
Nach drei Jahren beim TSV Buchbach zieht es Tobias Steer zum SV Erlbach. Beim Bayernligisten trifft er unter anderem auf seinen Bruder Andreas Steer.
Erlbach – Mit dem eigenen Bruder zusammen in einer Mannschaft spielen, und dann auch noch auf dem höchsten Amateur-Niveau. Davon träumen viele Hobby-Fußballer. Tobias Steer lebt diesen Traum. Der 26-Jährige wechselt aus der Regionalliga vom TSV Buchbach zum Bayernliga-Meister Erlbach und ist dort wieder mit seinem Bruder Andreas Steer vereint. Dieser war den Schritt von Buchbach nach Erlbach schon im vergangenen Sommer gegangen.
Die letzte Saison hätte für die beiden Brüder nicht unterschiedlicher laufen können. Der SV Erlbach mit Andreas Steer als Stammtorhüter war fast ausschließlich am anderen Ende der Tabelle unterwegs. Das Überraschungsteam der Bayernliga begeisterte mit aufregendem Fußball und feierte am Ende sogar die Meisterschaft. Der Bayernligist verzichtete jedoch auf den Aufstieg und wird in der kommenden Spielzeit erneut in der fünfthöchsten Spielklasse antreten.
„Ich habe wahnsinnig viele Freunde gewonnen. Es hat immer viel Spaß gemacht mit den Jungs.“
Tobias Steer denkt gerne an seine Zeit in Buchbach zurück.
Der TSV Buchbach um Tobias Steer erwischte in der Regionalliga hingegen einen gewaltigen Fehlstart und schien bereits als Absteiger gesetzt zu sein. „Eigentlich waren wir ja weg vom Fenster“, erinnert sich Steer im Gespräch mit FuPa Oberbayern/Fussball Vorort. In der Rückrunde starteten die Buchbacher jedoch eine furiose Aufholjagd und sicherten sich letztendlich in der Relegation den Klassenerhalt. „Das war eine Energieleistung, die kaum einer für möglich gehalten hat“, sagt der Offensivakteur. „Ende gut, alles gut“, lautet dementsprechend sein Saisonfazit.
Insgesamt blickt Steer sehr positiv auf seine Zeit in Buchbach zurück. „Wir haben immer eine top Mannschaft gehabt. Sowohl von den Spielern, als auch von den Charakteren her“, sagt der 26-Jährige, dem es vor allem die familiäre Art beim Regionalligisten angetan hat: „Ich habe wahnsinnig viele Freunde gewonnen. Es hat immer viel Spaß gemacht mit den Jungs.“ Besonders gerne blickt Steer auf eine kurze Phase vor etwa einem Jahr zurück: „Das halbe Jahr unter Uwe Wolf, wie wir da gespielt haben und die ganze Liga zerschossen haben, das war gigantisch.“
„Ein Vollzeitjob und Regionalliga ist eigentlich fast nicht machbar.“
Tobias Steer über die Gründe seines Wechsels zum Bayernligisten SV Erlbach
Nun folgt Tobias Steer seinem Bruder nach Erlbach und hofft dort auf eine Pause vom Abstiegskampf: „Wenn man Jahr für Jahr im Abstiegskampf steckt, macht das als Offensivspieler natürlich nicht so viel Spaß.“ Der sportliche Rückschritt in eine tiefere Liga hat laut dem Mittelfeldmann aber hauptsächlich andere Gründe. „Ich habe jetzt mein Studium beendet und fange an, zu arbeiten“, erklärt Steer. „In der Bayernliga ist der Aufwand einfach geringer als in der Regionalliga. Ein Vollzeitjob und Regionalliga ist eigentlich fast nicht machbar.“

Aus diesem Grund kam für Steer auch ein Wechsel zu einem anderen Regionalliga-Verein nicht in Frage: „Ich hatte auch Anfragen aus der Regionalliga Bayern und aus anderen Regionalligen. Aber wegen des Berufseinstiegs war das kein Thema. Und Erlbach hat sich wirklich sehr, sehr bemüht.“
Der zweite große Faktor ist für Steer die Wiedervereinigung mit Andreas: „Das ist ja nicht üblich, dass man auf diesem Niveau mit seinem Bruder spielen kann.“ Bisher haben die beiden den größten Teil ihrer Karriere beim gleichen Verein verbracht. Dementsprechend freut sich der 26-Jährige auf das Zusammenspiel: „Das macht einfach mehr Spaß.“
„Das Ziel ist erstmal, 40 Punkte gegen den Abstieg zu holen.“
Tobias Steer über die vorsichtige Zielsetzung des SV Erlbach für die kommende Saison.
Beim SV Erlbach erwarten die Brüder eine spannende Saison. „Die Liga ist sehr stark mit den Absteigern. Der Rest hat auch ganz schön aufgerüstet“, weiß Steer. Dementsprechend vorsichtig fällt auch die Zielsetzung für die kommende Spielzeit aus: „Das Ziel ist, erst einmal 40 Punkte gegen den Abstieg zu holen. Danach schauen wir, was möglich ist.“ Der 26-Jährige weiß aber auch, dass sich die Erwartungshaltung in Erlbach durch die Meisterschaft in der vergangenen Saison verändert hat. „Grundsätzlich glaube ich, dass wir im oberen Tabellendrittel dabei sein sollten.“
In der Zukunft hält Steer auch den Aufstieg für möglich, auch wenn dieser in der vergangenen Saison trotz der Meisterschaft an den strengen Auflagen des Bayerischen Fußball-Verbandes scheiterte. „Sollte der Fall nochmal eintreten, wird sich der Verein wieder intensiv damit beschäftigen“, so Steer. „Vielleicht kann man jetzt den Grundstein legen, damit man in zwei oder drei Jahren so weit ist.“ (fge)