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RWO Alzey punktet mit begeisternden Bildern aus der Jugend

Wen interessiert die schwache Performance in der A-Klasse, wenn man schöne Bilder und Nachrichten in der Jugend generieren kann? Genau das ist das Konzept von RWO Alzey

von Claus Rosenberg · 19.11.2025, 13:00 Uhr · 0 Leser
Benedikt Plass-Fleßenkemper geht im Engagement bei RWO Alzey auf: Als Trainer der erfolgreichen U19 (Bild) und als Social-Media-Bote für die florierende Jugendarbeit am Wartberg. Foto: Marc Braner / pakalski-press
Benedikt Plass-Fleßenkemper geht im Engagement bei RWO Alzey auf: Als Trainer der erfolgreichen U19 (Bild) und als Social-Media-Bote für die florierende Jugendarbeit am Wartberg. Foto: Marc Braner / pakalski-press

Alzey. Kein Verein, so scheint es, ist in den sozialen Medien präsenter als die SG RWO Alzey/TV Lonsheim. Kaum ein Tag, an dem keine Bilder von dem Sportverein über Tiktok, Instagram oder Facebook in die Welt gehen. Mal sind es tanzende Kinder, die ihren Sieg feiern. Mal Tabellen, die über den Stand einer der vielen Jugendmannschaften informieren. Und mal sind es Schnappschüsse aus dem Wartbergstadion, die alle eine zentrale Botschaft haben: RWO Alzey lebt!

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

U19-Trainer ein engagierter Medienprofi

Der Botschafter dieser Nachrichten ist Benedikt Plass-Fleßenkämper, Journalist und Medienprofi. Ursprünglich war der Weinheimer als U19-Trainer zu RWO Alzey gekommen. Schnell aber erkannte der 48-Jährige, dass es bei dem Verein an der Öffentlichkeitsarbeit haperte. Und weil er bei dem im Umbruch befindlichen Klub etwas bewegen wollte, zückte er übers Sportliche raus sein Smartphone, schoss Fotos und flutete das Internet. „Im Durchschnitt beschäftigt mich das zwei Stunden am Tag“, erzählt der Enthusiast.

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Über die digitalen Medien hat RWO Alzey innerhalb kürzester Zeit eine immense „Reichweite erreicht, die sich nun auf hohem Niveau eingependelt hat“, schildert Plass-Fleßenkemper. Das Netzwerk ist riesig geworden. Eltern nehmen die Nachrichten wahr, Kinder registrieren sie - Vereinsmitglieder freuen sich über die kreative Präsentation ihres Klubs, Fremde werden neugierig. Markenpflege nennt der Profi diese Kommunikation, die sich in einem positiven Image in der Stadt niederschlägt. Und der Jugendabteilung zunehmend neue Kinder beschert.

Projekt „RWO Alzey 2.0" startet gemeinsam mit Plass-Fleßenkemper

Früher, so ungefähr bis vor drei, vier Jahren, lebte die Werbung von RWO Alzey als Selbstläufer von den sportlichen Ergebnissen der ersten Mannschaft. Die spielte in der Verbandsliga verhältnismäßig hochklassig, ehe sie sukzessive abstieg. Großen Staat konnte niemand mehr mit ihr machen. Im Gegenteil: Ihre Krise produzierte negative Schlagzeilen und vereinsinterne Schwierigkeiten warfen ein eher schlechtes Licht auf den Traditionsklub. In diesen schweren Zeiten beschloss der neue Vorstand, sich fortan auf die Jugendarbeit zu konzentrieren. Intern wird mittlerweile vom Projekt „RWO Alzey 2.0“ gesprochen. Das steht für den Neuanfang des Vereins - geführt von Funktionären, die allem Gegenwind zum Trotz unbeirrbar an eine stolze Zukunft ihres Klubs glauben.

Mitten in dieser Neuausrichtung stieß Plass-Fleßenkemper zu RWO Alzey. Bewusst. „Ich hatte den Eindruck, hier kann man was bewegen“, sagt der Vater eines jungen Fußballers. Wie viel es zu bewegen gab, habe er anfangs gar nicht überblickt. Heute schätzt er den großen Gestaltungsspielraum, wie er ihn bei Vereinen mit definierten Strukturen gar nicht finden kann. Und hat über seinen Medienaktionismus für den Jugendbereich einen Informationstsunami ausgelöst, der die Nachrichtendürre eines schwächelnden Erwachsenenbereichs überrollt. Das ist ein ungewöhnlicher Prozess, gilt doch klassisch die erste Mannschaft und deren Performance als Gradmesser für die Güte eines Fußballvereins.

Hoffnung, dass die erste Mannschaft einen Boden findet

Auf Dauer dürfte dieser Mechanismus jedoch nicht auszuhebeln sein, mutmaßt Plass-Fleßenkemper. Deshalb hofft er inständig, dass die erste Mannschaft in dieser Saison in der A-Klasse ihren sportlichen Boden finden wird. Er wäre ideal für die weitere Vereinsentwicklung. Da schwebt dem ehemaligen Gau-Odernheimer Jugendtrainer, der selbst bis zur A-Jugend bei der TSG Pfeddersheim kickte, ein harmonischer Übergang von U19-Spielern in den Aktivenbereich vor. Da gebe es eine Reihe von Fußballern, die den schwächelnden Kader der ersten Mannschaft auch qualitativ aufwerten könnten. „Wenn wir das schaffen, hätten wir viel geschafft“, fasst er den Nenner all derer zusammen, die bei RWO Alzey derzeit die sportliche Verantwortung tragen.

Die U19 ist gegenwärtig das Prunkstück von RWO Alzey. Bis zu 30 Spieler zählt Plass-Fleßenkemper zu seinem Kader, darunter eine ganze Reihe Neuer mit Erfahrungen aus Landes- und Verbandsliga. Sie begeistern sich für den Klub, der ihnen eben mehr zu bieten hat als Fußball. Da hat sich inzwischen eine Clique gebildet, die sich vorgenommen hat, zusammen in den Aktivenbereich zu wechseln. Die sich wohlfühlt am Wartberg, in dem tollen Stadion, mit ihrem qualifizierten Trainer und der Aufmerksamkeit, die sie wegen der akzentuierten Öffentlichkeitsarbeit Tag für Tag spürt. Zugleich inhalieren sie, so wie alle anderen bei RWO, den neuen Geist, der beim ehemaligen Oberligisten Einzug gehalten hat. „Wir sind Alzey“, heißt der Slogan, den Plass-Fleßenkemper kreiert hat und nunmehr mit Leben füllt.