
Überraschender Karriereschritt von Noel Tanzer: Der 22-Jährige defensive Mittelfeldmann, der in Grainet im Landkreis Freyung-Grafenau daheim ist, verlässt nach zwei Jahren nicht nur den SV Schalding-Heining, sondern sagt auch seiner bayerischen Heimat zumindest temporär auf Wiedersehen. Er wechselt nach Luxemburg zum Erstligisten und Rekordmeister AS Jeunesse Esch. Weil der Transfer auf den ersten Blick durchaus recht ungewöhnlich anmutet, lohnt ein genauerer zweiter Blick: Bei AS Jeunesse Esch ist der Edenstettner (Lkr. Deggendorf) Reinhold Breu der starke Mann und fungiert beim Traditionsklub als Cheftrainer und Sportdirektor. Der 55-Jährige pflegt beste Kontakte zu Noel Tanzers Papa Mario.
"Mario Tanzer ist mein bester Freund, das ist kein Geheimnis, aber ich habe Noel sicher nicht seinetwegen geholt", lässt Breu keinen Zweifel aufkommen, dass es sich dabei um einen Akt der Spezlwirtschaft handeln könnte. "Noel wollte sich in erster Linie beruflich verändern und findet hier in Luxemburg beste Voraussetzungen vor. Ich habe ihn daraufhin zum Probetraining eingeladen. Er hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen, allerdings weiß er auch, dass es für schon schwierig werden wird. Als junger Perspektivspieler muss sich hinten anstellen. Das Niveau ist schon ein anderes als in der Bayernliga. Wir haben sechs U21-Nationalspieler im Kader, auf seiner Position muss er sich mit einem 33-jährigen Franzosen und drei U21-Nationalspielern duellieren", meint Breu, traut dem jungen Deutschen aber den Sprung zu: "Noel muss lernen, anders Fußball zu spielen als in Schalding, dann kann er es packen. Er bringt großen Ehrgeiz und Willen mit und stellt sich der Herausforderung." In den vergangenen beiden Spielzeiten war der kompromisslose Abräumer für den SV Schalding-Heining insgesamt 61 Mal in der Bayernliga Süd im Einsatz.
