Ex-Kapitän Kasper (35) soll jungen Oberaltingern Sicherheit geben. Zuletzt gewann der TSV in der Kreisliga mit 3:0 gegen den FC Weil.
Manuel Feicht ist auch Tage nach dem 3:0-Erfolg gegen den FC Weil noch beseelt. „Der Sieg war wirklich enorm wichtig“, sagt der Cheftrainer des TSV Oberalting-Seefeld. Nach elf sieglosen Partien zum Start konnte der Aufsteiger im zwölften Anlauf seinen ersten Saison-Dreier einfahren – der erste Erfolg in der Kreisliga seit ziemlich genau vier Jahren. Kurioserweise triumphierte der TSV auch damals mit 3:0 über Weil. „Ich hätte ehrlicherweise nicht gedacht, dass es so lange dauert“, gibt Feicht zu. „Deshalb freut es mich umso mehr, dass es jetzt endlich geklappt hat.“
Das Duell des Tabellenvorletzten aus dem Aubachtal mit dem Schlusslicht hatte sich im Vorfeld als absolutes Schicksalsspiel für beide Mannschaften angekündigt. Im bisherigen Saisonverlauf hatte Weil noch keinen einzigen Zähler gesammelt. Umso richtungsweisender sei deshalb der Auswärtssieg gewesen, meint Feicht: „Der Sieg kam jetzt im genau richtigen Moment. Wir haben wie schon in den Spielen davor, als wir spät ausgeglichen haben, Moral bewiesen.“ Auch spielerisch wusste der TSV am Sonntag zu überzeugen. Bis auf eine kurze Phase vor der Pause, in der Oberalting aufgrund einer Zeitstrafe in Unterzahl agierte, trat das Team um Kapitän Roman Hüttling durchwegs dominant auf.
Schon in den Vorwochen hatte die Formkurve nach oben gezeigt, allerdings hatte sich der Aufsteiger dreimal in Folge mit einem Remis zufriedengeben müssen. „Es hat die ganze Zeit nicht viel gefehlt, der Dreier war fällig. Jetzt sind wir vier Spiele ungeschlagen, das gibt Selbstvertrauen“, sagt Feicht. „Die Jungs sehen, dass sich die harte Arbeit auszahlt.“ Während der gesamten Hinrunde hatte seine Elf die Spiele stets knapp gestaltet. In sechs von elf Partien spielte sie unentschieden, dreimal verlor sie mit nur einem Tor Differenz.
„Wir wissen, woran es liegt“, betont der Coach: Das große Problem der jungen Oberaltinger Mannschaft in engen Spielen sei die falsche Entscheidungsfindung in Schlüsselmomenten gewesen. „Uns fehlt da noch etwas die Erfahrung, da müssen wir noch cleverer und konsequenter agieren“, sagt Feicht. Erfahrung hat seine Mannschaft personell nun wieder hinzugewonnen: Am Sonntag stand Ex-Kapitän Patrick Kasper 90 Minuten lang auf dem Platz. Der 35-jährige Innenverteidiger, der seine Karriere in Folge eines Knorpelschadens eigentlich im Sommer beendet hatte, ließ sich breitschlagen, seine Knochen noch mal für den Herzensklub hinzuhalten. „Solange das Knie mitmacht, versuche ich, dabei zu sein und den Jungen etwas mitzugeben“, erklärt Kasper.
Das Vereinsurgestein blickt auf 14 Jahre Kreisliga und zwei Jahre Bezirksliga mit Oberalting zurück. Trainer, Ex-Mitspieler und Freund Manuel Feicht ist von Kaspers Qualitäten überzeugt: „Er gibt den jungen Spielern Sicherheit und wird uns dabei helfen, in den nächsten Wochen weiter zu punkten.“