Zum Auftakt der Vorsaison hatte der amtierende Oberliga-Meister Sportfreunde Baumberg seine beeindruckende und imposante Serie mit einem 2:0 (0:0)-Sieg gegen den SV Sonsbeck gestartet und befand sich anschließend in einem Flow, an dessen Ende vorzeitig der erste Titel in der Vereinsgeschichte gesichert wurde. Am vorletzten Spieltag der aktuellen Hinrunde stehen die Baumberger aber nun mit dem Rücken zur Wand, sodass ein Heimsieg gegen die Rot-Weißen vorerst für Erleichterung und ein kräftiges Durchatmen sorgen dürfte (Samstag, 16 Uhr, Sandstraße).
Während der jüngsten sechs Spiele verbuchten die Blau-Weißen sieben Punkte auf ihrem Konto – insofern vermochten sie sich nicht aus der Gefahrenzone zu verabschieden. Im Gegenteil: Als Tabellen-14. befinden sich die SFB mit 14 Punkten mit zwei Zählern Abstand über dem Strich, wobei einige der Kellerkinder zuletzt überraschend punkten konnten – mittlerweile ist die halbe Liga in den ungeliebten Abstiegskampf verwickelt.
„Wir betreiben einen immensen Aufwand, doch der Ertrag steht punktemäßig dazu in keinem Verhältnis“, beschreibt Cheftrainer Salah El Halimi die ungewohnte und brenzlige Situation. „Die Mannschaft investiert in Summe enorm viel, aber belohnt sich nicht aufgrund der fehlenden Effektivität und dem nicht vorhandenen Spielglück im letzten Drittel. Wir machen vieles richtig und erzielen nicht die nötigen Treffer in aussichtsreichen Positionen, die den Spielern während der Trainingseinheiten gelingen.“ Er wünscht sich den Lucky Punch, den seine Jungs verdient hätten: „Es ist nicht nur Pech, sondern auch eine Qualitätssache und ein fortwährender Prozess bei den lernfähigen und hochmotivierten jungen Spielern.“
Bezeichnend: Beim jüngsten 1:1 in Nettetal stand mit dem genesenen Bilal Sezer (30) bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison der einzige Routinier auf dem Platz – Ben Harneid (24) führte seine Kameraden aufgrund der fehlenden Kapitäne auf das Spielfeld. Das Durchschnittsalter beim vierten Unentschieden während der letzten Partien betrug lediglich 23 Jahre. „Und trotzdem standen die jungen wilden Kerle dicht vor dem Sieg, weil wir in der Schlussphase einige klare Einschussmöglichkeiten besaßen, doch bisweilen auch zu ungeduldig, übermotiviert und ungestüm agierten“, so der SFB-Coach, der lieber ein Spiel verlieren und stattdessen zwei gewinnen würde.
Doch gegen die Sonsbecker ist der Fokus voll und ganz auf den dritten Heimsieg ausgerichtet: „Die Justierung auf die Gäste könnte durchaus offensiv mit einem gewissen Risiko sein, aber es ist auch eine Frage der personellen Konstellation“, erklärt Baumbergs Trainer, der auf die rechtzeitige Genesung der Routiniers Robin Hömig, Babacar M’Bengue, Baris Sarikaya und Enes Topal hofft – Kapitän Louis Klotz musste sich einer Nasenoperation unterziehen und fällt bis zum Jahresende aus. „Trotzdem benötigen wir das Erfolgserlebnis, welches uns den nötigen Schub für die danach restlichen beiden brutalen Spiele verleiht. Wir werden die Geduld haben, dann wird der Erfolg auch wieder einkehren“, betont der Meistertrainer, der eine eingespielte Gäste-Mannschaft erwartet, die sich mit 24 Punkten jenseits von Gut und Böse befindet und deshalb befreit aufspielen kann.
Allerdings erlaubte sich die Truppe von SV-Trainer Heinrich Losing zuletzt beim Vorletzten Sportfreunde Niederwenigern nach einer blassen Vorstellung nach fünf ungeschlagenen Spielen und einer starken Partie im Pokal-Viertelfinale gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen (1:3) eine unnötige 0:1-Niederlage. „In der Liga kann nach wie vor jeder jeden schlagen, und es handelt sich perspektivisch um Kopfsache, Moral und Selbstvertrauen. Wichtig ist, dass wir gegen Sonsbeck eine bessere Qualität beweisen und die Restverteidigung um Anthony Oscasindas und Justin Härtel sowie den Verbindungsspielern Harneid und Lukas Bludau unsere Spielweise so wie zuletzt generiert“, fordert El Halimi.
Die Spannung ist programmiert – feiert Baumberg den dritten Heimsieg, Sonsbeck den dritten Auswärtserfolg oder steht am Ende abermals ein Unentschieden, das den Gastgebern nicht genügen dürfte?