Es war eine bittere Niederlage für den SC Wiedenbrück am 17. Spieltag der Regionalliga West vor 429 Zuschauern konnte man der Mannschaft im kämpferischen, Einsatz und Willen keinen Vorwurf machen, aber spielerisch war man den Krefeldern über 90 Minuten einfach unterlegen.
Auf einem tiefen und schweren Platz im Jahnstadion legte man den Fokus auf die Defensive. Mit einer kompakten Abwehrreihe wollte man die Räume eng machen und durch vereinzelte Nadelstiche dem Gast weh tun. Ein solcher Nadelstich führte in der ersten Hälfte fast zu einer überaus glücklichen Wiedenbrücker Führung. KFC Spieler Langer spielte im Aufbau einen kapitalen Fehlpass, der fast zum 1:0 für die Hausherren führte, doch die beste Chance im ganzen Spiel versemmelte der für den verletzten Mai in die Startelf gerutschte Badjie kläglich. Dem jungen Spieler kann man da keinen Vorwurf machen, er spielt seine erste Herrensaison und auf den schweren Platzbedingungen verrutschte dem einen oder anderen Spieler auch mal der Ball. "In der ersten Halbzeit hatten wir zwei vernünftige Chancen, wo wir in Führung gehen könnten"trauerte der Wiedenbrücker Trainer der XXL Chance von Badjie nach.
In der zweiten Hälfte schaffte es Wiedenbrück kaum eine nennenswerte Torchance zu kreieren. In der Offensive war die Mannschaft abgemeldet und hinten versuchte man so lange wie möglich die null zu halten, ein Spiel mit dem Feuer was letztlich zum 0:1 Endstand durch einen Treffer von Al Ghaddoui führte. Auch Brockschnieder war vor allem mit der zweiten Hälfte nicht einverstanden: "Die zweite Halbzeit hat mir überhaupt nicht gefallen. Wir hatten zu wenig Ballbesitz gehabt und keine Ruhe am Ball. Dazu kam das es sehr schwer war auf dem Platz Fußball zu spielen, auch die langen Bälle hatten bei uns nichts gebracht. Wir haben es letztlich nicht einmal geschafft, einen vernünftigen Ball nach vorne rein zu spielen. Von daher stehen wir in einem sechs Punkte spiel erneut mit null Punkte da."
"Rene Lewejohann ist ein Menschenfänger"
Respekt zollte Tobias Brockschnieder seinen Trainerkollegen für seine tägliche Arbeit die immer wieder von äußeren Störfaktoren beeinflusst wird: "Auch ich habe die Pressemeldungen der letzten Tage vernommen. Wer denkt das Uerdingen tot ist, aufgrund der Presseberichte, die ja schon täglich zu lesen sind, der ist da völlig fehl am Platz. Beim KFC Uerdingen ist momentan mit Rene Lewejohann ein Menschenfänger am Steuerboot. Als Außenstehender glaube ich auch, dass die Mannschaft für dich ins Feuer geht, das sieht man auch auf dem Platz."
Ohne drei Schlüsselspieler
Das die Niederlage am Ende völlig verdient war, da gab es eigentlich keine zwei Meinungen. Das beim SCW mit Ziogas, Flock und Mai gleich drei wichtige Schlüsselspieler fehlten, wollte Tobias Brockschnieder auf der anschließenden Pressekonferenz nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lassen: "Natürlich sind das schwerwiegende Ausfälle für uns. Dennoch haben wir einen kleinen Kader, der aber bei den Einsatzzeiten eng beieinander liegt. Wir haben auch vollstes Vertrauen auf die Spieler, die von der Bank kommen. Wenn man das letzte Spiel gegen Fortuna Köln nimmt, wo wir gewonnen haben, hatten wir heute im Vergleich nur eine Veränderung in der Startelf gehabt mit Badjie für Mai, von daher soll es für uns überhaupt keine Ausrede sein."