
Gemischte Gefühle nach einem sehr intensiven und kampfbetonten Spiel: Zum einen Freude über einen gewonnenen Punkt gegen sehr starke Mertener. Aber auch ein wenig Enttäuschung, denn am Ende hätte der VfL Vichttal die Heimpartie in der Fußball-Mittelrheinliga aufgrund der Chancen in der Schlussviertelstunde noch gewinnen können. So stand unter dem Strich ein 2:2 (1:2).
Zwei Mal hatten die Gastgeber einen Rückstand ausgeglichen. Beide Male traf Kapitän Jan-Henrik Rother nach Ecke von Niklas Valerius per Kopf (40./67.). „Wenn Valle die so reinbringt, braucht man eigentlich nur noch einlaufen und den Kopf hinhalten“, sagte der Doppeltorschütze nach dem Spiel, als wäre es das Einfachste auf der Welt.
Keineswegs leicht war die erste Halbzeit für den VfL Vichttal. Merten präsentierte sich wie erwartet sehr aggressiv, mit viel Härte in den Zweikämpfen und sehr entschlossen. Andi Avramovic, Trainer des VfL Vichttal hatte im ersten Spielabschnitt ein „unfassbares Tempo“ wahrgenommen.
Der VfL wurde immer wieder in seinem Aufbauspiel gestört, konnte seine spielerischen Fähigkeiten nicht zur Geltung bringen und brachte sich zudem mit vielen schlecht gespielten Bällen ins Hintertreffen. Schon nach zwölf Minuten belohnten sich die Mertener für ihren mutigen Beginn. Einen Eckball konnten die Vichttaler nicht entschärfen, und Max Engels traf zum 0:1. Die Gastgeber reklamierten ein Foulspiel gegen sie, das Schiedsrichtergespann blieb bei seiner Entscheidung: Tor.
Der VfL Vichttal, bei dem im Gegensatz zum letzten Spiel in Hennef Canel Cetin für „Apo“ Ioannidis begann, musste in der 24. Minute eine weitere bittere Pille schlucken, als Max Peters verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Marwin Ailiesei, der im weiteren Spielverlauf einen guten Job machte.
Avramovic hatte am Seitenrand gut zu tun. Mehrfach musste der Coach der Vichttaler in Durchgang eins seinen Stift zücken und sich Notizen machen. Der SSV Merten, der völlig befreit aufspielte, war seiner Meinung nach in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Dennoch kamen die Weiß-Blauen mit fortlaufender Dauer besser in die Partie und glichen fünf Minuten vor der Pause aus.
Mit diesem 1:1 wären die Vichttaler gerne in die Pause gegangen. Fast hätten sie durch einen Schuss von Yassine Ali Gnondi beziehungsweise einem scharf getretenen Freistoß von Valerius, den Robin Ahns knapp verpasste, sogar auf 2:1 gestellt. Stattdessen kamen die Mertener in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einmal in den Vichttaler Strafraum. Emirhan Özen hatte in der Mitte zu viel Platz bei der Ballannahme und schob zum 1:2-Halbzeitstand ein. Die Führung war laut Avramovic „nicht ganz unverdient. Da hatte Merten einfach über die 45 Minuten ein Stück weit die Nase vorn“.
In Durchgang zwei ging es intensiv weiter: Nach einem Valerius-Freistoß traf Rother die Latte (54.). Wenig später zwang Henrik Artz, der sein 150. Mittelrheinligaspiel für den VfL Vichttal absolvierte, den Gästekeeper mit einem Schuss zu einer Glanzparade. Und in der 59. Minute scheiterte auch Sinan Ak am Torwart. Aber auch der SSV Merten blieb brandgefährlich. Einen Freistoß hämmerte Özen an den Pfosten (60.). Fünf Minuten später hatte Ailiesei für den VfL auf der anderen Seite eine Großchance. Und dann kopierte Rother sein erstes Tor. Diesmal kam die Ecke allerdings von rechts.
Bei Vichttal sorgte der eingewechselte Bismark Quayson für viel Schwung im Offensivspiel. Der VfL drängte auf den Siegtreffer. „Die letzte Viertelstunde war schon ein Ansatz von Powerplay“, so Avramovic. Ailiesei, Quayson und Valerius vergaben noch gute Möglichkeiten. Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Robin Ahns das 3:2 auf dem Kopf. Sein Versuch wurde jedoch von Merten noch von der Linie gekratzt. In der Summe „ein gerechtes Ergebnis“, stellte Vichttals Coach fest. „Wichtig ist für die Moral, dass die zweite Halbzeit auf unser Konto gegangen ist“, stellte Avamovic fest, der mit seiner Mannschaft weiterhin fünf Punkte hinter Tabellenführer Bergisch Gladbach liegt.
Weiteres Ergebnis von Sonntag: Königsdorf – Teut. Weiden 6:0: 1:0 Marnu (5.), 2:0 Kürmali (23.), 3:0 Pesch (27.), 4:0 Kürmali (47./Elfmeter), 5:0 Güllü (81./Elfmeter), 6:0 Kürmali (90.+3)
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