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Allgemeines

SC Kapellen bedient sich in Holzheim

Nach Startschwierigkeiten haben sich die Kapellener in der Fußball-Landesliga gefangen und die Hinrunde sogar noch als Zweiter beendet. Was hat es nun zu bedeuten, dass der Kader in der Winterpause noch mal nachjustiert wurde?

von RP / David Beineke · 10.01.2026, 10:00 Uhr · 0 Leser
Dennis Höfling wechselt nach Kapellen.
Dennis Höfling wechselt nach Kapellen. – Foto: Markus Becker

Es gab Zeiten, da war die Rivalität zwischen den benachbarten Vereinen SC Kapellen und Holzheimer SG deutlich ausgeprägter. Das rührte auch daher, dass sich beide Klubs regelmäßig gegenseitig Spieler wegschnappten. Jetzt da Emporkömmling HSG mit dem Oberliga-Aufstieg den „großen“ SC Kapellen sogar sportlich abgehängt hat, scheint sich das Verhältnis durchaus entspannt zu haben. Doch Spieler des jeweils anderen Teams scheinen immer noch interessant zu sein. Nachdem im Sommer Robert Wilschrey aus Kapellen nach Holzheim gewechselt und Justin Schiffer den umgekehrten Weg gegangen war, bedienten sich die Kapellener nun noch mal bei der HSG. In der sogenannten Transferperiode II (bis 31. Januar) sicherten sie sich die Dienste von Dennis Höfling.

Kader wurde ausgedünnt

Der Zugang ist Teil einer Kaderanpassung, die der -Landesligist sich ganz bewusst auf die Fahnen geschrieben hat. Nach einem größeren Ubruch im Sommer waren die Kapellener zunächst bewusst mit einem Kader von 26 Feldspielern und drei Torhütern in die Saison gestartet, doch auch wenn sie nun die Hinrunde auf einem überraschenden zweiten Platz beendeten und sogar noch realistische Aufstiegschancen besitzen, soll der nächste Schritt gegangen werden.

„Uns war klar, dass wir den Kader verschlanken mussten. Denn 26 Feldspielern kannst du auch im Training nicht gerecht werden“, sagt Patrick Becker, der als Eigengewächs einst selbst für den SCK kickte und mittlerweile als 2. Vorsitzender an der Weiterentwicklung der Mannschaft mitarbeitet. So erfolgte zunächst die Trennung vom dritten Torhüter Shalom Uyiosa Osarenren (Ziel unbekannt) sowie von der Perspektivspielern Cain Zaunbrecher (Ziel unbekannt) und Jeremy Müller (BV Wevelinghoven). Es traf aber auch durchaus prominentere Namen wie Maik Ferber (SV Uedesheim) und Leonard Lekaj (1. FC Viersen).

Wobei insbesondere die Personalie Maik Ferber Konfliktpotenzial hatte, weil sein Vater Jörg nach wie vor den Posten des Sportlichen Leiters in Kapellen bekleidet. „Natürlich haben wir in dem entsprechenden Gremium lebhaft diskutiert, aber am Ende wird bei uns nach dem Mehrheitsprinzip entschieden“, erklärt Patrick Becker. Sehr wahrscheinlich also, dass dort auch der Bedarf einesweiteren Spielers fürs defensive Mittelfeld festgestellt wurde. Dass die Wahl letztlich auf Dennis Höfling fiel, hat auch damit zu tun, dass Becker den inzwischen 22-Jährigen schon aus seiner Holzheimer Zeit kennt und ihn auch dort hingelotst hatte. „Wir haben noch Bedarf auf seiner Position festgestellt. Und Dennis passt mit seiner Laufstärke, seiner Passsicherheit und seiner körperlichen Wucht perfekt zu unserem Spiel“, sagt Becker mit Blick auf den aktiveren Spielansatz, den die Kapellener in der laufenden Saison bevorzugen.

Der SCK sieht noch Luft nach oben

Haben sie sich in der Spielzeit davor im gegnerischen Ballbesitz gerne mal fallen lassen und auf Konter gelauert, versuchen sie nun, den Gegner viel früher zu attackieren und dementsprechend auch mit der Abwehrkette deutlich höher zu stehen. „Für uns ist das anstrengender, aber das stresst den Gegner und lässt ihm keine Luft zum Atmen“, so Becker. Nach dem Umbruch im Sommer brauchte Trainer Lennart Ingmann zwar eine ganze Zeit, um den neuen Ansatz zu implementieren, doch im Laufe der Hinrunde stabilisierten sich die Leistungen der Kapellener zunehmend. Bewegte sich der SCK in einer extrem engen Liga zunächst noch in der Nähe der Abstiegsplätze, ging es dann kontinuierlich aufwärts. Ein Wendepunkt war in dieser Hinsicht der 4:2-Heimsieg Mitte Oktober gegen den FC Remscheid nach einem 0:2-Rückstand. Inklusive dieser Partie sammelte der SCK aus den acht Spielen bis zur Winterpause 18 Punkte und überwintert auf Platz zwei.

Trotz der komfortablen Situation sehen die Kapellener allerdings noch weiteren Verbesserungsbedarf. In der Wintervorbereitung sind zunächst noch vier Probespieler dabei, die teils über Oberligaerfahrung verfügen. Ziel ist es, durch einen von ihnen noch eine Verstärkung für die offensive Außenbahn zu gewinnen. „Letztlich geht es bei unseren Kaderanpassungen darum, die Qualität alleine dadurch anzuheben, dass das Leistungsgefälle geringer wird“, erklärt Patrick Becker. Wobei er betont, dass es nun nicht darum gehe, die hohen Ansprüche im Kapellener Umfeld zu bedienen und auf Biegen und Brechen den Aufstieg zu schaffen. „Natürlich wollen wir den maximalen Erfolg, aber es geht darum, unser Potenzial auszuschöpfen. Und dann schauen wir mal, wozu das am Ende reicht.“

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