Durch den Scherpenberger 4:2 (2:1)-Erfolg im Kreispokal-Viertelfinale gegen den TuS Xanten stehen seit Mittwochabend alle vier Halbfinalisten fest. Die Domstädter verlangten dem Landesligisten einiges ab. Lukas Wellmanns wurde vom Unglücksraben zum Torschützen.
Aufgrund der schlechten Platzverhältnisse auf dem Xantener Fürstenberg war die Partie auf den Kunstrasen in Asberg verlegt worden. Der SV Scherpenberg hatte auf heimischer Anlage früh mehr Ballbesitz, die Führung durch ein Eigentor von Lukas Wellmanns kam jedoch glücklich zustande (22.). Nach einem Lattenschuss von El Houcine Bougjdi köpfte der Xantener die Kugel ins eigene Netz.
Weil Jamie van Dornick den Ball außerhalb seines Strafraums mit der Hand aufnahm, sah der SVS-Keeper, anders als von der TuS-Bank gefordert, kurz darauf nur die Gelbe Karte. Die Szene gab dem Bezirksligisten Auftrieb. Wellmanns bügelte sein Eigentor aus und traf nach 32 Minuten zum 1:1. Kurz nachdem David Epp eine Großchance zur Führung vergab, stellte Valdet Totaj kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Schlenzer auf 2:1 (45.).
Der Außenseiter war seit dem Ausgleich mindestens ebenbürtig und erspielte sich im zweiten Durchgang dann sogar ein Übergewicht. Luca Grillemeier sorgte 20 Minuten vor Schluss nur kurz nach seiner Einwechslung mit seinem Treffer zum 3:1 noch nicht für die Vorentscheidung, denn Christopher Kimbakidila brachte mit seinem Anschlusstor noch einmal Spannung ins Spiel (78.). In der Schlussphase hatte Lukas Vengels das 3:3 auf dem Fuß, doch Robin Fuhrmann verwertete in der zweiten Minute der Nachspielzeit den zweiten, erfolgreichen Scherpenberger Konter zum 4:2-Endstand.
TuS-Trainer Marcel Zalewski konnte anders als bei der 2:3-Ligapleite in Repelen vom vergangenen Samstag nur ein Kompliment an seine Mannschaft verteilen: „Das war läuferisch und kämpferisch top. Die zwei unglücklichen Gegentore im ersten Durchgang waren Geschenke. In der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor. Wir haben einen Landesligisten komplett hinten rein gedrängt und waren dem 3:3 lange näher als Scherpenberg dem 4:2.“
Für die Domstädter, die sich weiter tief im Abstiegskampf befinden, geht‘s am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim starken Aufsteiger aus Veen weiter. „Ein Pokalspiel muss man immer anders bewerten. Aber diese Mentalität wollen wir jetzt natürlich mitnehmen“, hofft Zalewski.
Für SVS-Trainer Christian Mikolajczak zählte dagegen am Ende nur das Weiterkommen. „Die erste Halbzeit war ordentlich, in der zweiten Hälfte haben wir keinen guten Fußball mehr gespielt. Mit der Art und Weise können wir nicht zufrieden sein.“ Nach seinen klaren Worten in Folge der Niederlage in Budberg vor genau einem Monat haben die Moerser in der Landesliga zuletzt wieder in die Spur gefunden. Am Sonntag in Frintrop peilt der Tabellenachte den dritten Sieg in Serie an. „Wir wollen in den letzten drei Spielen ans Limit gehen und können uns vielleicht noch mal nach vorne katapultieren“, so Mikolajczak.
Xanten: J. Maas; L. Vengels, Neinhuis (74. J. Vengels), Wellmanns (46. Bücken), Beßler, Braun (67. Riddermann), Epp (63.Wojciechowski), van Huet, Binias, Kimbakidila, Reuters.
Scherpenberg: van Dornick; Abel (64. Williams), Kapuscinski, Möllering, Blank (63. Grillemeier), Wastian, Bougjdi (78. Rieger), Frömmgen, Fuhrmann, Totaj (63. Sadiklar), Kretschmer (78. Karaca).