
Respekt an den 1. FC Monheim! Was die Mannschaft von Trainer Dennis Ruess in den letzten drei Spielen dieser Saison in der Oberliga Niederrhein geleistet hat, verdient Anerkennung. Drei Spieltage vor Schluss war die Lage rund um das Rheinstadion äußerst angespannt. Monheim steckte tief im Abstiegskampf und hatte auf dem Papier wohl das schwierigste Restprogramm aller gefährdeten Mannschaften.
Die Abstiegsgefahr war deshalb mehr als real. Andere Klubs gingen mit vermeintlich leichteren Aufgaben in den Saisonendspurt, Monheim musste dagegen gegen Gegner ran, die sportlich ganz oben einzuordnen waren oder noch klare Ziele hatten. Doch genau in dieser Phase hat sich die Mannschaft eingeschworen, Widerstandskraft gezeigt und am Ende den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft.
Den Anfang machte der 2:1-Sieg gegen SC St. Tönis 1911/20, den Tabellenfünften und Pokalfinalisten. Besonders bemerkenswert: Monheim spielte rund 30 Minuten in Unterzahl und brachte den Sieg trotzdem über die Ziellinie. Danach folgte die Partie beim späteren Meister VfB 03 Hilden. Dort verlor Monheim denkbar bitter mit 0:1 - tief in der Nachspielzeit. Ein Punkt wäre in dieser Tabellenlage enorm wertvoll gewesen, doch selbst diese Enttäuschung warf den FCM nicht um.
Am letzten Spieltag war die Rechnung klar: Monheim musste gewinnen. Die Konkurrenz punktete ebenfalls, ein Ausrutscher hätte also fatale Folgen haben können. Das Problem: Der Gegner war ausgerechnet Ratingen 04/19, der Titelanwärter musste selbst gewinnen, um die Chance auf Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga West zu wahren.
Doch Monheim lieferte. Die Mannschaft von Ruess gewann 2:0, trat souverän auf, ließ sich von der Ausgangslage des Gegners nicht beeindrucken und kochte Ratingen ab. Es war kein glücklicher Rettungsakt, sondern ein verdienter Sieg in einem Spiel, in dem der Druck kaum größer hätte sein können.
Genau deshalb ist dieser Klassenerhalt besonders: Monheim hat ihn nicht über Patzer anderer Vereine geschenkt bekommen, sondern über eigene Leistungen erarbeitet. Gegen St. Tönis gewonnen, beim Meister Hilden fast gepunktet, Ratingen im entscheidenden Spiel bezwungen - mehr Aussagekraft kann ein Saisonfinale kaum haben.
Dass das unter diesen Umständen gelungen ist, spricht für die Mannschaft, für das Trainerteam und für das Umfeld. Am Rheinstadion scheint in einer schwierigen Phase vieles richtig gelaufen zu sein. Klassenerhalt ist im Amateurfußball nie selbstverständlich. In dieser Konstellation schon gar nicht. Deshalb an dieser Stelle: Respekt, 1. FC Monheim.
Eine Einschätzung von André Nückel.
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