2024-03-01T12:31:23.136Z

Allgemeines
Wo kann Warbeyen nachhaltig spielen?
Wo kann Warbeyen nachhaltig spielen? – Foto: Arno Wirths

Schlechte Aussichten für VfR Warbeyen

Der Klub will im Mädchen- und Frauenfußball für Leistungssport stehen und wünscht sich einen Kunstrasenplatz. Doch die Chancen stehen nicht gut. Nun sorgt sich der VfR, dass er so nicht zum Nachwuchszentrum des DFB werden kann.

Der VfR Warbeyen will für Leistungssport im Mädchen- und Frauenfußball stehen. Daraus macht der Vorsitzende Christian Nitsch keinen Hehl. Nur seien die Trainings- und Spielkapazitäten in der Kreisstadt nicht dementsprechend.

"Wir sind eher ein Wanderzirkus“, sagte Nitsch am Dienstag im Klever Sportausschuss. Denn: Der Verein nutzt eigene Anlagen in Warbeyen, ist zudem aber auch im Sportzentrum Unterstadt sowie im Bresserberg-Stadion aktiv.

Um Abhilfe zu schaffen, sollte am Duvenpoll in Warbeyen ein Kunstrasenplatz entstehen. Gesucht wurden dafür Fördergelder. Nitsch wies im Sportausschuss darauf hin, dass das CDU-geführte NRW-Heimatministerium das Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ eingestellt habe, dabei habe man sich mit Blick darauf Chancen ausgerechnet.

Kunstrasenplatz drin?

„Parallel dazu läuft eine Bauvoranfrage, die ihre Gültigkeit im nächsten Jahr verliert“, sagte Nitsch. Und wenn der Flächennutzungsplan wie vorgesehen geändert wird, seien alle Möglichkeiten für einen Kunstrasenplatz in dem Klever Ortsteil dahin. „Dann können wir von vielem ausgehen, aber nicht mehr von einem Kunstrasenplatz“, sagte Nitsch. Der Sozialdemokrat forderte eine Perspektive von der Verwaltung.

Er fragte nach, wie leistungsorientierter Fußball möglich sein soll, wenn es keine gesicherten Möglichkeiten zum Spielen, Trainieren und Umkleiden gibt. „Es geht um eine Mannschaft, die seit Jahren zur Spitze der Regionalliga gehört. Würde es sich um ein Männer-Team in der Regionalliga handeln, dann würde hier Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt“, sagte Nitsch.

Der VfR Warbeyen habe keine Möglichkeit, irgendwo heimisch zu werden. Dabei habe man große Pläne: Der Klub bemüht sich, Nachwuchsleistungszentrum des DFB zu werden. „Dann kommt eine Kommission im nächsten Frühjahr, der wir erzählen müssen, dass wir ein bisschen in Warbey­en spielen, ein bisschen in Kellen, wo wir uns auch in der Garage umziehen müssen, und wir zudem in einem Stadion spielen, das wir nur dann nutzen können, wenn der Spielplan anderer Vereine es zulässt“, sagte Nitsch.

Keine Rahmenbedingungen für Leistungssport

Bürgermeister Wolfgang Gebing appellierte an den Sozialdemokraten, die Polemik aus der Debatte zu nehmen. Der VfR Warbeyen habe die gesicherte Möglichkeit, im Stadion am Bresserberg zu spielen, dort würde zeitnah auch die Tribüne ausgebaut werden. Zudem werde im Gustav-Hoffmann-Stadion ein Kunstrasenplatz errichtet, der für neue Kapazität sorgt. „Dann sind die Trainingsmöglichkeiten um ein Vielfaches höher“, sagte Gebing. Den Vorwurf von Nitsch, man würde überall Projekte beginnen, aber keine zu Ende zu bringen, wies er weit von sich. Etwa im Sportzentrum Oberstadt für die Ortsteile Reichswalde und Materborn habe man unter Beweis gestellt, dass die Stadt Sportplätze kann.

Nitsch aber ließ nicht locker. „Wir haben die Situation, dass unser Nachwuchs von Sportplätzen vertrieben wird, wenn gerade ein Knabenspiel in der Kreisliga oder D2-Klasse stattfindet. Das möge man sich vorstellen“, sagte er. „Die Rahmenbedingungen für Leistungssport sind nicht gegeben.“ Der Verwaltungschef erklärte, auf Fördermittel für einen Kunstrasenplatz am Duvenpoll zu hoffen. Aber: „Wir warten – und das ist der Auftrag der Politik – auf Förderprogramme“, sagte Gebing. Die Politik könne freilich Mittel in den Haushalt einstellen, um die Maßnahme kurzfristig zu realisieren. „Aber: Sie kennen die Haushaltslage“, sagte Gebing.

Christian Nitsch erklärt weiter im Gespräch mit unserer Redaktion, dass der Verein auf eine provisorische Fluchtlichtanlage verzichtet habe, weil es Aussicht auf den Kunstrasenplatz gegeben habe. „Jetzt schauen wir gänzlich in die Röhre.“

Aufrufe: 026.11.2023, 17:00 Uhr
Maarten OversteegenAutor