Der im Fußballkreis weitgehend unbekannte Said Essahel El Alaoui soll den SC Düsseldorf-West in der Bezirksliga zum Klassenerhalt führen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich der neue Coach zutraut. Am Wochenende spielt er mit seiner Mannschaft gleich das emotionale Derby gegen den Nachbarn CfR Links.
Hand auf`s Herz, was war ihr erster Gedanke, als die Anfrage von Frank Laurini kam, ob Sie sich den Trainerpostenbeim SC West vorstellen können?
Said Essahel El Alaoui Im ersten Augenblick war ich zugegeben nicht so angetan von dieser Vorstellung, da meine Ambitionen grundsätzlich doch etwas anders aussehen. Aber ich habe mir dann das Projekt von Frank Laurini vorstellen lassen. Es geht zunächst einmal einzig und alleine darum, den SC West in der Bezirksliga zu halten. Das werden mir als jungem Trainer vermutlich nicht viele zutrauen. Aber genau darin liegt ein Reiz für mich. Es war schon immer so, dass ich am besten war, wenn von der Tribüne die Buhrufe kamen.
Ihr erstes Spiel als Trainer des SC West ging gegen die SG Benrath-Hassels mit 0:3 verloren. Wie waren die ersten Eindrücke von ihrer neuen Mannschaft?
Said Essahel El Alaoui Wir haben mit einem ganz kleinen Kader gegen den Spitzenreiter gespielt. Von der Einstellung her hat die Mannschaft schon ein ganz anders Bild abgegeben. Das wurde uns auch von Außen gespiegelt. Am Ende war es so, dass wir einen Elfmeter verschossen und noch drei bis vier weitere hochkarätige Chancen ausgelassen haben, während der Gegner aus fünf Chancen drei Tore gemacht hat. Das Spiel hätte also auch anders ausgehen können.
Wie zuversichtlich sind Sie, die Bezirksliga mit dem SC West halten zu können?
Said Essahel El Alaoui Für mich ist das einzig und alleine eine Frage der Qualität und damit der Kaderzusammenstellung. Man kann sich darauf gefasst machen, dass wir im Winter auf dem Transfermarkt tätig und vier bis fünf neue Spieler dazu holen werden. Ich habe beim Wuppertaler SV die B-Junioren in der Bundesliga trainiert und kenne aus dieser Zeit noch viele junge Spieler. Diese Kontakte wollen wir nutzen und darüber hinaus vielleicht noch den einen oder anderen gestandenen Akteur gewinnen, der einen Bezug zum Verein hat.
Ihre Vorgänger waren auf dem Trainigsplatz meist auf sich alleine gestellt. Gehen Sie die Aufgabe beim SC West auch als Einzelkämpfer an?
Said Essahel El Alaoui Nein, es zählte für mich auch zu den Grundvoraussetzungen, dass die Strukturen passen. Ich war zuletzt in der Oberliga beim KFC Uerdingen als Co-Trainer tätig. Da habe ich nachts die Videoanalysen gemacht und nebenbei auch die Standards vorbereitet und die Gegner analysiert. Um vernünftig arbeiten zu können, braucht man meines Erachtens neben einem Cheftrainer auch zwei Co-Trainer. Ich bin froh, dass ich zunächst einen Freund von mir dafür gewinnen konnte, mich bei der Arbeit zu unterstützen.
Am Sonntag steht das Nachbarschaftsduell gegen den CfR Links an. Sind Sie schon im Derbyfieber?
Said Essahel El Alaoui Solche Gefühle spüre ich noch nicht, da bin ich ehrlich. Es ist schon ein paar Jahre, dass ich einmal zumindest in der Umgebung beim TuS Homberg aktiv war. Meine anderen Stationen lagen alle außerhalb Düsseldorfs. Da wäre es schon heuchlerisch, wenn ich jetzt als neuer Trainer erzähle, wie prestigeträchtig das Spiel ist. So platt es auch klingen mag, aber wir müssen in unserer Situation sowieso nur auf uns und von Spiel zu Spiel schauen. Ich wünsche mir aus den drei verbleibenden Partien bis zur Winterpause noch fünf Punkte. Und dann greifen wir im neuen Jahr von hinten an.