, Coach der Mittelrheinliga-Frauen der Sportfreunde Uevekoven, ist genau das aber nun der Fall. Nach insgesamt siebeneinhalb Jahren (die ersten zwei als Coach der Frauenreserve, danach als Trainer der ersten Frauenmannschaft) hat der Kaarster nun aufgehört. Das war schon Mitte des Jahres klar, weil sich da schon abgezeichnet hatte, dass Arand wegen einer beruflichen Veränderung abdem Spätsommer nicht mehr die nötige Zeit für den Trainerjob haben wird.

Arand übergibt das Team mit soliden 18 Punkten aus zwölf Partien auf Rang sieben – mit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

So lief die Hinrunde

Nach vier Punkten zum Auftakt (0:0 beim TuS Jüngersdorf-Stütgerloch, 5:1 gegen die Spvg. Wesseling-Urfeld) setzte es vier Niederlagen in Serie – beginnend mit dem happigen 0:5 bei Spitzenreiter SV Deutz 05. Danach fanden die Sportfreunde mit drei Siegen in Serie aber wieder in die Spur, verloren auch danach kein Spiel mehr.

Was in Uevekoven aber immer schmerzt, sind Niederlagen gegen den ewigen Kreisrivalen SV Waldenrath-Straeten. Der gewann das Kreispokalfinale in Uevekoven mit 1:0. Weniger hatte Arand dann an der folgenden Zweitrundenniederlage im Mittelrheinpokal zu knabbern. Das verloren die Grün-Weißen gegen Ligarivale Sportfreunde Ippendorf 1:2. Bis kurz vor Schluss stand es 1:1, dann lief die Heimelf in einen Konter. „Wir wollten den Sieg noch in der regulären Spielzeit erzwingen, sind daher ins Risiko gegangen. Leider ist das bestraft worden“, erläutert Arand.

Das war gut

Grundsätzlich ist Arand mit der Leistung seiner Schützlinge in seinem letzten Halbjahr als Verantwortlicher zufrieden: „Wir haben guten und gepflegten Fußball gespielt.“ Sehr einverstanden war er zuvor mit der Sommer-Vorbereitung: „Da haben wir gerade auch im konditionellen Bereich eine Menge gemacht – und das mussten wir auch.“ Verlass war zudem auf die beiden besten Scorerinnen. Joana Herrmann und Dilara Lüpges erzielten je sechs Treffer und bereiteten zudem je zwei Tore vor.

Das muss besser werden

Auch wenn die Mannschaft eine Einheit ist – ein gravierendes Manko machte sich krass bemerkbar: Der Kader ist mit nur 18 Akteuren relativ klein. Da krankheits-, urlaubs- und studienbedingt immer wieder Spielerinnen ausfielen, standen bei den Partien oft nur 14, 15 Akteure zur Verfügung. Jacqueline Berger und Elena von den Driesch fielen zudem mit Bänderrissen wochenlang aus.

„Ich konnte nicht zweimal hintereinander dieselbe Startelf aufbieten, war stattdessen immer wieder gezwungen, Spielerinnen auf ungewohnte Positionen einzusetzen“, sagt Arand – und nennt ein Musterbeispiel: „Unseren Routinier Annika Loose habe ich vom Sturm in die Abwehr beordert. Das ist definitiv nicht ihre Lieblingsposition, doch sie hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Und mit ihr da hinten drin haben wir auch deutlich an Stabilität gewonnen.“

So läuft die Vorbereitung

Nachdem die Suche nach einem externen Nachfolger ergebnislos blieb, trainieren das Team in der Rückrunde gleichberechtigt der Sportliche Leiter Florian Wolters und die bisherige Co-Trainerin Nicole Bertrams. Beide sind quasi Sportfreunde-Urgesteine, kennen das Team bestens. Weil Bertrams auch noch Jugendleiterin bei ihrem Heimatverein SV Klinkum ist und daher auch dort regelmäßig gefordert ist, wollte sie den Trainerjob in Uevekoven nicht alleine übernehmen. „Die Tandem-Lösung passt. Beide haben gute Ideen, werden das Team weiterentwickeln“, sagt Arand.

Er selbst verlässt die Sportfreunde schweren Herzens. „Dieser Schritt ist mir alles andere als leicht gefallen. Die Sportfreunde sind in den siebeneinhalb Jahren zu meiner sportlichen Heimat geworden. Wenn es der Beruf nicht erfordert hätte, hätte ich auch noch lange weitergemacht. Der Zusammenhalt hier ist riesig – und richtig feiern können die Sportfreunde auch. Das habe ich oft genug mitmachen dürfen. Beim Abschied sind daher schon ein paar Tränen geflossen“, sagt Arand.

Und eines sei für ihn auch klar: „Ich werde nie wieder eine Frauenmannschaft trainieren – dafür bin ich zu sehr mit den Sportfreunden verbunden. Wenn ich noch einmal eine Mannschaft trainiere, dann wird es ein Jugendteam sein, in dem einer meiner Kinder spielen wird – wenn ich denn einmal Kinder haben sollte.“

Aufrufe: 012.2.2024, 08:00 Uhr
Mario EmondsAutor