2026-04-03T19:57:16.526Z

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Schmidt über seinen SVW-Abschied: "Es war einfach too much"

Neuer Atlas-Sportchef spricht offen über persönliche Gründe, interne Konflikte und seinen Wechsel

von red · Heute, 13:29 Uhr · 0 Leser
– Foto: Screenshot Dropkick

Mit klaren Worten hat Florian Schmidt seine Entscheidung erklärt, den SV Wilhelmshaven zu verlassen und zum SV Atlas Delmenhorst zu wechseln. In einem ausführlichen Interview gibt der neue Sportliche Leiter tiefe Einblicke – und benennt neben persönlichen Schicksalsschlägen auch strukturelle Probleme als ausschlaggebend.

„Natürlich waren es auch private Probleme“, sagt Schmidt offen. „Jeder hat mitgekriegt, dass meine Mutter verstorben ist. Da brauchte ich sicherlich eine gewisse Zeit für mich.“ Eine Phase, die ihn nachhaltig geprägt habe: „Das war eine schlimme Zeit für mich, ist es immer noch manchmal.“

Doch es blieb nicht bei privaten Belastungen. Parallel hätten sich im Verein Entwicklungen ergeben, die ihn zunehmend gestört hätten. „Dann gab es mehr und mehr Sachen, wo ich gesagt habe, das stört mich. Das brauche ich auch alles speziell in so einer Phase nicht.“

Vor allem die wachsende Einmischung von außen habe eine entscheidende Rolle gespielt. Schmidt beschreibt interne Spannungen deutlich: „Da musstest du dich auf einmal gegen Sachen auflehnen, gegen andere Menschen, die jahrelang nicht beim SVW vor Ort waren.“

Besonders kritisch sieht er den Einfluss auf sportliche Entscheidungen: „Diese Personen wollten mehr und mehr Einfluss nehmen, wollten zum Schluss in eine Kaderplanung mit reinfuchteln, haben ihre Meinung geäußert bezüglich einer Trainerpersonalie.“ Für ihn sei damit eine Grenze überschritten worden: „Das war mir einfach too much.“

Auch inhaltlich habe er eine Entwicklung beobachtet, mit der er sich nicht mehr identifizieren konnte. „Wir sind so ein bisschen von unseren Grundtugenden weggekommen“, erklärt Schmidt. Statt harter Arbeit und klarer Prinzipien seien andere Themen in den Vordergrund gerückt: „Es wird über Yin und Yang gesprochen, es wird über einen positiven Geist gesprochen. Wenn der Fußball so einfach wäre, dann würde dauerhaft der Tabellenletzte den Ersten schlagen.“

Seine Überzeugung bleibt eine andere: „Wenn man was erreichen will, muss man hart arbeiten dafür. Diejenigen, die Erfolg haben wollen, müssen mehr tun als alle anderen.“

Neustart in Delmenhorst mit klarer Haltung

Trotz der Umstände blickt Schmidt entschlossen nach vorne. „Was vor ein paar Wochen noch unvorstellbar war, hat sich dann konkretisiert – und jetzt brenne ich für die Sache“, sagt er über seinen Wechsel zum SV Atlas Delmenhorst. „Ich freue mich, ich bin angriffslustig.“

Sein Fokus liegt nun auf einem schnellen Einstieg: „Ich muss mich ganz schnell einarbeiten, die Mannschaft kennenlernen, das Umfeld kennenlernen.“ Mit einem ligaunabhängigen Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet, übernimmt Schmidt seine neue Aufgabe mitten in der laufenden Saison – und bringt dabei nicht nur Erfahrung, sondern auch eine klare Haltung mit nach Delmenhorst.